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Rollentrainertest: Kinetic Rock and Roll – Spaßfahrer oder Perfektionist?

25. Dezember 2013 von Mario Lisker

Mario Lisker,   freiFahrgefühl wie auf der Straße, Wiegetritt und eine bezahlbare Leistungsmessung – so die Versprechen von Kinetic für ihr Topmodel der Rock and Roll. Preislich selbstbewusst positioniert und als einziger Rollentrainer mit Wiegetritt wirbt sie um die Käufergunst. Wir testeten ein Gesamtpaket bestehend aus großem Widerstand, Leistungsmessung und beweglicher Vorderradstütze. Für Langzeitrollensitzer gut, für Perfektionisten ein paar Schwächen…


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Die Hardware – schwer aber bombensicher

Foto: Kinetic, freiMit knapp siebzehneinhalb Kilogramm allein für den Rollentrainer ist die Rock and Roll alles andere als ein Leichtgewicht! Hinzu kommen die drehbare Vorderadstütze mit knapp einem und das Pro-Flywheel mit über fünf Kilogramm. Die so gesammelten 24 Kilogramm sind genauso unhandlich wie die Konstruktion selbst: Größer in den Ausmaßen als herkömmliche Trainer. Aber: Das Ganze trägt dazu bei, dass die Standsicherheit über jeden Zweifel erhaben ist. Man braucht fast nichts selbst zusammenzuschrauben, es wird vormontiert geliefert. Und wenn die Rolle an ihrem Standort bleiben soll, ist es egal.

Der Aufbau – schnell aber mit kleinen Tücken

T-015_ProFlywheel1_libDa das System fast komplett montiert geliefert wird, lediglich die Füße werden noch eingesteckt und verschraubt, ist der Aufbau schnell erledigt. Das Messsystem „inRide“ wird in ein kleines Loch in der Rolle eingestöpselt. Von Wahoo stammt der anzuklebende Bluetoothsensor. Drei Umdrehungen am Drehgriff sichern das Fahrrad und die Rolle wird mit selben Prinzip entgegengepresst. Wichtig: Das Rad MUSS mittig sitzen! Andernfalls kann es nach etwas Trainingszeit zu Muskelschmerzen kommen. Problematisch gestaltete sich die Montage des Pro-Flywheel, da dies nicht in der Anleitung beschrieben ist. Kinetic gelobt Besserung und nimmt dies umgehend in der Anleitung auf.

inRide Leistungsmessung

inRideVerschiedene Programme im Test sollten ein möglichst breites Spektrum gewährleisten. Ein Power 2 Max Powermeter war unsere Vergleichsgröße. Die Herzfrequenz wurde mit einer Polar abgeglichen und stimmte exakt überein. Anders Trittfrequenz und Leistung. InRide zeigte im Minimum immer zehn Watt mehr an, bei niederfrequentem Krafttritt sogar über 20. Drei Umdrehungen bei der Trittfrequenz sind vernachlässigbar, wenn da nicht regelmäßig kurze Sprünge nach oben und unten wären. Bei einbeinigem Pedalieren halbierte sich die Trittfrequenz des inRide, da das erzeugte Drehmoment die einzige Messgröße ist und umgerechnet wird. Kinetic überlegt indes, einbeiniges Pedalieren messbarer zu machen. Bisher stellte, außer uns, keiner diese Anforderung.

Viel Schlupf

Bei plötzlichen Sprints reagierte die Aluminiumrolle leider mit einer Menge Schlupf – trotz Rollenreifen. Kinetic verweist hier auf die Verwendung des eigenen Sortiments. Bei uns war es der Continental „Hometrainer“. Hat man sich an das progressive Fahrverhalten einer Fluidrolle gewöhnt, kann man auch niederfrequente Krafteinheiten fahren. Das Bedarf etwas Übung, da der Widerstand nicht plötzlich abgerufen wird, sondern eine Anlaufphase, nach dem Schaltvorgang, benötigt. Beim standardmäßigem Flywheel und Kette rechts ist, bei 250 Watt (entsprechend 230 Watt laut Power 2 Max) und einer Trittfrequenz von 50-55 Umdrehungen, allerdings Schluss. Wer mehr möchte, braucht das Pro-Flywheel mit einem Zusatzgewicht von gut fünf Kilo.

Fazit

Insgesamt hinterlässt das Gesamtpaket ein paar Zweifel. Zumindest das Gesamtpaket. Denn die Rolle als Standardauslieferung, genügt völlig.
Für Sportler, die so akribisch trainieren, dass sie sich mit Wattmessung auseinandersetzen, ist es zu ungenau und bietet mit Schlupf, der Trittfrequenzhalbierung bei einbeinigem Pedalieren und das Herantasten an den richtigen Widerstand zuviel negative Aspekte.
Für wen ist die Rolle also also perfekt geeignet? Absolut positiv ist die Standsicherheit – egal bei welcher Fahrt. Die Geräuschkulisse ist, wie bei anderen Fluidtrainern auch, relativ gering. Am Besten gefiel das insgesamt bewegliche System. Das ermöglichte es, problemlos locker über zwei Stunden zu fahren. Die Kinetic Rock and Roll ist also mehr für Spaßfahrer, die gerne mal länger auf der Rolle fahren, als für  Perfektionisten des Trainings.

Übrigens: Die Assoziation zum Tanz ist gewollt – schließlich kann man auf der Rolle die wildesten Bewegungen vollziehen.

Hier geht´s zu Kinetics Webseite.

Hier zeigen wir Alternativen aus unserer Marktübersicht.

Fotos: Kinetic, triathlon.de

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