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Rekordlauf über die Alpen: Steven Rau glücklich im Ziel

30. August 2014 von Christine Waitz

Uta Rau,   einmaligEs ist geschafft. Steven Rau bewältigt eine Strecke von 285 Kilometern quer durch die Alpen von Ruhpolding nach Sexten. Hinzu kommen 13.800 Höhenmeter, keine größere Ausrüstung, keine Verpflegung, und keine Unterkünfte. Seine eigenen Grenzen zu kennen, die eigene Wohlfühlzone zu verlassen, das Leben von und mit der Natur und das mentale Lernen und Verstehen sind die Beweggründe für Steven Rau, eine solche Tour zu unternehmen. Und was für eine Tour das war.


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Bereits bei der Ankunft hat es vier Tage ununterbrochen geregnet und das sollte sich auch nicht ändern. Aufgeweichtes Gelände, gesperrte Pässe und kleine Pfützen werden zu unüberwindbaren Hindernissen. Bereits am ersten Tag ist Steven Rau immer wieder gezwungen diese Umstände zu umgehen, schwere Passagen zu überwinden und sich teils querfeldein einen Weg zu suchen. Das schwere Vorankommen verschiebt geplante Ankunftszeiten zum Teil um bis zu sieben Stunden. Teils versinkt ein ganzer Fuß in den Schlammkuhlen, welche der Regen in den Boden gegraben hat. Bereits in den frühen Abendstunden macht der Nebel zudem immer wieder die Sichtverhältnisse schwierig.

Uta Rau, einmalig

Anspruchsvolle Route

Auf der Tour ging es über Passagen wie die Königsetappe vom GoreTex –Tarnsalpin Run. Auf der Strecke von Kitzbühl nach Neukirchen geht es nur bergauf – bergauf – bergauf. Bereits als einzelne Etappe stellt dies eine unglaubliche Belastung dar. Nach einer wahren Schlammschlacht beendet er diesen Abschnitt nach einem morgendlichen Start um 06.00 erst in der Nacht um 01:00 Uhr. Die Nächte sollen Möglichkeit geben sich zu erholen. Doch auch hier zeigt sich die Natur eher ungnädig und gibt mit 7 Gard nicht wirklichen Anlass zum morgendlichen Verweilen am Schlafplatz. Das zerrt weiter an Körper und Nerven.

Ziel erreicht

Uta Rau, einmaligDer mentale Faktor ist bei dieser gesamten Unternehmung besonders gefragt. Jeder noch so kleine Anstieg, der Regen, die Kälte und gesperrte Strecken zerren immer wieder an den letzten nervlichen Reserven. Stück für Stück muss sich teils jeder Meter erarbeitet werden und so stehen am letzten Tag noch genau 55 Kilometer auf dem Programm. Als hätte der Wettergott seine Wünsche beginnt der letzte Tag mit Sonne. Mit dem Ziel vor den Augen und der Aussicht endlich wieder etwas Schönes zu essen, im Bett schlafen zu können und Familie und Freunde wieder zu sehen, läuft sich solch eine Strecke nicht ganz von selbst aber macht vieles einfacher.

Mit 4 Tagen, 8 Stunden und 28 Minuten beendet Steven Rau ein bis dahin einzigartiges Projekt im Zielort Sexten.

Steven Rau nach dem Projekt

triathlon.de: Hallo Steven, wie geht es dir nach deinem Mammutprojekt?

Aktuell fühle ich mich körperlich und mental in einer guten Verfassung. Lediglich meine Füße wollen nach solchen Läufen immer noch besondere Pflege und Schonung. Ich habe erst einige Tage später begreifen, was die letzten Tage alles passiert ist und geschafft wurde. Während des Laufes selber bin ich teils so konzentriert und beschäftigt, dass ich gar nichts um mich herum wahrnehme. Im Rückblick auf diesen Lauf lag der entscheidende Punkt wohl im zweiten Tag. Ich war an diesem Tag bis 01.00 Uhr nachts auf dem Berg und die Wege waren mehr als schlecht. Doch wie es so oft ist, nach Regen kommt Sonne. Auch im letzten Jahr habe ich nach meinem Deutschlandlauf gesagt, ich könne erst mal keine Laufschuhe und Berge mehr sehen aber natürlich spuken schon wieder neue Ideen und Projekte in meinem Kopf umher. Aber erst einmal schauen was sich ergibt, wie ich sportlich vorankomme und was sonst für Projekte anstehen.

Zum Interview mit Steven Rau.

Zur Facebook-Seite von Steven Rau.

Fotos: Uta Rau

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