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Periodisierung: Theorie und Praxis – Sei flexibel

21. Dezember 2010 von Dan Lorang

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Mit Abwechslung die richtigen Voraussetzungen schaffen

Radtraining in der richtigen Intensität

Studien aus dem Leistungssport zeigen, dass die Basis für eine konstante Saison stets die ersten drei Monate der Vorbereitungsperiode bilden. Athleten die es schafften in diesem Zeitraum verletzungs- und krankheitsfrei zu bleiben, erzielten während der Saison die besten Resultate und das sportartenübergreifend. In der Theorie bildet das Grundlagentraining den Hauptbestandteil der ersten Trainingswochen und –monate. Diese Phase ist gekennzeichnet durch wenig bis gar keine Wettkämpfe und viel allgemeinem Training. Dabei zeigt die Praxis, dass in dieser Phase sämtliche Systeme des Körpers immer wieder beansprucht werden sollten (Ausdauer, Schnelligkeit, Kraft, Schnellkraft, intramuskuläre Koordination,…).

So ist es physiologisch sinnvoller auch im Winter neben dem vielen Grundlagentraining immer wieder intensive Reize zu setzen, sei es im Kraft- oder Ausdauerbereich. Auch die Erhöhung der Maximal- und Schnellkraft ist zu berücksichtigen und nicht nur der hohe Umfang, mit dem man versucht, die aerobe Leistungsfähigkeit zu erhöhen. Alleine die sinnvolle Abwechslung in den Trainingsinhalten führt bei vielen Sportlern zu einem deutlichen Leistungsschub und minimiert gleichzeitig die Verletzungsanfälligkeit.

Individuelle Periodisierung

Die Schwerpunkte in der Vorbereitungsphase werden nicht unbedingt durch die theoretischen Vorgaben der Periodisierung bestimmt, sondern eher durch das Stärke-/Schwächeprofil des Athleten. Ansonsten könnte man für jeden Athleten mit der gleichen Zielstellung ein Periodisierungsmodel anwenden, was man nur in Umfang und Intensität anpassen müsste. Daher gilt es zunächst die limitierenden Faktoren des Athleten zu identifizieren, um möglichst früh in der Vorbereitung an den Schwächen zu arbeiten.

Bei einem Langstreckentriathleten mit Defiziten auf kürzeren Strecken zum Beispiel, könnte der Schwerpunkt der ersten Wochen eher auf der Technik, der Aktivierung der schnellkräftigen Muskelfasern und auf kurzen qualitativ hochwertigen Einheiten liegen. Auch wenn sein Potenzial die aerobe Ausdauerleistungsfähigkeit ist, so wäre eine Kombination aus diesem Trainingsschwerpunkt und hohen Umfängen nicht optimal. Sie würde den Leistungszuwachs signifikant vermindern, da die Muskulatur energetisch und strukturell nicht in dem erholten Zustand wäre, wie es nötig ist, damit das Training zur Grundschnelligkeit optimal anschlägt.

Trainingstagebuch und professionelle Planung


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Autor: Dan Lorang hat an der TU München Sportwissenschaften mit Schwerpunkt Leistungssport studiert. Danach arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter für die TU und beim OSP Bayern im Bereich individuelle Trainingsbetreuung. 2007 gründete er seine eigene Firma - TCC - Training Concepts an Coaching (www.trainingconcepts.de). Zudem war er u.a. bereits für die Trainingssteuerung de Cervélo Testteam zuständig und leitete den Bereich Sportwissenschaften der Crossklinik Basel. In den letzten Jahren gelang Lorang der Aufstieg über die Tätigkeit als Triathlon-Landestrainer in Baden-Würtemberg zum Bundestrainer.
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