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Rookie Runde: Christian Kramer – „Ich hatte das ‚Vergnügen‘ von Andreas Raelert und Falk Cierpinski für fünf Kilometer geschoben zu werden“

5. Juni 2015 von Christine Waitz

Ingo Kutsche, freiChristian Kramer legt regelmäßig die schnellsten Läufe auf das Wettkampfparkett. Doch bei seinem Rookie Rennen hatte er auf der Laufstrecke das Nachsehen. Es ist schließlich noch kein Meister vom Himmel gefallen. Und mit einem Bundesliga-Rennen hatte er sich auch einen wirklich harten Einstieg ausgesucht. Doch lest selbst!


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Der Merseburger erzielt seit Jahren Spitzenleistungen besonders auf der Langdistanz. Top-Laufzeiten werden mittlerweile durch spitzen Rad- und Schwimmsplits unterstützt. Beim Ironman Lanzarote vor wenigen Wochen hätte es dann erstmals fast bis nach ganz oben gereicht. Keine vier Kilometer vor dem Ziel hatte dann ausnahmsweise ein anderer einen schnelleren Lauf: Alessandro Degasperi überholte den mit Magenproblemen kämpfenden Christian Kramer. Schulterzuckend und geknickt stand der 31-jährige später im Ziel.
Aufstehen, Krone richten, weiter machen. Denn sein Ziel steht: es ist vor allem der sportliche Ehrgeiz vielleicht irgendwann in Kona ganz vorne zu landen“.

Ingo Kutsche, frei

Christian’s Steckbrief

  • Geburtstag: 12. September 1983
  • Wohnort: Merseburg
  •  Ausbildung: Student (BWL)
  • Größte Erfolge:
    • 2. Platz Ironman Lanzarote 2015
    • 4. Platz Ironman Melbourne 2015
    • 2. Platz Ironman Austria 2014 (persönliche Bestzeit 07:54:31 h)
    • 14. Platz Ironman Kona Hawaii 2013
    • 6. Platz Ironman Frankfurt 2013
    • 3. Platz Ironman Wales 2012
    • 5. Platz Challenge Roth 2011
    • 2. Platz Ironman Wisconsin 2010

„Triathlon, dass ist doch der Sport mit Schießen?“ Zugegeben, heute bekommt man diese Frage nicht mehr so oft zu hören. Vor einigen Jahren war das noch anders. Wann ist dir der Begriff „Triathlon“ das erste Mal untergekommen?

Ich bin 2002 aus Spaß an der Freude in meiner damaligen Heimatstadt Halle/Saale bei einem Volkstriathlon gestartet. So richtig mit Mountainbike, Wechselzone auf einem Hang statt einer Wiese, Turnschuhen und Baumwoll-T-Shirt. Das Ergebnis war glaube ich nicht besonders, aber Spaß hat es trotzdem gemacht. Wirklich bewusst erlebt habe ich das olympische Rennen 2000 in Sydney, als ich in der Nacht bei einem Schwimmwettkampf die Liveübertragung gesehen habe und dachte – das schaut ganz cool aus was die da machen . .

Mario Lisker, frei

Wann und warum hast du beschlossen, das „Abenteuer Triathlon“ in Angriff zu nehmen?

Den Beschluss mit Triathlon richtig zu beginnen habe ich Anfang 2005 getroffen. Ich war bis dato Rettungsschwimmer (als Wettkampfsport) und habe nach einer neuen Herausforderung gesucht. Außerdem hat meine heutige Frau damals auch Triathlon gemacht und so habe ich mich dann versucht und bin immer mehr hineingewachsen.

Wo standest du das erste Mal hinter der Startlinie?

Mein erstes Rennen war dann auch gleich die 1. Bundesliga in Gladbeck als Teamwettkampf. Eigentlich war geplant, beim Teamsprint am Nachmittag zu Schwimmen, und dann noch so lange wie es geht Rad zu fahren. Leider hatte ein Teammitglied nicht den besten Tag auf dem Rad und so hatte ich das „Vergnügen“ von Andreas Raelert und Falk Cierpinski für fünf Kilometer geschoben zu werden. . . Ich kann mich ehrlich gesagt nur noch daran erinnern, dass es unglaublich weh getan hat und die beiden sich aber immer noch unterhalten haben – es kann also nicht sehr schnell gewesen sein.

Triathlon damals und heute: Was macht für dich nach zehn Jahren immer noch die Faszination aus?

Heute ist es vor allem der sportliche Ehrgeiz vielleicht irgendwann in Kona ganz vorne zu landen. Man hat als Profi die Chance an vielen verschiedenen Orten der Welt teilweise wunderschöne Wettkämpfe zu machen und diese Erfahrung mit vielen „Verrückten“ teilen zu können. Außerdem ist der Reiz groß herauszufinden, was der eigene Körper noch zu leisten im Stande ist – vor allem wenn der Körper dem Kopf signalisiert „es geht nicht mehr“ . . .

Dein Tipp für jeden Rookie

Spaß haben an dem was man tut. Wenn es keinen Spaß mehr macht, macht es keinen Sinn.

Zur Website von Christian Kramer.

Fotos: Ingo Kutsche, Mario Lisker

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