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Rookie Runde: Faris Al-Sultan – „Gegen Ende der Radstrecke überholten mich die älteren Damen“

1. Juni 2015 von Christine Waitz

Foto: Ingo Kutsche,   freiVor wenigen Wochen hat er seinen Rücktritt vom Profisport bekannt gegeben. Faris Al-Sultan. „Triathlon-Dinosaurier“ las man zuvor oft in seinen Portraits und bezog sich damit wohl auf seine fast 20 Jahre währende Triathlon-Karriere. Für uns blickt der Münchener in der Rookie-Runde noch einmal ganz zu seinen Anfängen zurück.


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Ausdauersport scheint dem Münchener im Blut zu liegen. Seit 1992 war Faris Al-Sultan bereits im Schwimmen als Leistungssportler aktiv. „Es war klar dass ich kein großer Schwimmer werden würde“, meint er im Interview. Es musste also eine neue Herausforderung her.
Das Lauftraining, das er neben dem Schwimmen absolvierte zum Anlass genommen, meldete sich der damals 16-jährige zu seinem ersten Marathon. Das jedoch ging nicht ganz ohne Schummeln. Schließlich darf man die 42,195 Kilometer in diesem Alter offiziell noch nicht absolvieren.
Ebenso ungeduldig meldete er sich für seinen ersten Ironman 1997 an. Dazu flog er eigens nach Lanzarote – dort nämlich durfte man auch mit 19 schon eine Langdistanz in Angriff nehmen. 9:48:51 Stunden benötigte er für eines der anspruchsvollsten Ironmanrennen überhaupt, siegte auf Anhieb in seiner Altersklasse, und legte damit den Grundstein für 34 weitere Ironmanrennen.

Keine Frage: Sein größter Erfolg ist der Gewinn des Ironman Weltmeistertitels in 2005. Neben Erfolgen in Arizona (2005), Malaysia (2008), Regensburg (2010), Frankfurt (2011), Klagenfurt (2012) und Lanzarote (2013) stehen unzählbare weitere Rennerfolge zu Buche.

Foto: Ingo Kutsche, frei

Faris’ Steckbrief

  • Geburtstag: 21. Januar 1978 
  • Wohnort: München
  • Größte Erfolge:
    • Ironman World Champion 2005
    • 1. Platz Ironman Arizona 2005
    • 1. Platz Ironman Malaysia 2008
    • 1. Platz Ironman Regensburg 2010
    • 1. Platz Ironman Frankfurt 2011
    • 1. Platz Ironman Klagenfurt 2012
    • 1. Platz Ironman Lanzarote 2013

„Triathlon, dass ist doch der Sport mit Schießen?“ Zugegeben, heute bekommt man diese Frage nicht mehr so oft zu hören. Vor einigen Jahren war das noch anders. Wann ist dir der Begriff „Triathlon“ das erste Mal untergekommen?

Ganz genau weiß ich das nicht mehr. Anfang der Neunzigerjahre.

Christine Waitz, freiWann und warum hast du beschlossen, das „Abenteuer Triathlon“ in Angriff zu nehmen?

Ich habe nach Schwimmen und Marathonlaufen eine neue Herausforderung gesucht. Und es war klar, dass ich kein großer Schwimmer werden würde.

Wo standest du das erste Mal hinter der Startlinie?

1996 beim Triathlon in Karlsfeld vor den Toren Münchens.

Wie lief dein persönliches Rookie-Rennen?

Schwimmen war gut trotz gewisser Orientierungsproblemen. Radfahren eine Katastrophe, gegen Ende der Radstrecke überholten mich die älteren Damen und beim Laufen war ich breit.

Jörg Schüler, freiAus einem früheren Interview erfahren wir noch mehr: Mein erster Triathlon war eigentlich ein schreckliches Erlebnis. In Karlsfeld bei München gab ich 1996 über die olympische Distanz meine erste Vorstellung. Ich schwamm ohne Neo, weil ich dachte, dass der nur was für Weicheier ist (irgendwann hat sich diese Einstellung dann doch geändert). Dem See entstieg ich trotz einem ungewollten Umweg als Dritter. Auf dem Rad wurde ich dann von den Damen über 50 überholt und beim Laufen war es ob des ungewohnten Wechsels nicht besser.

Die Motivation, ein Eisenmann zu werden, war aber stärker, und ich machte weiter. Hartnäckigkeit und Ausdauer sind eben wichtige Eigenschaften des Triathleten. 1997 war es dann soweit. Auf Lanzarote bewältigte ich im Alter von 19 Jahren meinen ersten Ironman, und kürte mich zum Eisenmann, und das auf einer der härtesten Strecken dieser Welt.

Triathlon damals und heute: Was macht für dich nach 19 Jahren immer noch die Faszination aus?

Die Kombination der drei Disziplinen zu organisieren und sich selbst in Bestform zu bringen, macht mir auch im 19ten Jahr noch Freude. Darüber hinaus ist es schwer, diesen Lebensstil aufzugeben.

Dein Tipp für jeden Rookie

Mein Tipp: Spaß haben! Es ist ein Privileg Sport treiben zu können. Genießen Sie es.

Noch mehr Erfolge findest du hier aufgelistet.

Zur Website von Faris Al-Sultan.

Fotos: Ingo Kutsche, triathlon.de, Jörg Schüler

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