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Rennrad-Trends 2016: Die Welt ist eine Scheibe

24. August 2015 von Christine Waitz

Fotos: EurobikeWer in Friedrichshafen auf der Messe Eurobike aktuell einen Blick auf die Neuheiten der Rennradhersteller wirft, findet vor allem eines: Scheibenbremsen. Denn während der Kampf um die Leichtgewichte mittlerweile nach unten hin ausgereizt ist, konzentriert man sich auf anderes. Beispielsweise eben auf Scheibenbremsen.


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Innovativ und kreativ war der Rennradmarkt schon immer. Jedoch wurde der Neuheitenwert in diesem Marktsegment bis vor kurzem vor allem darüber definiert, ob es gelingt, das Gewicht bei gleichzeitig erhöhter Steifigkeit noch weiter zu senken. Inzwischen ist die Rennradindustrie jedoch an einem Punkt angelangt, bei dem kaum noch große Schritte auf der entsprechenden Fortschrittsskala möglich sind. Rennräder, die unter oder nur wenig mehr als sechs Kilogramm wiegen und dennoch kaum Kompromisse bei Stabilität und Funktionalität eingehen, sind im Markt keine Seltenheit.

Auf der Eurobike stellt beispielsweise der taiwanische Fahrradhersteller Merida sein neues Modell „Scultura 9000 LTD“ vor, das als Serienrad und künftiges Arbeitsgerät der Radprofis vom Team Lampre-Merida nur 4,6 Kilogramm auf die Waage bringt. Diese Entwicklung führt mitunter zu der absurden Situation, dass Radprofis mit zusätzlichen Bleigewichten an den Start von Radrennen gehen, denn der Radsport-Weltverband schreibt ein Mindestgewicht von 6,7 Kilogramm für die Rennmaschinen vor.

Komponenten im Fokus

Fotos: EurobikeDas Erreichen des Endes der Gewichtsskala eröffnet neue Spielräume für Innovationen am Rennrad. Das fing vor ein paar Jahren an mit den elektrischen Schaltungen, die ein richtiger Paukenschlag für die Rennradszene waren. 2016 ist die augenscheinlichste Änderung die Scheibenbremsen, von denen viele Marktbeobachter glauben, dass sie die bisher verwendeten Felgenbremsen schon in wenigen Jahren weitgehend verdrängen könnten. page1image18392

Ein Grund für diese Annahme ist übrigens der oben genannte Leichtbau: Seitdem vor allem Radprofis, aber auch viele Amateure mit Felgen aus Carbon zum Start rollen, geraten Felgenbremsen immer öfter an ihre Grenzen. Vor allem bei Nässe ist mit der glatten Oberfläche von Carbon-Felgen kaum ein sicheres Bremsverhalten möglich. Scheibenbremsen kennen solche Probleme hingegen nicht. Zudem sind Rennräder mit Scheibenbremsen nicht mehr wesentlich schwerer als vergleichbare Modelle mit Felgenbremsen. Die norddeutsche Rennrad-Schmiede Focus hat jüngst beispielsweise einen Eurobike Award für sein 2016er Modell „Izalco Max Disc“ erhalten, dessen Gesamtgewicht trotz Scheibenbremsen ohne übertriebene Tuning-Maßnahmen am UCI-Limit von 6,7 kg kratzt.

Neue Breite auch am Rennrad

Fotos: Eurobike, einmalig28 Millimeter ist zwar nicht die neue Standardreifenbreite für das Rennrad, denn auch im kommenden Modelljahr rollen die meisten Modelle auf (ohnehin schon breiten) 25- Millimeter-Reifen in den Handel. Allerdings bieten viele Rennradrahmen und -gabeln künftig genügend Platzreserven für Reifen bis 28 Millimeter Breite. Hintergrund ist, dass Komfort unter Rennradfahrern künftig nicht mehr als Sünde angesehen wird. Während die Unterscheide beim Rollwiderstand zwischen schmalen und breiten Rennradreifen kaum nennenswert sind, ist der Komfortgewinn beträchtlich. Zumal mit den breiteren Abmessungen auch die neuen schlauchlosen Reifen ihre Vorteile voll ausspielen können.

Schlauchlos am Rennrad? Hier gibt es einen Beitrag dazu.

Wer die Rennradwelt aus erster Hand erleben will, für den ist die Eurobike in Friedrichshafen ein Pflichttermin. Während die ersten drei Messetage (26. bis 28. August) dem Fachhandel und der Presse vorbehalten sind, ist die Messe am Publikumstag (Samstag, 29. August) auch für alle Rennrad-Fans geöffnet.

Zur Website der Eurobike.

Fotos: Eurobike

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