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Als erster Amateur einlaufen

Quali-Aspirant: Andrej Heilig –
Als erster Amateur einlaufen

6. Juli 2009 von Christian Friedrich

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Warum hast Du letztes Jahr Deinen sicheren Qualiplatz nicht angenommen?

Ich hoffe du hast viel Zeit mitgebracht, denn die Antwort auf diese Frage ist ziemlich komplex. Als Erstes möchte ich ganz klar sagen dass die Teilnahme am Ironman Hawaii für jeden Triathleten, der sich dazu irgendwie in der Lage sieht und der diesen Wunsch hegt, meiner Meinung nach ein Ziel ist für das sich jede Anstrengung lohnt – Scheidung, Jobverlust oder ähnliches mal ausgenommen.

Das liegt aber nicht an der einzigartigen Schönheit oder der besonderen Schwierigkeit dieses Wettkampfes, sondern an der Herausforderung, die allein die Qualifikation darstellt, und natürlich an der einzigartigen Geschichte deren Teil man wird. Es gibt aus meiner, mit neun Jahren eigentlich noch recht kurzen Erfahrung, viele Wettkämpfe mit besserer Stimmung, schönerer Strecke oder größeren Herausforderungen.

Früher war das große Ziel ja den Ironman auf Hawaii zu „finishen“, das heisst das Finish war die Krönung einer Triathlon-Karriere. Mittlerweile ist die Quali-Konkurrenz in den Altersklassen aber so groß, dass allein das Erreichen der Quali und nicht mehr die Teilnahme oder das Finishen die einzigartige Leistung darstellt. Wer die Quali schafft, der wird auf Hawaii auch vernünftig finishen, es sei denn er entschließt sich alles zu vergessen was er auf dem Weg dorthin gelernt hat.

Aber wenn man die Quali einmal geschafft hat, dann muss man natürlich auch hinfliegen, wer weiß schon ob man noch mal die Chance dazu hat. Und genau das habe ich 2007, nach meiner ersten Quali auf Lanzarote, auch gemacht. War natürlich ein (fast im wahrsten Sinne des Wortes ) unbezahlbares Erlebnis, aber es war auch verdammt hart. Das Training bis in den Oktober durchzuhalten, der endlose Flug, die Zeitverschiebung, das Klima … ich kam an und war erstmal fünf Tage völlig kaputt, am sechsten war es dann Okay und am siebten war der Wettkampf …

Im November / Dezember 2007 hatte ich dann eine echte Sinnkrise, weil mir der ganze Stress einfach den Stecker gezogen hat. Ich wusste nicht mehr ob ich mir die ganze Sache noch weiter antun sollte. Na ja, soweit ist es dann ja nicht gekommen, aber nur um dabei zu sein wollte ich 2008 nicht nach Hawaii fliegen. Dieses Jahr ist es ähnlich, und ich weiß noch nicht ob ich im Falle einer Quali, die mittlerweile wie gesagt das größere sportliche Ziel ist, wirklich nach Hawaii gehe. Das hängt davon ab wer beziehungsweise wie viele meiner Freunde sich ebenfalls qualifizieren, ob ich am 13. Juli denke auf Hawaii in den Top 50 finishen zu können und ob ich finanzielle Unterstützung durch Sponsoren finde.


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