Du bist hier: Triathlon Portal - triathlon.de > Training > Allgemein2 > Periodisierung: Theorie und Praxis – Sei flexibel
Training Triathlon.de

Periodisierung: Theorie und Praxis – Sei flexibel

21. Dezember 2010 von Dan Lorang

Theorie und Praxis„Periodisiere dein Training“ haben sicherlich schon viele Athleten von ihren Trainern gehört. Die Theorie legt genau fest, zu welchem Zeitpunkt der Saison welche Fähigkeiten trainiert werden sollen, um optimal auf den „Tag X“ vorbereitet zu sein. Aber ist die klassische Periodisierung für jeden sinnvoll?


Triathlon Anzeigen

Am Ende „geht die Luft aus“

Gerne werden in der Trainingswissenschaft didaktisch einfache Modelle herangezogen, um die komplexen Anpassungsprozesse des Körpers durch Training zu beschreiben. So konnte sich auch das Modell der Superkompensation über viele Jahre hinweg in den Lehrbüchern festsetzen. In den 50-er Jahren publizierten vor allem russische Wissenschaftler ihre Ergebnisse zur Periodisierung und berichteten von den positiven Ergebnissen eines periodisierten Trainings. In den Folgejahre wurden  immer wieder neue Modelle zur optimalen Leistungsentwicklung beleuchtet (lineare Periodisierung, nicht-lineare Periodisierung, Blockperiodisierung,…).

Die klassische Periodisierung sieht pro Saison zwischen einem bis drei Höhepunkten vor. Eine höhere Anzahl an attraktiven Veranstaltungen, neue WTC-Regeln, höhere finanzielle Motivationen für die Athleten, Verpflichtungen gegenüber Teams, Sponsoren und Verbänden oder persönlicher Ehrgeiz sorgen dafür, dass Hochleistungssportler aber auch ambitionierte Breitensportler eine klassische Periodisierung zunehmend nicht mehr realisieren können. Zusätzlich werden viele Athleten vom Ehrgeiz getrieben bei immer mehr Veranstaltungen eine gute Leistung abzurufen.

Nicht selten passiert es dann, dass die Formkurve anfangs der Saison noch nach oben zeigt, es aber nicht zu einem richtigen „Leistungshöhepunkten“ kommt. Im letzten Drittel der Saison sind die Leistungen dann oft rückläufig und für einige Athleten endet das Jahr  in einem akuten Überlastungszustand. Analysiert man die Trainingsdokumentation dieser Athleten retrospektiv,  stechen meistens drei Hauptpunkte hervor:

  1. Nur kurze Phasen ohne Wettkämpfe, auch schon in den ersten Monaten der Vorbereitung,
  2. Kurze Regenerationszeiten zwischen den Wettkämpfen
  3. Missverhältnis zwischen extensiven und intensiven Trainingsreizen. Auffällig bei diesen Athleten ist auch eine hohe Infekt- und Verletzungsanfälligkeit.

Trainingstagebuch und professionelle Planung


Seite: 1 2 3
Autor: Dan Lorang hat an der TU München Sportwissenschaften mit Schwerpunkt Leistungssport studiert. Danach arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter für die TU und beim OSP Bayern im Bereich individuelle Trainingsbetreuung. 2007 gründete er seine eigene Firma - TCC - Training Concepts an Coaching (www.trainingconcepts.de). Zudem war er u.a. bereits für die Trainingssteuerung de Cervélo Testteam zuständig und leitete den Bereich Sportwissenschaften der Crossklinik Basel. In den letzten Jahren gelang Lorang der Aufstieg über die Tätigkeit als Triathlon-Landestrainer in Baden-Würtemberg zum Bundestrainer.
Triathlon.de Anzeigen
 
Zum Triathlon.de Newsletter anmelden