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Rookie Runde: Anne Haug – „Ich bin noch nie zuvor im See mit so vielen Menschen geschwommen“

27. Mai 2015 von Christine Waitz

Thomas Wenning,   freiMit 18 Jahren kam Anne Haug recht spät zum Triathlon. Heute, über zwölf Jahre später, gehört die Bayreutherin zu den schnellsten Triathletinnen der Welt auf der Kurzdistanz. Und wer hätte das gedacht; auch sie fand sich zu Beginn im Wasser nicht so wohl. Wir haben uns mit ihr über ihr Rookie-Race unterhalten.


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Dass man mit „harter, kontinuierlicher Arbeit seinem Körper Leistungen abringen kann, die man nie zu hoffen gewagt hat“, das schätzt Anne Haug am Triathlon. Hart erarbeitet sind ihre Erfolge wahrlich. Während viele Kurzdistanz-Stars bereits im Jugendalter im Kadersystem Fuß fassen und mit bester Unterstützung ihren Weg zur Spitze machen, kämpfte sich Anne Haug zunächst allein nach vorne. Die harte Arbeit zahlte sich aus: 2012 durfte sie mit zu den Olympischen Spielen fahren und wurde Elfte. Eine Spitzen-Leistung, die mit anderer Renn-Konstellation durchaus noch besser hätte ausgehen können. Das möchte sie 2016 in Rio beweisen.

Während die Saison 2014 nach einem Sturz im ersten internationalen Rennen von Verletzungen geprägt war, war es zu Jahresbeginn 2015 an der Zeit, sich erneut zu verändern. Wie bereits einige Jahre zuvor, entschied sie sich für Australien als Wahlheimat und schloss sich einem Spitzen-Squad an.
Zu Saisonbeginn ging es dann zunächst nach Abu Dhabi, weitere Rennen folgten in Auckland, Gold Coast, Cape Town, Buschhütten und kurzentschlossen auch Yokohama. Der Weg zurück an die Absolute Spitze ist, wie so oft, nicht ganz so geradlinig, wie man sich das wünschen würde. Doch etwas Zeit zum „Warmwerden“ hat die 31-jährige noch…

Frank Uebelhack, einmaligAnnes Steckbrief

  • Geburtstag: 20. Januar 1983
  • Beruf: Dipl. Sportwissenschaftlerin
  • Wohnort: München / Bayreuth
  • Größte Erfolge:
    • 1. Mannschafts-WM 2013
    • 2. WM Kurzdistanz 2012
    • 3. WM Kurzdistanz 2013
    • 11. Olympische Spiele London 2012
    • 1. World Triathlon Series Hamburg 2013
    • 1. World Triathlon Series Auckland 2012, 2013

„Triathlon, dass ist doch der Sport mit Schießen?“ Zugegeben, heute bekommt man diese Frage nicht mehr so oft zu hören. Vor einigen Jahren war das noch anders. Wann ist dir der Begriff „Triathlon“ das erste Mal untergekommen?

Eigentlich erst relativ spät, so mit 18 Jahren. Bayreuth ist nicht wirklich eine Triathlon Hochburg, daher muss man sehr viel Eigeninitiative ergreifen. 

Wann und warum hast du beschlossen, das „Abenteuer Triathlon“ in Angriff zu nehmen? 

Mit 20 Jahren habe ich meinen ersten Triathlon gemacht. Ich konnte schon immer relativ gut laufen und Radfahren hat mir einfach Spaß gemacht. Nur mit dem Schwimmen hatte ich so meine Probleme. Das konnte ich gar nicht. Da ich aber umbedingt einmal einen Triathlon ausprobieren wollte, habe ich so lange im Schwimmbad geübt, bis ich 1500 Meter am Stück kraulen konnte. 

Wo standest du das erste Mal hinter der Startlinie? 

Beim Triathlon in Hofheim (bei Schweinfurt) über die olympische Distanz.

Thomas Wenning, frei

Wie lief dein persönliches Rookie-Rennen?

Gefühlt, absolut schrecklich. Beim Schwimmen dachte ich, ich muss gleich ertrinken. Ich bin noch nie zuvor im See mit so vielen Menschen geschwommen. Die Wechsel waren eine absolute Katastrophe und beim Laufen habe ich gedacht, ich muss nach 200 Metern aussteigen, da ich nur Wackelpudding in den Beinen hatte. ABER: Das Ergebnis konnte sich durchaus sehen lassen: Ich erreichte nämlich auf Anhieb den 3.Platz. 

Triathlon damals und heute: Was macht für dich nach 12 Jahren immer noch die Faszination aus?

Dass man durch harte, kontinuierliche Arbeit seinem Körper Leistungen abringen kann, die man nie zu hoffen gewagt hat. Zudem gibt es nichts befriedigenderes als nach einem Rennen, bei dem man alles gegeben hat – egal auf welchen Platz man am Ende gelandet ist, ins Ziel zu kommen zählt.

Dein Tipp für jeden Rookie

Konzentriert euch nur auf euch selbst, da ihr nur eure eigene Leistung beeinflussen könnt! Und wenn es richtig hart im Rennen wird, dann denkt daran, dass ihr es macht, weil ihr es liebt, und es Spaß macht sich zu quälen…. Dann läuft es gleich viel besser.

Anne Haugs Facebook Seite.

Zur Artikel Übersicht der Rookie-Runde.

Fotos: Thomas Wenning, Frank Übelhak

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