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Rekordlauf über die Alpen: Die Königsetappe

18. August 2014 von Christine Waitz

Uta Rau,   einmaligSteven Rau absolviert eine Strecke von 260 Kilometern quer durch die Alpen. Als wäre das nicht genug, gibt es keine Ausrüstung, keine Verpflegung, und keine Unterkünfte. Über 15.000 Höhenmeter müssen bewältigt werden. Wie er sich unterwegs schlägt und wie die Königsetappe verlief, erfahrt ihr hier.


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Tag 2 – 15.08.14 – Die Königsetappe

Es ist 05.00 Uhr morgens und nach einer nächtlichen Temperatur von nur 7 Grad, hielt Steven nichts mehr in seinem Schlaflager. Ein leichter Nebel liegt über den Bergen und die Sonne ist auch noch müde. Steven hat jetzt noch ausreichend Zeit, die Beine zu massieren und einzureiben. Das ist nach den stolzen 65 Kilometern vom Vortag auch erforderlich und notwendig um weiter gut voran zukommen.

Um 06.00 Uhr kann er dann für Tourverhältnisse entspannt starten. Gegen 10.00 Uhr ist Steven fix und fertig. Er hat für elf Kilometer fast vier Stunden benötigt. Die Etappe von Kitzbühel nach Neukirchen am Großvenediger zählt zu den Königsetappen des Gore Tex – Transalpin Run. Es sind über 2000 Höhenmeter zu bewältigen. Es geht einfach immer nur bergauf – bergauf – bergauf…

Uta Rau, einmalig

Ein Teilziel des Tages ist erreicht und Steven wird versuchen etwas Schlaf nachzuholen und dann weiter auf den Hahnenkamm nach Neukirchen laufen. Der anhaltende Regen macht das Gelände und Laufen zu einer Schlammschlacht. Jeder Schritt sind gefühlte zwei Schritte oder man landet sogar in einem Wasserloch. Seine Schuhe und Socken sind vollkommen nass und verdreckt. Der Schlamm an den Schuhen ist weiterer Ballast. Gegen 01.00 Uhr nach 64,3 Kilometern kommt er total erschöpft in Neukirchen an. Zum Glück findet er sehr schnell eine passende Schlafmöglichkeit. Die Nacht ist wieder relativ kalt, sieben Grad. Steven versucht etwas Schlafverlust auszugleichen und dann am Morgen wieder fit auf seine nächste Etappe zu gehen.

Tag 3 u. 4  – 16./17.08. – Auf Regen folgt endlich Sonne

In den morgendlichen Stunden denkt Steven oft noch an die gestrige Etappe. Es war schon ein hartes Stück Arbeit. Die Etappe hat ihrem Namen – Königsetappe – alle Ehre gemacht. Als Berliner sind Berge ein ganz anderes  und schwereres Gelände als der „Großstadtdschungel“ in der Heimat. Es treten Probleme auf, die man nicht unbedingt erwartet. Dabei ist das Wetter ein Faktor das man immer als nicht kalkulierbar einplanen muss.

Uta Rau, einmaligEs gibt aber auch Baumfällarbeiten, welche Steven mehrfach daran hinderten den geplanten Weg einzuhalten. Gestern musste er zehn Mal seine Ankunftszeit korrigieren und diese verschob sich dementsprechend von 16.00 Uhr auf 01.00 Uhr. Für fünf Kilometer Luftlinie benötigte er dann fünf Stunden. Teilweise gehen die Anstiege so an die Substanz, dass er immer nur Meter, Meter, Pause ………  machen kann.

Leider ist auch am gesamten Tag drei der Regen ein großes Problem.  Die Socken und Schuhe sind feucht, der Boden ist schlammig und die Steine sind nass und rutschig. Die Strecke ist mit großer Vorsicht zu genießen und kostet dadurch sehr viel Zeit und Nerven.

„Nur“ noch 100 Kilometer

Als hätte der Wettergott unsere Wünsche gehört, beginnt der Tag 4 endlich mit Sonne und Steven hat „nur noch“ ca. 100 Kilometer vor sich. Das Bergfest ist vorbei und das Ziel ist vor den Augen. Steven ist sich sicherer denn je, er wird das Ziel erreichen.

Die wunderschöne Landschaft und das langersehnte tolle Wetter, lässt ihn so manchen Schmerz vergessen.

Zum Interview mit Steven Rau.

Zur Facebook-Seite von Steven Rau.

Fotos: Uta Rau

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