Du bist hier: Triathlon Portal - triathlon.de > Material > Radfahren1 > Radpflege im Winter: Kampf dem Dreck, Salz und Rost

Radpflege im Winter: Kampf dem Dreck, Salz und Rost

27. Oktober 2015 von Christine Waitz

Foto: Christine Waitz, freiMorgens ist es nun schon ungemütlich vor der Haustüre, die Blätter wehen über die Straße und man riecht förmlich: der erste Frost ist nicht mehr weit. Es wird also Zeit, das Sommerrad in den Winterschlaf zu schicken und das Winterrad für Schnee, Matsch und vor allem Salz zu präparieren. Wir sagen euch wie’s geht.


Triathlon Anzeigen

Zugegeben, allzu verlockend scheint es, im Winter-Blues, müde vom letzten Rennen, das Rad einfach in den Keller zu stellen, um es mit den ersten Sonnenstrahlen im Frühjahr wieder hervor zu holen. Doch wie so oft, ist nicht der einfache Weg der Richtige. Denn wer lange Freude an seinem Boliden haben möchte, der sollte ihn unbedingt richtig präpariert in den Winterschlaf schicken.

Kampfansage dem Schmutz

Zunächst sollte dem Rad noch eine ausgiebige Wäsche zugute kommen. Wozu, wenn es doch im Winter sowieso verstaubt?, fragt ihr euch. Weniger der Dreck der Straße, als viel mehr euere Schweißreste, sowie die Reste euerer Sportgetränke, die am Rad kleben sind das Problem. Schweiß ist nämlich aufgrund seines Salzgehaltes äußerst aggressiv und greift mit der Zeit euer Material an. Ebenso verhält es sich mit den salzhaltigen Elektrolytgetränken.

Foto: Christine Waitz, freiDeshalb: Ein Eimer warmes Wasser mit neutralseife versehen, Lappen und Bürste – und auf geht es zur Reinigung. Auch spezielle Fahrrad-Reiniger eignen sich, um den Boliden blitzblank zu bekommen. Spülmittel und andere agressive Reiniger hingegen sollten im Schrank bleiben. Diese entfetten nämlich auch die Teile und Stellen, an denen das Fett bleiben sollte, um Verschleiß und Korrosion zu vermeiden.

Altersschwach?

Bevor man zur zweiten Phase der kellereigenen Waschstraße kommt, bietet es sich an, Verschleißteile gleich einmal zu überprüfen. Denn besonders im Winter hat der Radhändler eueres Vertrauens etwas mehr Zeit, diese zu erneuern, als dann, wenn alle kommen. Nämlich wenn die ersten Sonnenstrahlen im Frühjahr ins Freie locken.
Einen genaueren Blick sollte man deshalb auf Züge und deren Funktionstüchtigkeit, Kette und Ritzelpaket, sowie Mäntel werfen. Wer die altersschwachen Teile gleich jetzt wechselt, kann im Frühling spontan und pannenfrei die erste Radausfahrt genießen.

Zeit für Gummihandschuhe

Triathlon Werkstatt - richtig putzen  (6)Müssen Kette und Ritzelpaket nicht gewechselt werden, sollten auch sie von Schmutz und Schmiere befreit werden. Etwas Sprühöl auf einen fusselfreien Lappen geschmiert, lässt man zunächst die Kette durch den lappen laufen, bis der Schmutz verschwunden ist.
Die Kettenblätter lassen sich mit dem besprühten Lappen ebenfalls gut reinigen, wohingegen das Ritzelpaket etwas mehr Zeit in Anspruch nimmt. Hier wird der eigesprühte Lappen, oder auch die „Zahnseide für Fahrräder“, durch die Zwischenräume gezogen. Zuletzt noch vorsichtig die Umlenkrädchen am Schaltwerk von Schmiere befreien und schon ist der größte Dreck beseitigt.
Wer übrigens noch Kleberreste von Starnummern an seinem Rahmen hat, kann diese ebenfalls mit einem sauberen, mit Sprühöl befeuchteten Lappen, entfernen.

Das abschließende Pflegeprogramm

Zum Abschluss wird mit einem weichen Lappen alle Feuchtigkeit von Rahmen und Teilen gewischt. Nun wird noch etwas Fahrradöl auf die beweglichen Teile des Schaltwerks, Kette, sowie Bremshebel gegeben und die Überreste des Öls mit einem Lappen abgewischt.
Mit etwas Sprühwachs oder Silikonspray den Rahmen aufpolieren, und das Rad darf sich in die wohl verdiente Winterpause verabschieden.
Am besten sollte der Bolide dann an einem trockenen, dunklen Ort aufgehängt werden. Das schont das Material und spart Platz. Die Reifen dürfen auch im Winter etwas Luft behalten, um nicht porös zu werden.

Bis zum nächsten Jahr!

Sommer adé, hallo Winter!

Jana Wersch, freiDas eine Rad eingemottet, tritt das Winterrad nun den Dienst an. Dabei ist es egal, ob der alte Renner, ein Crossrad, Mountainbike oder anderes Rad zum Einsatz kommt. Im Winter ist die Pflege noch wichtiger als im Sommer. Schnee, Matsch und vor allem Streusalz sind wahre Material-Killer. Deshalb gilt: Pflegen, pflegen, pflegen.

Dabei lockt nach der Schlammschlacht oft der Hochdruckreiniger. Diese schnelle Variante der Reinigung allerdings, sollte man sich nicht allzu oft gönnen. Denn besonders Lager leiden unter dieser Art von Waschgang, entfetten und müssen so bald ausgetauscht werden. Besser: ein Wasserschlauch oder ein simpler Eimer Wasser. Dreck und Salzreste können damit schonend abgewaschen werden. Dann das Rad noch trocknen und bewegliche Teile einfetten. Wer Rost vorbeugen möchte, bringt zusätzlich regelmäßig Sprühwachs zum Einsatz. Diese Pflege regelmäßig durchgeführt kostet zwar ein wenig Zeit, spart aber auf die Dauer viel Geld, denn der Verschleiß wird deutlich reduziert.

Bestens gerüstet

Bevor der Winter nun endgültig da ist, gilt es also die Putzkolonne gut aufzustellen. Das solltet ihr zu Hause haben:

1. Schmiermittel

Finishline SchmiermittelDas Schmiermittel löst und entfernt zunächst Verschmutzungen und sorgt gleichzeitig für einen reibungsarmen Schmierfilm. Das verhindert vorzeitigen Verschleiß, reduziert Reibung und Antriebsgeräusche und bietet gleichzeitig Korrosionsschutz. Am besten auf einen Lappen sprühen und die Kette damit abreiben.

Preis: 12,95 Euro

Dieses Produkt gibt’s auch im triathlon.de Shop.

2. Kettenöl

Finishline Kettenöl

Im Handel finden sich Schmiermittel für unterschiedliche Einsatzzwecke. Ein Kettenöl für besonders nasse Bedingungen hat einen besonders starken Schmierfilm – ideal für den Winter und für lange Fahrten mit höchster Beanspruchung. Selbst Wasser und extreme Temperaturen bis zu -30°C beeinträchtigen seine Funktion nicht.

Preis: 9,95 Euro

Dieses Produkt gibt’s auch im triathlon.de Shop.

3. Entfetter

Entfetter

Scheibenbremsen sind eine tolle Erfindung – so lange sie ihren Dienst reibungslos verrichten. Ist man jedoch beim Reinigen einmal unaufmerksam und bekommt Öl oder andere fettige Substanzen auf die Scheiben, dann gilt es schnell zu handeln. Andernfalls… Quiiiiietsch!…. Genau dafür ist ein Entfetter bestens geeignet. Ausschließlich dafür! An beweglichen Teilen, wie der Kette, hat er nichts zu suchen!

Preis: 12,95 Euro

Dieses Produkt gibt’s auch im triathlon.de Shop.

4. Zahnseide für’s Fahrrad

Gear FlossJa, auch euer Rad kann gelegentlich Zahnseide gebrauchen. Was mit einem alten Lappen meist etwas umständlich funktioniert, klappt mit der Gear Floss recht einfach. Die Reinigung von Kassetten, Kettenblättern, Schaltröllchen, Tretlagern, Kurbeln und so weiter. Die Fasern ziehen Abrieb, Schmutz und Fett an und halten diese im Inneren.

Preis: 7,95 Euro

Dieses Produkt gibt’s auch im triathlon.de Shop.

Übrigens: Wer’s Rad pflegen lieber den Profis überlässt, geht einfach in einen der triathlon.de Shops in München, Berlin, Nürnberg, Essen oder Rheine.

Fotos: triahtlon.de, Jana Wersch, FinishLine

Triathlon.de Anzeigen
 
Zum Triathlon.de Newsletter anmelden