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Rennen am Limit: Das sagen Profis im Ziel

19. August 2015 von Christine Waitz

Christoph Keil,   einmaligAm Wochenende lockte der ICAN Nordhausen national bekannte Routiniers und Nachwuchs-Profis hinter die Startlinie. Was am Ende dabei heraus kommt, das kann man in den Ergebnislisten nachlesen. Doch welche Gedanken gehen einem Triathlon-Profi im Ziel durch den Kopf? Wir haben uns bei den Podiumskandidaten des ICAN Nordhausen einmal umgehört.


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Platz drei: Romy Stotz

Mit ihrer guten Laufleistung schob sich die Dresdnerin noch auf das Podium.

Hallo Romy! Als Profi hast du einen oft vollen Terminplan. Warum hast du dich dazu entschieden in diesem Jahr beim ICAN Nordhausen an den Start zu gehen?

Ich bin kein Profi ! Triathlon ist meine Leidenschaft. Ich arbeite ganz normal und meine Freizeit widme ich dem Training. Nordhausen ist von Dresden in rund zwei Stunden zu erreichen. Und wenn man dann noch so eine wundervolle Umgebung mit solchen schönen Bergen findet… Da musste ich einfach hin.

Christoph Keil,   einmalig Wie ist das Rennen aus deiner Sicht verlaufen? Warst du mit dem Ergebnis zufrieden?

Das Ergebnis ist super und ich bin absolut zufrieden. Als Hobbytriathletin neben zwei Profidamen zu stehen ist natürlich absolut cool. Da ich wusste, dass der Halbmarathon noch einmal gute Beine abverlangt, bin ich kontrolliert Rad gefahren. Es war eine gute Entscheidung, wie sich heraus stellten sollte. Beim Lauf konnte ich noch mal Körper und Geist aktivieren und arbeitete mich auf den dritten Rang vor. Jetzt müsste ich nur noch schneller schwimmen können (lacht).

In der geografischen Mitte Deutschlands gelegen, „das Thüringer Tor zum Harz“, familiäre Atmosphäre – was macht den ICAN Nordhausen für dich besonders attraktiv?

Der Anreiz lag für mich und meinen Trainer natürlich am Streckenprofil. Rad- und Laufstrecke sind geprägt von Anstiegen – und auch bei den Abfahrten gilt es sich zu konzentrieren.Dieser ständige Rhythmuswechsel kostet viel Kraft und diese gilt es einzuteilen. Einen besseren Vorbereitungswettkampf in Hinsicht auf Wales hätte ich mir nicht vorstellen können. Und natürlich war es eine super Atmosphäre.! Ich denke, ich bin nächstes Jahr wieder dabei.

Wie sieht dein weiterer Saisonplan aus?

Der ICAN Nordhausen ist eine Miniaturausgabe des Ironman Wales , welcher mein grosser Saisonhöhepunkt und somit auch Abschluss werden wird. Ich freue mich unglaublich auf das Rennen und wer weiß…. ich habe schon fleißig gespart (lacht). In vier Wochen ist es soweit und ich fühle mich gut vorbereitet.

Christoph Keil, einmalig

Katja Konschak nach dem Schwimmen

Platz zwei: Katja Konschak

Davon, das Heimspiel zu gewinnen träumt freilich jeder ambitionierte Sportler. Davon, seinen Titel vor heimischer Kulisse zu verteidigen noch mehr. Ganz reichte es jedoch nicht für die Nordhausenerin. Das sagte sie uns nach dem Rennen, das sie auf Platz zwei beenden konnte:

Hallo Katja! Als Profi hast du einen oft vollen Terminplan. Warum hast du dich dazu entschieden in diesem Jahr beim ICAN Nordhausen an den Start zu gehen?

Der ICAN Nordhausen findet direkt vor meiner Haustür statt. Besser kann ich es nicht haben: keine Anreise, ich kann in meinem eigenen Bett schlafen, die Wettkampfstrecken sind auch meine Trainingsstrecken, das Terrain ist anspruchsvoll, perfekte Organisation und ein begeistertes Publikum feuert die Athleten an.

Wie ist das Rennen aus deiner Sicht verlaufen? Warst du mit dem Ergebnis zufrieden?

Beim Schwimmen lief alles wie geplant. Beim Rad fahren konnte ich leider erst auf der zweiten Hälfte die Leistung erbringen, die ich geplant hatte, sodass ich mit über fünf Minuten Rückstand auf Platz Eins auf die Laufstrecke ging. Dort konnte ich diesmal nicht wie gewohnt den Turbo zünden, sodass es am Ende der zweite Platz war. Ich hätte gerne meinen Titel aus dem Vorjahr verteidigt, aber meine Vorbereitung war nicht optimal und Suse Werner war für mich an diesem Tag nicht zu schlagen.

In der geografischen Mitte Deutschlands gelegen, „das Thüringer Tor zum Harz“, familiäre Atmosphäre – was macht den ICAN Nordhausen für dich besonders attraktiv?

Ich kann mich hier meinen Fans zu Hause präsentieren. Es ist das perfekte Event für die ganze Familie. Am Samstag war ich selbst noch in der Firmenstaffel als Schwimmerin aktiv, meine Tochter konnte beim Kindertriathlon starten und mein Sohn beim Bambinilauf selbst „Wettkampf machen“. Beim Wettkampf am Sonntag gibt es traumhaft klares Wasser zum Schwimmen, eine Radstrecke, die flache Passagen, Anstiege und rasant schnelle Abfahrten bietet, und eine Laufstrecke, die einem die letzten Reserven herauskitzelt. Jedes Jahr verfluche ich diese Strecke, aber das Publikum entschädigt mit seiner Begeisterung  beim Zieldurchlauf für die Strapazen.

Wie sieht dein weiterer Saisonplan aus?

Ich werde noch beim Ironman Wales starten.

Christoph Keil, einmalig

Suse Werner läuft als Siegerin durch das Ziel.

Platz Eins: Suse Werner

Einen kleinen Überraschungssieg legte Nachwuchssportlerin Suse Werner hin. Sie konnte Routinier Katja Konschak in Schach halten und holte sich den Sieg.

Hallo Suse! Als Profi hast du einen oft vollen Terminplan. Warum hast du dich dazu entschieden in diesem Jahr beim ICAN Nordhausen an den Start zu gehen?

Ein richtiger Profi bin ich ja noch nicht aber mein Terminkalender ist mit Studium , Nebenjobs und Training auch so ganz gut gefüllt. Für den ICAN in Nordhausen habe ich mich zum einen entschlossen , da der Harz nicht allzu weit von meiner Haustür entfernt ist, und weil er vom Datum her genau zwischen meinen beiden Hauptwettkämpfen im Juli und September lag. Damit konnte ich ihn gleich als effektives Training nutzen. Außerdem lockten die Veranstalter nebenbei noch mit attraktivem Preisgeld (lacht).

Wie ist das Rennen aus deiner Sicht verlaufen? Warst du mit dem Ergebnis zufrieden?

Ich war von dem Rennverlauf, sowie dem endgültigen Ergebnis sehr überrascht und hätte nicht gedacht, dass ich als Gesamt-Zweite aus dem Wasser komme und dann die Führung noch in meiner eigentlichen schwächsten Disziplin, dem Radfahren, ausbauen kann. Da ich in Potsdam ja nur im Flachland trainiere, hätte ich nicht damit gerechnet, dass mir die hügelige Radstrecke so gut liegt. Beim Laufen haben mir die Berge jedoch dann ganz schön zu schaffen gemacht und auf der letzten Runde verlor ich dann leider noch fast drei Minuten von meinem fünfminütigem Vorsprung. Ich war jedoch im Ziel sehr glücklich über meinen Sieg, (wobei ich mir eigentlich nur das Podest vorgenommen habe).

In der geografischen Mitte Deutschlands gelegen, „das Thüringer Tor zum Harz“, familiäre Atmosphäre – was macht den ICAN Nordhausen für dich besonders attraktiv?

Der Wettkampf und vor allem die Strecke waren eine echte Herausforderung für mich. Die Laufrunden waren wie gesagt sehr anspruchsvoll, aber die Kulisse vor dem Theater mit den vielen Zuschauern sehr attraktiv. Auch das Schwimmen im glasklaren Sundhausener See war ein tolles Erlebnis. Insgesamt eine sehr schöne Veranstaltung, die ich hoffentlich nächstes Jahr wieder besuchen werde. Organisationstechnisch kann die Veranstaltung mindestens mit den großen Events mithalten.

Wie sieht dein weiterer Saisonplan aus?

Im September starte ich noch beim 70.3 auf Rügen und werde mich dort erstmalig mit den Profis messen. Danach gehe ich für drei Wochen in die Saisonpause.

Auf der nächsten Seite: Die Stimmen der Podiumsfinisher.

Fotos: Christoph Keil


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