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Odyssee ISG – ein Erfahrungsbericht

28. Februar 2012 von Meike Maurer

Zahlreiche Foreneinträge mit Hilferufen bestätigen es: Leider müssen sich viele Triathleten mit dem Ileosakralgelenk (ISG) auseinandersetzen. Auch triathlon.de-Leserin Antje Laschewski hatte ab Juni des vergangenen Jahres das fragwürdige Vergnügen, sich mit diesem ihr bis dahin völlig fremden Gelenk bzw. vor allem den Schmerzen, die es verursachen kann, näher zu beschäftigen. Nach beendeter Odyssee gibt sie nun ihre Erfahrungen gerne an alle Betroffenen weiter.


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Was sagt die Fachliteratur?

Also zunächst mal ein paar Infos aus der Fachliteratur. Beim ISG handelt es sich um eine durch starke Bänder gesicherte, gelenkähnliche Verbindung zwischen Kreuzbein und dem rechten und linken Darmbein. Durch diese straffe Verbindung von Bändern hat es nur eine minimale Beweglichkeit. Treten „Störungen“ in dieser hoch komplexen Struktur auf, kommt es im Anfangsstadium vor allem nach langem Sitzen oder Liegen zu uncharakteristischen, stechenden Schmerzen in der Lendenwirbelsäule. In fortgeschrittenerem Stadium treten die Beschwerden in der Gegend des Kreuzbeins und der Lendenwirbel auf – und zwar in Ruhe und bei Belastung. Meistens sind sie dann auch nicht mehr nur auf den Rücken beschränkt, sondern können auch in das Gesäß, in die Oberschenkelrückseite und in den Hüftbeuger – meist einseitig – ausstrahlen und den gesamten Muskelapparat mit in Leidenschaft ziehen. Ganz schlimm wird’s dann, wenn sich das Gelenk entzündet hat.

Chirotherapie als Ersthilfe

Wie alle Sportler, war ich natürlich wegen der Beschwerden ziemlich genervt und habe es erst mal mit Ignoranz versucht. Das hat leider nicht lange funktioniert. Relativ schnell hatte ich sowohl beim Training als auch danach ständige, heftige Schmerzen. Um diese wieder loszuwerden, bin ich schließlich zu einem Arzt gegangen, der für sein chirotherapeutisches Talent bekannt ist. Er meinte, die Probleme kommen von Blockaden, die man mit ein paar Handgriffen schnell lösen kann. Das hat am Anfang auch prima funktioniert. Im zwei bis Dreiwochenrhythmus bin ich dahin spaziert, hab mich „einrenken“ lassen und gut war es. Bitte macht dies nicht nach, denn von Mal zu Mal wurde die Zeitspanne zwischen den Arztterminen enger und gut ging es mir erst nicht. Im Gegenteil. Die Schmerzen wurden  immer schlimmer.

An vernünftiger Diagnostik geht kein Weg vorbei

Also ging ich frustriert zu einem neuen Arzt. Dieser – selbst Triathlet – erklärte mir dann, dass Chirotherapie nicht immer der Königsweg ist. Vielmehr könnte durch das ständige Einrenken die Bänderstruktur so gelockert werden, dass sie nicht mehr den notwendigen Halt geben kann.

Seine Devise: Schlägt diese Therapieform nach maximal 2-3maliger Anwendung nicht an, muss nach den Ursachen der ständigen Blockaden gesucht werden. In Frage kommen dabei Fehlhaltung der Wirbelsäule, Abnutzungserscheinungen oder Beinverkürzung. Gesagt, getan: Ich wurde ausführlich untersucht, geröntgt und zuletzt wurde ein Ultraschall gemacht. Auf ein kostenintensives MRT verzichtete der Doc, denn er war sich aufgrund der bereits genannten Diagnostik sicher, dass das ISG (inzwischen) entzündet war. Gründe bei mir: Überbelastung, möglicherweise verursacht durch eine Beinlängendifferenz.

Endlich zahlreiche Therapievorschläge in der Hand

Um die Entzündung aus dem Körper rauszubekommen, hab ich ein Schmerz- und Rheumamittel verschrieben bekommen. Des Weiteren verordnete er mir für eine kurze Zeit auch ein Medikament zur Muskelentspannung. Langfristig sind diese Arzneimittel jedoch keine Alternative, denn es besteht die Gefahr einer Schmerzmittelabhängigkeit. Außerdem empfahl er eine gezielte Physiotherapie – die manuelle Therapie – und Wärme, um die Muskelverspannungen der beteiligten Muskeln nachhaltig auszugleichen. Die Therapievorschläge führten alle mehr oder weniger schnell zum Erfolg, heißt zu Schmerzfreiheit.

Nur am Rande: ein guter Physiotherapeut ist nicht so einfach zu finden. Mir haben Empfehlungen anderer Sportler geholfen, den Richtigen auszuwählen.

Mehr Infos zum Thema ISG – auf der 2. Seite geht es weiter


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