Du bist hier: Triathlon Portal - triathlon.de > Training > Allgemein2 > Rookie Runde: Diana Riesler – „Meine Beine waren wie Pudding“
Training Triathlon.de

Rookie Runde: Diana Riesler – „Meine Beine waren wie Pudding“

28. Mai 2015 von Christine Waitz

Ingo Kutsche,   freiAm Wochenende konnte Diana Riesler nach dem Ironman Malaysia ihren zweiten Ironman-Sieg feiern. Beim Ironman Lanzarote legte sie eine starke Radleistung auf das Vulkan-Parkett und lief den Sieg bei härtesten Bedingungen nach Hause. Mittlerweile weiß die 30-jährige mit wackeligen Beinen nach dem Radfahren umzugehen. Das jedoch, war nicht immer so…


Triathlon Anzeigen

Das Radfahren faszinierte Diana Riesler schon immer. Mit einem alten Rennrad stand sie bei ihrem ersten Duathlon am Start und schon dann zeigte sie der Konkurrenz was in ihr steckt. Recht schnell fand sie sich dann auch im Dreisport zurecht, kämpfte sich durch die „Waschmaschine“, fuhr stark Rad und überwand die „Beine wie Pudding“. So sammelten sich neben den zwei Ironman-Titeln in 2014 und 2015 zahlreiche weitere Erfolge an. Seit 2014 lebt die gebürtige Jenaerin, zusammen mit Trainer Joseph Spindler, auf Mallorca. Wir haben uns mit ihr über ihr Rookie-Rennen unterhalten.

Dianas Steckbrief

  • Geburtstag: 2. August 1984
  • Beruf: Diplom-Forstingenieur
  • Wohnort: Felanitx, Mallorca
  • Größte Erfolge:
    • 1. Platz Ironman Lanzarote 2015
    • 1. Platz Ironman Malaysia 2014
    • ETU Europameisterin auf der Langdistanz 2013
    • 3. Platz Ironman South Africa 2012
    • 2. Platz Ironman UK 2011
    • 1. Platz Deutsche Meisterschaft Mitteldistanz Kulmbach 2010

Ingo Kutsche, frei

„Triathlon, dass ist doch der Sport mit Schießen?“ Zugegeben, heute bekommt man diese Frage nicht mehr so oft zu hören. Vor einigen Jahren war das noch anders. Wann ist dir der Begriff „Triathlon“ das erste Mal untergekommen?

Mit 14 hing ich Stunden nach der Schule oder in den Ferien vor dem Fernseher und habe die Tour de France verfolgt. Wenn ein Rennradfahrer durch unser Dorf kam, war das immer der Gesprächsstoff für zwei Tage. Mich hat es so fasziniert, dass ich mir ein altes Rennrad kaufte und in Jena in den Radverein eingetreten bin. Da hat man mir von einem Mädchen erzählt, dass nach dem Radfahren auch noch läuft und dann auch noch schwimmt. Alle haben sie für verrückt erklärt… (es handelte sich um Ulrike Schwalbe).

Wann und warum hast du beschlossen, das „Abenteuer Triathlon“ in Angriff zu nehmen? Wo standest du das erste Mal hinter der Startlinie? Wie lief dein persönliches Rookie-Rennen? 

Ingo Kutsche, freiMit 21 bin ich dann durch Zufall selbst zum Triathlon gekommen, als ein Bekannter mich fragte, ob ich nicht den Duathlon ihres Triathlon-Vereins mitmachen möchte. Radfahren konnte ich schon immer gut und mein Lauf war jetzt nicht so schlecht. Da stand ich nun mit meinem fünf Jahre alten Alu-Rennrad am Start und bin, glaube ich, die schnellste Zeit bei den Frauen gefahren. Da es nun einmal ein Triathlon-Verein ist, bei dem ich immer noch Mitglied bin (TC Merseburg), lag es irgendwie nahe, dass ich auch noch diesen Spaß in Angriff nehmen muss.

Unbedarft stand ich an der Startlinie eines Sprint-Triathlons in Halle (a.d. Saale). Beim Startschuss war ich mir nicht sicher, ob ich nicht in einer Waschmaschine gelandet bin. Irgendwie an Land gerettet, war ich heilfroh, als ich endlich in die Pedale drücken durfte. Die Freude war dann jedoch in der zweiten Wechselzone ganz schnell vorbei: meine Beine waren wie Pudding und mir kam es so vor, dass ich gerade Laufen lerne. Das hat sich die ganzen fünf Kilometer so hingezogen. Aber letztendlich bin ich glücklich ins Ziel gekommen. Von dem Moment an wollte ich im Triathlon unbedingt besser werden.

Triathlon damals und heute: Was macht für dich nach neun Jahren immer noch die Faszination aus?

Es ist ein eigener Lebensstil. Man hält sich fit. Bereist andere Länder, lernt Menschen kennen, die genau so verrückt sind, wie man selber. Auch wenn man zum Eigenbrötler wird, genieße ich jeden Tag, an dem ich meinen Traum leben darf. Es macht Spaß, meinen Körper zu immer besseren Leistungen anzuspornen.

Durch den Sport habe ich ein neues Zuhause gefunden: Mallorca. Täglich sage ich mir, dass es einfach nur fantastisch ist, so zu leben. Ich genieße meine Freiheiten und man hat einfach ein super Lebensgefühl. Es lässt mich vergessen, dass ich jeden Tag an meine Grenzen gehe und manche Tage überhaupt keine Lust habe, aber spätestens wenn ich die Einheit absolviert habe, überkommt mich eine große Zufriedenheit. Zumindest fast immer, da es Tage gibt an denen nichts geht, und mein Coach sich dann mein Jammern anhören muss.

Ingo Kutsche, freiMan muss alle drei Disziplinen beherrschen. Meine Spezialdistanz ist die Ironman-Distanz, und es hat mich von Anfang an fasziniert, und tut es noch immer, wie schnell ich diese Strecke zurücklegen kann. Man kann sich das Rennen vorher zurechtlegen, aber auf 226 Kilometern kann so viel passieren, dass es einfach nicht planbar ist.

Dein Tipp für jeden Rookie

Lass Dir den Spaß nicht nehmen! So lange Du Freude an dem hast, was Du machst, wirst Du immer besser werden. Jeder hat einmal angefangen. Meine erste Radausfahrt als Teenager habe ich in Radhose und Schlüpfer bestritten. Aus solchen Erfahrungen lernt man und diese Dinge macht man beim nächsten Mal nicht mehr falsch. Und im Triathlon kann man sehr viel lernen (lacht).

Zu Diana Rieslers Website.

Zur Artikel Übersicht der Rookie-Runde.

Fotos: Ingo Kutsche

Triathlon.de Anzeigen
 
Zum Triathlon.de Newsletter anmelden