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Sailfish-Night 2012: Frodeno beschreitet Langdistanz-Teppich

28. November 2012 von Nora Reim

Foto: Arno Burgi freiMan nehme Anne Haug, Jan Frodeno und Andreas Raelert und setze sie auf ein Podium. Dann füge man jeweils einen Vertreter der Challenge Family, Deutschen Triathlon Union (DTU) und der World Triathlon Corporation (WTC) hinzu. Heraus kam eine Podiumsdiskussion zum Thema „Boomsport Triathlon“ am vergangenenen Samstag im hessischen Langen.


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Selten sieht man Triathleten im Cocktailkleid und im schwarzen Anzug auflaufen. Bei der Podiumsdiskussion in der Stadthalle Langen hatten sich die meisten Sportler jedoch in edlen Zwirn geworfen. Grund dafür war die anschließend stattfindende Sailfish-Night, die laut Namensgeber Jan Sibbersen mit 800 Gästen „größte Triathlon-Party des Jahres“. Die Vize-Weltmeisterin 2012 der Internationalen Triathlon Union (ITU), Anne Haug, und der diesjährige Hawaii-Zweite Andreas Raelert saßen am späten Samstagnachmittag bereits auf dem Podium, als Jan Frodeno völlig abgehetzt in Sportschuhen auftauchte: „Ich bin eben erst angekommen und hab’s nicht mehr geschafft, mich umzuziehen.“

Challenge Family und Ironman-Veranstalter sind sich einig

Foto: Nora Reim frei

Eine Familie: Andreas Raelert (links) mit Freundin Julia Böttner, Challenge-Geschäftsführer Felix Walchshöfer mit Mutter Alice und Schwester Kathrin.

Dem unglamourösen Auftritt des Olympia-Siegers von 2008 sollte im Verlauf der fast einstündigen Gesprächsrunde ein weiterer Paukenschlag folgen. Doch zunächst hatten andere das Wort: Der Weltbestzeithalter auf der Langdistanz, Andreas Raelert, beantwortete artig und in gewohnt diplomatischer Manier die Fragen von Moderator Ralf Scholt, während sich Anne Haug über eine „geniale Weltmeisterschaft“ mit dem krönenden Abschluss in Auckland freute, die ihr den Titel „Triathletin des Jahres 2012“ einbrachte. Die beiden konkurrierenden Langdistanz-Veranstalter, Challenge-Geschäftsführer Felix Walchshöfer und Kai Walter, Europa-Chef der Ironman-Serie, waren sich einig darin, „möglichst viele Triathlon-Veranstaltungen auf hohem Niveau zu haben“, jedoch – im Hinblick auf die diesjährige Terminüberschneidung – „nicht am selben Tag“. DTU-Geschäftsführer Matthias Zöll bestätigte das Ziel seines Verbands, „Triathlon als Breitensport zu etablieren“, und verwies auf eine kürzlich durchgeführte Umfrage unter Hobby-Triathleten, die zu dem Ergebnis kam: „Es gibt nur ganz wenige Einmal-Starter – die, die dabei bleiben, machen es mit Leidenschaft.“

Jan Frodeno: „Wegweiser Langdistanz“

Foto: Nora Reim frei

Anne Haug brachte der DTU dieses Jahr nicht nur viel Erfolg, sondern auch ihren Freund Benjamin Lenk mit.

Nach so viel Harmonie auf dem Podium ergriff Jan Frodeno das Mikrofon. Der Olympia-Sechste von London 2012 sprach offen über sein von Verletzungen geprägtes Jahr: „Meine Saison war einfach für den Eimer.“ Zugleich merkte die Kölner Frohnatur in Anspielung auf die vor der Halle ausgelegten blauen Ironman- und roten Challenge-Teppiche an: „Das könnte mein Wegweiser sein.“ Nach dem Vorbild von DTU-Athlet Nils Frommhold, der kürzlich sein Ironman-Debüt in Arizona gewonnen hatte, will sich „Frodo“ künftig selbst auf der Langdistanz versuchen: „Der Ironman auf Hawaii ist so etwas wie das Wimbledon unserer Sportart. Irgendwann möchte ich das auch mal erleben – und zwar noch als Profi.“ Wegen des „schwierigen Qualifikationsmodus“ wird sich der 31-Jährige den Traum von Kona wohl im nächsten Jahr noch nicht erfüllen können, dafür in der Saison 2013 nach eigenen Worten die Mitteldistanz in Angriff nehmen. Nach dieser Ankündigung hatte Frodeno genug Zeit, sich umzuziehen und für die anschließende Triathlon-Party fein zu machen.

Fotos: Arno Burgi, triathlon.de

 

 

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