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Die AK würde ich gerne gewinnen

Qualifikant: Wolfgang Teuchner –
Die AK würde ich gerne gewinnen

24. September 2008 von Christian Friedrich

Bei den Triathlonwettkämpfen an denen Wolfgang Teuchner teilnimmt, ist er nicht nur weit vorne platziert, sondern hat meistens auch die beste Radzeit im Feld. Für Hawaii 2008 hat er sich viel vorgenommen. Wie es um seine derzeitige Form bestellt ist und was er so trainiert, hat er uns in einem Interview verraten.


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Tri4u: Vielleicht stellst Du Dich kurz einmal vor?
Wolfgang: Ich bin noch 23 Jahre alt, studiere Deutsch und Erdkunde für´s Lehramt Gymnasium und komme aus Windach. Das ist in der Nähe vom Ammersee.

Tri4u: Wo hast Du Dich qualifiziert und mit welcher Zeit in welcher AK?
Wolfgang: In Frankfurt in der M18 mit 8.46 Stunden.

Der Sieg in meiner AK war klar ein Ziel.

Tri4u: Letztes Jahr hattest Du beim IM70.3 in Wiesbaden noch den Startplatz für Hawaii bekommen, dieses Jahr hast Du ganz klar Deine AK in Frankfurt gewonnen. Bist Du mit dem Ziel in den Ironman Frankfurt gegangen Dich nicht nur zu qualifizieren, sondern bester Deiner AK zu werden?
Wolfgang: Nachdem das Frühjahr mit einem Ermüdungsbruch genauso schlecht angefangen hat, wie das letzte mit Hawaii aufgehört hat, waren die Erwartungen an die Saison etwas gedämpft und vor allem die Laufform ungewiss. Im Vorfeld vom Ironman Frankfurt habe ich mir dann nach ein paar guten Vorbereitungswettkämpfen aber schon gedacht, dass es gut laufen sollte, wenn der Marathon einigermaßen hinhaut. Das Radfahren ist bei mir ja relativ konstant gut. Der Sieg in meiner AK war klar ein Ziel. In der Raddisziplin wollte ich natürlich auch schnell sein. Ich wusste vor dem Wettkampf auch nicht, dass es zwei Hawaiiqualiplätze in meiner AK gibt, daher war der erste Platz schon anvisiert.

Tri4u: Wie war für Dich der Moment als Du wusstest…Platz 1 in meiner AK…ich bin Europameister?
Wolfgang: War gut! War bisher mein bester Ironman mit einem für meine Laufvorbereitung super Marathon. Am Römer einzulaufen ist ohnehin das beste Finish eines Ironman, da kann nicht mal Hawaii mithalten, was die Begeisterung und Zuschauermassen angeht.

Bild v.l.n.r: Wolfgang Teuchner, Faris Al-Sultan und Christian Brader

Tri4u: Ist ja nicht Dein erstes Mal Hawaii? Trotzdem aufgeregt?
Wolfgang: Die Aufregung ist da, vor allem wenn man sich vor Augen führt, welcher Aufwand dahintersteckt. Dann möchte man natürlich auch das Maximum herausholen. Aber vor Hawaii im speziellen bin ich nicht mehr aufgeregt, als vor anderen Ironmanwettkämpfen. Die hawaiianische Hitze kann uns nach vier Wochen im „Backofen“ von Palm Springs (Wolfgang ist derzeit im Trainingslager) nicht mehr schrecken. Die Konkurrenz ist aber natürlich deutlich größer auf Hawaii als bei allen anderen Ironman-Events. Und: Es steckt auch noch ein klein wenig mehr produzierter Hype dahinter als vor anderen Wettkämpfen….

Tri4u: Deine Paradedisziplin ist das Radfahren. Was hast Du unternommen um Dich in den beiden anderen Disziplinen weiter zu steigern? Hast Du einfach nur „mehr“ trainiert?
Wolfgang: Im Laufen habe ich sowohl Umfang als auch Intensität erhöht. Vor allem hier (im Trainingslager) fällt einem das bei drei Top-Läufern nicht schwer. Beim Schwimmen habe ich im Winter viele Kilometer gemacht, die sich jetzt so langsam auszahlen. Momentan schwimme ich nur so 3- bis 4-mal pro Woche, dafür aber meist ein recht zügiges Programm von unserem „Schwimmtrainer“ Faris (Al-Sultan). Vor allem beim Laufen aber, ist der Grad zwischen Umfangssteigerung und Verletzung ein recht schmaler, zumal wenn man wie ich 80 Kilogramm wiegt.

Eine Standard-Woche hier im Trainingslager beläuft sich so auf 30 Stunden.

Tri4u: Ich denke mal als Europameister bereitest Du optimal vor für den Showdown auf der Insel? Wie hat es mit dem Training bis jetzt hingehauen?
Wolfgang: Das Training hier in Palm Springs läuft gut, es ist zwar bisweilen mit deutlich über 40 Grad extrem heiß, aber für Hawaii sind wir dann wenigstens optimal an die Hitze gewöhnt.
Eine Standard-Woche hier im Trainingslager beläuft sich so auf 30 Stunden. Wir schwimmen etwa 15 Kilometer, fahren etwa 600 bis 650 Kilometer mit dem Rad und laufen um die 50 bis 60 Kilometer. Alle sind gesund und munter, bisher hätte es fast nicht besser laufen können.

Jetzt trainieren wir noch bis Samstag hart, das waren dann insgesamt gut drei Wochen und läuten dann das zweiwöchige Tapering ein.

Tri4u: Welches Material nutzt Du in Hawaii? Speedsuit, Rad, Laufschuhe…..investierst Du noch?
Wolfgang: Also die Materialschlacht ist schon mal gewonnen: Scott Plasma II Zeitfahrrad mit Xentis TT Laufrädern und den Scott Makani Laufschuhen. Als Speedsuit nutze ich den xterra velocity und tragen werd ich die Scott Triathlonbekleidung. Nach Frankfurt bin ich zu Scott gewechselt und konnte das Plasma II schon in der Vorserie ausgiebig testen. Bisher bin ich noch kein schnelleres Zeitfahrrad gefahren.

Tri4u: Ist es nur der Wettkampf auf Hawaii oder willst Du Dir noch das ein oder andere anschauen? Wie lange wirst Du bleiben?
Wolfgang: Wir werden am 4. Oktober von Palm Springs aus nach Hawaii fliegen und am Dienstag nach dem Rennen nach Deutschland zurück fliegen. Das touristische wird wohl eher etwas kurz gehalten. Einmal werden wir die Captain Cook Bucht durchschwimmen, den schwarzen Strand hinter Hawi werd ich mir nach dem Wettkampf mal wieder anschauen. Achso: Nach Hawaii werd ich mich dem Studium auch mal wieder etwas mehr widmen müssen, daher gehts bald zurück.

Die AK würde ich natürlich auch gern gewinnen.

Tri4u: Fährst Du alleine hin? Wer kommt noch mit?
Wolfgang: Wie letztes Jahr werde ich mit Faris in Waikoloa wohnen. Außerdem ist dieses Jahr Christian Brader noch mit bei uns dabei. Werner Leitner wird in Kona direkt wohnen.

Tri4u: Hast Du eine Zielzeit beziehungsweise eine Plazierung, die Du gerne erreichen würdest?
Wolfgang: Zielzeiten sind auf Hawaii wegen dem Wind schwer zu prognostizieren, aber ich würde gerne unter 57 Minuten Schwimmen, nicht mehr als fünf Minuten auf die beste Radzeit kassieren und 3:15 Stunden laufen.
Von den Platzierungen her wäre Top40 insgesamt gut, Top5 von der Radzeit her auch. Die AK würde ich natürlich auch gern gewinnen.

Tri4u: Danke für das Interview und alles gute beim Ironman Hawaii.

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