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Professionelle Sitzpositionsanalyse: Das steckt dahinter

21. April 2014 von Christine Waitz

Sven Hindl,   freiImmer mehr Sportler lassen ihren Zeitfahrboliden millimetergenau an sich anpassen. Statt Rad von der Stange wird geschoben, gebastelt und geschraubt, bis das Rad den individuellen, körperlichen Voraussetzungen nach perfekt optimiert ist. Wir haben Spezialist Jürgen Trapp über die Schulter geschaut, während er der ehemaligen Profifußballerin Petra Wimbersky zur perfekten Radposition verhalf.


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Ein neues Rad bringt zunächst nicht immer nur Freude. Sitzprobleme, Rücken-, Knie, Muskelschmerzen, an lange Ausfahrten ist zunächst nicht zu denken. Während man sich noch vor wenigen Jahren in langer Detail- und Bastelarbeit durch permanentes Verstellen selbst an eine angenehme Sitzposition herangetastet hat, kann man mittlerweile in fast jeder Stadt innerhalb von wenigen Stunden perfekt auf dem Rad sitzen. Danach heißt es: Aufsitzen und wohlfühlen.

Individualität wird groß geschrieben

Sven Hindl, freiEine professionelle Sitzpositionsanalyse und -optimierung beginnt mit einer ausgiebigen Analyse des Trainingsverhaltens, der individuell bestehenden körperlichen Voraussetzungen und eventuellen Problemen, des Tretverhaltens und der aktuellen Sitzposition. Hat der Sattel die richtige Breite für den vorliegenden Beckenstand? Passen Faktoren wie Vorbau, Überhöhung, Sattelposition- und Höhe? Welche Ambitionen und Ziele hat der Sportler?
Mit jahrelanger Erfahrung, Fingerspitzengefühl und kinesiologischen Tests wird so bestimmt, wann die optimale Position erreicht ist. Dann bringt der Sportler maximalen Druck auf das Pedal und kann ohne Beschwerden auch die längsten Touren absolvieren.

Jahrelange Erfahrung führt zum Erfolg

Jürgen Trapp von Sporteffekt bringt im triathlon.de Shop Nürnberg Sportler in die windschnittige Position. Er kann aus jahrelanger Erfahrung im Rad- und Triathlonsport zehren. Seit 1981 ist Jürgen Trapp bereits als Trainer tätig und betreut unter anderem Stars wie Kristin Möller.

Sven Hindl, frei

Wir durften ihm bei der Vermessung von Petra Wimbersky über die Schulter schauen. Als Fußballerin hat Petra Wimbersky jeden Titel geholt, den es im Vereins- und Nationaltrikot zu holen gibt. Nach ihrer aktiven Kickerkarriere hat die Ex-Nationalspielerin nun den Triathlon für sich entdeckt. Im Sommer will sie über die Mitteldistanz beim Chiemsee Triathlon und ein paar Wochen später über die Kurzdistanz beim Schliersee Alpen Triathlon an den Start gehen.

triathlon.de an Jürgen Trapp: Hallo Jürgen! Mit Petra hast du eine ehemalige Profisportlerin zwar nicht aus dem Triathlon, sondern aus dem Teamsportbereich zur Sitzpositionsanalyse zu Gast. Wann würdest du nicht nur ambitionierten, sondern auch Hobbysportlern eine Anpassung empfehlen?

Eigentlich immer. Aber spätestens dann, wenn Beschwerden auftreten oder man das Letze aus seinem Rad rausholen möchte, ist eine Sitzpositionsoptimierung angebracht. Gesundes Radl oder schneller Unterwegs sein – ich denke beides spricht für sich.

Sven Hindl, frei

triathlon.de an Petra Wimbersky: Petra, Fußballschuhe kaufen war leichter, oder?

Auf jeden Fall.

triathlon.de an Jürgen Trapp: Worauf kommt es bei einer professionellen Vermessung ganz besonders an und was ist dein Tipp für eine perfekte Sitzposition?

Es gibt keinen einzelnen Tipp. Man muss das Gesamtkonstrukt Mensch und Rad sehen. Wichtig ist ein exaktes Vermessen, Geduld bei der Einstellung und einfach Erfahrung. Was immer wieder zu beobachten ist, dass die meisten Triathleten zu hoch sitzen und die Pedalplatten nicht richtig eingestellt sind. Das soll aber keine Aufforderung sein, jetzt pauschal den Sattel nach unten zu stellen. Das Gesamtwerk vieler kleiner Einstellungen ergibt die perfekte Sitzposition.

triathlon.de an Petra Wimbersky: Wie lange bist du schon auf dem Rennrad unterwegs und warum hast du dich gerade jetzt für eine Sitzpositionsoptimierung entschieden?

Ich hatte mir das Rennrad bereits im Frühjahr 2013 gekauft. Jetzt wollte ich noch einen Triathlonaufsatz montieren und in diesem Zusammenhang hat sich dann eine Sitzpositionsoptimierung angeboten.

triathlon.de an Jürgen Trapp: Wie stark beeinflusst die Sitzposition deiner Meinung nach die Leistung eines Triathleten in Training und Wettkampf?

Sehr stark. Man kann mit der perfekten Sitzposition einige Watt einsparen. Zum einen kann man so Kraft sparen fürs spätere Laufen oder natürlich eine bessere Radzeit abliefern, zum anderen fährt man entspannter und hat somit ein besseres Gefühl. Die vielen Trainingskilometer werden einfach besser weggesteckt und belasten den Organismus besonders Sehnen und Bänder weniger.

Welche Baustellen gab es bei Petra und ihrem Rad zu bewerkstelligen?

Die Geometrie des Rades passt gar nicht zu Petra. Es ist zu groß und hat zudem ein viel zu langes Oberrohr. Insofern musste ich mich mit einem Kompromiss beim Einstellen zufrieden geben – mehr ging leider nicht. Aber immerhin ist es deutlich besser als vorher…

triathlon.de an Petra Wimbersky: Jetzt, da du „wie neu“ auf deinem Rad sitzt, wie fühlt es sich an? 

An die neue Sitzposition mit dem Triathlonaufsatz muss ich mich erst noch gewöhnen aber was die Kraftübertragung auf die Pedale betrifft ist schon eine enorme Veränderung zu spüren.

Auch wenn noch etwas Zeit ist bis zu Chiemsee und Schliersee Alpen Triathlon, fühlst du dich schon gut gerüstet?

Was die Einstellung des Radels betrifft jetzt auf jeden Fall…

In den triathlon.de Shops München, Essen und Berlin setzen euch die Profis von der formkurve perfekt auf das Rad.

Zur Website von Sporteffekt.

Fotos: Sven Hindl

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