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Produkttest: Rodenstock Sportbrille ProAct – einfach besser sehen?

21. August 2015 von Christine Waitz

Martina Stehr, frei Eine Sportbrille sollte gerade beim Radfahren und Laufen zur Grundausstattung gehören. Denn sie schützt das Auge vor Zugluft, UV-Stahlung oder Fremdkörpern. Dabei  sollte gerade die Sportbrille von guter Qualität sein. Denn ist man mit Tempo unterwegs, darf der Durchblick nicht leiden. Verzerrungen, Kratzer oder schlechter Kontrast – in Training und Wettkampf ein Ausschlusskriterium. Wir haben uns mit der Rodenstock ProAct ein Topmodell angesehen.


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Rodenstock ist wohl eine der bekanntesten Brillenmarken aus Deutschland. Mit ihrem Hauptsitz in München stehen sie für Qualität. Im Sportbrillen-Sektor stach der Hersteller bisher jedoch nicht heraus. Das soll sich nun ändern. Neben Design und Mode konzentriert man sich nun auch auf aktive Modelle. Überzeugen wollen die Bayern mit besonderer Qualität und Anpassbarkeit.
Die Rodenstock ProAct Modelle zeichnen sich deshalb vor allem durch die Verwendung von leichten Materialien sowie einer ergonomischen Form aus. Durch die einstellbaren Scharniere und spezielle, bewegliche Zonen, können die Bügel vom Augenoptiker individuell an die Kopfform angepasst werden. Zusammen mit anpassbaren Nasenpads und rutschfesten Bügelenden soll das für Tragekomfort sorgen.

Martina Stehr, frei

Das Glas macht’s

Keine Frage – das Brillenglas ist der entscheidende Faktor, wenn es um die Qualität der Brille geht. Da kommen gleich mehrere Faktoren zusammen.

Martina Stehr, freiErsteinmal sollte eine Sportbrille die Augenpartie möglichst weitreichend schützen, sollte also gebogen sein, um bestmöglichen Schutz zu gewährleisten. Diese Biegung der Gläser hat jedoch ihre Tücken. Nicht selten kommt es zu verzerrter Sicht, oder schlechter Sicht in den Randbereichen. Vor allem dann, wenn der Sportler zudem eine Sehschwäche ausgleichen muss, was mit den Modellen übrigens  bis +/- 8 Dioptrien problemlos möglich ist. „Je kurviger die Brille, desto wichtiger ist ein gut passendes optisches Glas,“ so der Sehspezialist.

Dann sollten die Gläser zusätzlich einen guten UV-Schutz aufweisen. Denn zuviel ultraviolette Strahlung kann zu Entzündungen und ernsthaften Schäden führen, deren Folgen sich erst Jahre später bemerkbar machen, als grauer Star beispielsweise. Je nach Einsatz gibt es für die ProAct Modelle verschiedene Gläser-Varianten mit bis zu UV-Schutz 400. Jedes Sonnenschutzglas wird für bestimmte Lichtverhältnisse konzipiert. Es gibt fünf Filterkategorien: vom hellen Filter für leichten Lichtschutz über mittlere Filter für den Einsatz in Mitteleuropa bis hin zu dunklen Filtern für tropische Gebiete oder Hochgebirge.

Lohnt die Investition?

So viel zur Theorie. Doch wie gibt sich das Nobelteil im Praxistest? Wir haben es für euch getestet.

Martina Stehr, freiPositiv fiel uns sofort das leichte Kunststoffgestell auf, das zudem mit schlichtem Design genau unseren Geschmack traf. Aber darüber lässt sich ja bekanntlich streiten.
Umso wichtiger der erste Praxistest: Beim Aufsetzen fiel sofort der komfortable Sitz auf.  Das passende Nasenpad aus rutschfestem Polyamid sorgt für angenehmes Tragegefühl und einen Anti-Rutsch-Effekt während des Laufens. Die Belüftungslöcher am Brillenunterrand halten die Brille frei von Beschlagen, selbst beim Laufen und weniger Luftzirkulation.

Im Test haben wir uns für den dunkelsten Filter (CE-3 Glas: grün Sun Contrast) entschieden, der eher für die tropischen Gebiete oder das Hochgebirge geeignet ist, da unsere Testerin eher Lichtempfindliche Augen hat, die schnell zum tränen neigen. Dabei fiel die sehr gute Durchsicht durch die kontraststeigernden Polarized-Gläser positiv auf. Das Fazit der Testerin in Sachen Durchblick: „Beim Laufen oder Radeln in starkem Sonnenlicht ist das Glas  sehr angenehm. Wenn es dämmert, war mir die Tönung jedoch etwas zu dunkel“.

Schick, aber…

Für schmale Frauenköpfe hatte die Brille unserer Meinung nach eine Spur zu wenig Spannkraft und könnte enger abschliessen. Auch wenn durch manuelles Hinbiegen ein fester Sitz durchaus möglich ist. Der Festigkeit zuträglich könnte vielleicht auch eine leichte Gummierung an den Bügelaussenseiten sein. Gerade bei schnellen Läufen neigt das Modell durch ständige Erschütterung nämlich etwas zum Rutschen.

Fazit

Alles in allem finden wir: Die Rodenstock ProAct ist eine solide Sonnen-Sportbrille mit toller, kontrastreicher Durchsicht. Trotzdem würden würden wir sie nicht unbedingt für den Triathlonsport präferieren, da es vor allem beim schnellen Laufen an Halt mangelte.
„Schuster, bleib bei deinen Leisten! Auch wenn Rodenstock sicherlich mit 135 Jahren Erfahrung, Qualität und deutscher Wertarbeit beim Brillenbau punktet,
im Triathlon- und Sportbrillenbereich gibt es (noch) andere Optionen.

Zur Website des Herstellers.

Fotos: Martina Stehr

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