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Nicolas Lebrun: Xterra ist meine Welt

19. März 2013 von Christine Waitz

Foto: Jakob Braun,   freiXterra ist Randsportart innerhalb des Triathlons. Die Variante des Dreisports bestehend aus Schwimmen, Mountainbiken und Geländelauf erfreut sich dennoch zunehmender Beliebtheit. Die Xterra European Tour macht 2013 erstmals auch in Griechenland, England und Spanien Halt. Wir haben uns mit Nicolas Lebrun unterhalten. Der vierfache Seriensieger hat die Neuorganisation eines Rennens in Italien unter seine Mountainbikereifen genommen.


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Vierfacher Seriensieger in Aktion

© Rémy Masseglia, einmaligLebrun, der die Serie zuletzt zum vierten Mal in Folge für sich entscheiden konnte, hat sich für den neuen Xterra Italy am 20. Juli die Region der Abruzzen ausgesucht. Dort ist eine anspruchsvolle Strecke garantiert. Schließlich gibt es dort, in Süditalien, von der Küstenlandschaft ansteigende Hügel, die sich zu einem bis zu fast 3.000 Meter hohem Gebirge auswachsen.
Was wir von dem Rennen am Lago di Scanno erwarten können, das verrät uns Nicolas Lebrun.

Mit der Organisation des Xterra Abruzzo wechselst du wieder einmal die Seiten. Dann stehst du nicht nur am Start, sondern auch hinter den Kulissen eines Rennens. Darfst du dich in Sachen Streckenführung austoben und kreierst einen besonders anspruchsvollen Kurs?

Ich habe schon viele Rennen in Frankreich mitorganisiert. Darunter zwei nationale Meisterschaften im Wintertriathlon, eine Xterra Europameisterschaft im Wintertriathlon, einen Duathlon und bestimmt an die zwanzig lokale Rennen im Skifahren, Crosslaufen…
Normalerweise stehe ich allerdings nicht am Start wenn ich Renndirektor bin. Diesmal sieht es etwas anders aus. Der Renndirektor des Xterra in Scanno fragte mich, ob ich als Schnittstelle zwischen ihm und dem lokalen Orga-Team arbeiten wolle. Die Einheimischen kennen die Region einfach am besten und schlugen ihm die Rennstrecken vor, ich fuhr dorthin und nahm einige kleine Änderungen vor, um auch wirklich die besten Lauf- und Radrunden zu bekommen.
Und nachdem ich ein Mann der Berge bin – ich liebe Anstiege – suchte diese in Scanno… und fand sie (schmunzelt)! Der Renndirektor Wolf Hardt meint nun, „Das ist Nicos Rennen“.

Rennorganisator und Topfavorit. Lassen sich diese beiden Rollen in einem Rennen denn überhaupt unter einen Hut bringen?

Foto: Jakob Braun, freiIch bin ja nicht der Renndirektor, sondern nur der Kurs-Designer zusammen mit dem Team vor Ort. Ich bin da, wenn es technische Fragen und Xterra relevante Fragen zu beantworten gibt. Schließlich ist Xterra seit 2001 sozusagen mein Beruf. Fast 100 Rennen dieser Art habe ich schon bestritten – da weiß man natürlich was funktioniert und was nicht.
Am Renntag werde ich, wie alle anderen auch, als Athlet am Start stehen. Mit dem kleinen Vorteil, den Kurs in und auswendig zu kennen.

Dass du ein Rennen in Italien organisierst, mag für außenstehende etwas überraschend sein. Würde doch deine französische Heimat Nizza auch das Gelände für einen Cross-Triathlon hergeben. Wie hat es dich also in die Abruzzen verschlagen?

Wie gesagt, ich bin nicht der Organisator des Rennens. Diesen Job macht der, der als Renndirektor des Ironman 70.3 Italy und des Challenge Rimini zwei weitere Rennen organisiert. Ich stehe nur an seiner Seite und wurde vom Manager der Xterra-Serie, Dave Nicholas, für den Job vorgeschlagen weil ich im letzten Jahr die Xterra European-Tour gewinnen konnte, ein Händchen für organisatorische Dinge habe und ein bisschen italienisch spreche. Renndirektor sein bedeutet viel Arbeit – selbst bei meinen lokalen Rennen hier in Digne habe ich jemanden, der diesen Job übernimmt.

Du bist mit 40 Jahren einer der erfahrensten Athleten im Feld, hast von Duathlon, über Wintertriathlon, bis zur Mitteldistanz alles mit großem Erfolg ausprobiert. Bei Xterra Rennen bist du hängen geblieben und lässt dort seit Jahren auch den jungen Wilden keine Chance. Wie siehst du die Zukunft der Xterra Rennen?

© Rémy Masseglia, einmaligIn Europa hat sich der Xterra-Bereich langsam entwickelt, es entstanden einige große und sehr schöne Rennen und in diesem Jahr wird die größte Serie aller Zeiten statt finden. Ja, ich habe schon immer viele verschiedene Rennformate ausprobiert, mache das immer noch, aber im Xterra habe ich meine wirkliche Familie gefunden. Die Leute dort, die Organisation, die Rennen sind immer toll. Eben wie eine kleine Familie. Wir kämpfen hart während des Wettkampfes, doch danach ist jeder entspannt und wir gehen zusammen auf ein Bier aus!
Xterra ließ mich reisen, Englisch sprechen lernen, Leute auf der ganzen Welt kennen lernen und dank der Preisgelder gab es mir einen Job. Ja, das ist genau meine Welt – und wird es noch für eine lange Zeit bleiben!

Zur Website von Nicolas Lebrun.

Zur Website des Xterra Italy.

Fotos: Rémy Masseglia, Jakob Braun

 

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