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Rookie Runde: Nils Frommhold – „Diesen ‚Laufkrampf‘ werde ich so schnell nicht vergessen“

3. Juni 2015 von Christine Waitz

Jörg Schüler, freiWährend für viele die Auftaktdisziplin ein Graus ist, tat sich Nils Frommhold bei seinem Triathlon-Debüt leicht. Kein Wunder – der ehemalige Leistungsschwimmer hatte jahrelange Routine im Nass. Doch die spontane „Urlaubsbekanntschaft“ namens Triathlon zeigte etwas später ihre Tücken: „Diesen ‚Laufkrampf‘ werde ich so schnell nicht vergessen“.


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Schwimmen schon im Kindesalter lernen. Was sich viele Triathleten im Nachhinein wünschen, die sich mit der Auftaktdisziplin besonders schwer tun, kann Nils Frommhold für sich verzeichnen. So holte er im Schwimmbecken bereits vor seiner Triathlon-Karriere zahlreiche Erfolge. Zehn Jahre Leistungssport Schwimmen – dann jedoch brauchte der Potsdamer eine Pause. 2005 verabschiedete sich der heute 28-jährige vom Schwimmsport.
Lange jedoch hielt die Sport-Abstinenz nicht an. Schon früher hatte er neben dem Schwimmen andere Ausdauersportarten betrieben und auch in den Triathlon hineingeschnuppert. Ein halbes Jahr nach seinem „Abschied“,  sagte er „Hallo“ zum Dreisport. Keine drei Jahre später konnte er bei der U-23 WM in Vancouver internationale Erfahrungen sammeln, 2009 wurde er Deutscher Meister in der U23 Klasse. Die Profisportkarriere nahm ihren Lauf.
2012 trat Frommhold nach einer langwierigen Verletzung im Vorjahr erstmals über die lange Distanz an – und schaffte die Sensation. Sieg beim ersten Ironman überhaupt. Ein weiterer folgte in Südafrika 2014, bevor er im Herbst einen starken sechsten Platz beim Ironman Hawaii holte.

Nils Frommhold Hawaii 2014

Nils‘ Steckbrief

  • Geburtstag: 17. September 1986
  • Wohnort: Freiburg / Potsdam
  •  Ausbildung: Student der Wirtschaftswissenschaften an der Fernuniversität Hagen
  • Größte Erfolge:
    • 2. Platz Ironman 70.3 Austria 2015
    • 6. Platz Ironman Hawaii 2014
    • 2. Platz Challenge Roth 2014
    • 2. Platz Ironman 70.3 Luxemburg 2014
    • 1. Platz Ironman Südafrika 2014
    • 2. Platz Ironman 70.3 Zell am See 2013
    • 1. Platz Ironman Arizona 2012
    • 11. Platz Triathlon-Weltmeisterschaft U23 2009
    • Deutscher Triathlonmeister U23 2009

„Triathlon, dass ist doch der Sport mit Schießen?“ Zugegeben, heute bekommt man diese Frage nicht mehr so oft zu hören. Vor einigen Jahren war das noch anders. Wann ist dir der Begriff „Triathlon“ das erste Mal untergekommen?

Gute Frage! So richtig genau kann ich das gar nicht beantworten. Als ich noch als Schwimmer aktiv war, haben wir in unserer Vorbereitung an Triathlon- und „Swim and Run“-Veranstaltungen teilgenommen, sodass Triathlon für mich schon im Schulalter präsent war. Was genau hinter „Triathlon“ steckt, habe ich jedoch erst nach meinem endgültigen Wechsel erfahren. Vorher war es getreu dem Motto „just for fun“.

triahtlon.de, frei

Wann und warum hast du beschlossen, das „Abenteuer Triathlon“ in Angriff zu nehmen?

Am Anfang sollte Triathlon eher ein Mittel zum Zweck sein. Nachdem ich mit 18 Jahren mit dem Schwimmen aufgehört hatte, brauchte ich etwas um weitestgehend fit zu bleiben. Es fällt mir einfach leichter auf ein Ziel hinzutrainieren und das sollte die olympische Distanz beim „BerlinMan“ werden. Dort habe ich Lunte gerochen und so wurde aus einem Mittel zum Zweck über die Jahre eine Leidenschaft.

Wo standest du das erste Mal hinter der Startlinie?

Ohne ein genaues Datum zu kennen, war es schon recht früh. Es müsste so 2002 bei einem Rennen in Österreich gewesen sein. Zufällig habe ich im Urlaub die Ausschreibung gelesen und mich spontan angemeldet.

Wie lief dein persönliches Rookie-Rennen?

Wie es eben so als Schwimmer läuft. Quasi als Führender aufs Rad gestiegen und am Ende als fast Letzter ins Ziel gekommen. Ich durfte also direkt in meinem ersten Rennen alle Höhen und Tiefen erleben. Besonders in Erinnerung bleiben mir die Krämpfe am Anfang der Laufstrecke. Von da an war das Rennen ständiger Begleiter unseres Familien Sommerurlaubs und von Jahr zu Jahr wurde meine Performance besser.

Nils Frommhold, frei

Triathlon damals und heute: Was macht für dich nach zehn Jahren immer noch die Faszination aus?

Einfacher zu beantworten wäre, was hat sich bei mir nicht verändert. Das wäre das besondere Gefühl kurz bevor der Startschuss ertönt. Dieser Mix aus Anspannung, Vorfreude, Nervosität und nicht zu wissen, was einen in den nächsten Stunden erwartet, ist für mich einmalig und macht die Faszination Triathlon aus.

Dein Tipp für jeden Rookie

Man sollte nicht den Spaß verlieren! Seht den Triathlon nicht zu schnell zu verbissen und setzt euch nicht mit zu ambitionierten Zielen zu sehr unter Druck. Am Ende ist es auch für mich ein Hobby, welches wir alle genießen sollten. Ansonsten ist es als Rookie wichtig, den Wechsel vom Radfahren zum Laufen zu trainieren. Sonst geht es euch wie mir damals – und diesen „Laufkrampf“ werde ich so schnell nicht mehr vergessen.

Zur Website von Nils Frommhold.

Fotos: Ingo Kutsche, triathlon.de, Jörg Schüler, Nils Frommhold

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