Du bist hier: Triathlon Portal - triathlon.de > Material > Allgemein1 > Neuer Zeitfahrbolide Felt IA: Intelligent Abgekupfert?

Neuer Zeitfahrbolide Felt IA: Intelligent Abgekupfert?

8. September 2013 von Mario Lisker

Felt,   einmaligIntegrated Aero – kurz IA. So lautet Felts neues Kürzel in der Formel zur Berechnung anstehender Radrekorde auf den Triathlonstrecken dieser Welt. Anfängliche Skepsis über ein einfaches Zusammenwürfeln bestehender Ideen anderer Hersteller, wurde von der Gewöhnungsbedürftigen Optik untermauert. Wir sprachen auf der Eurobike mit einem der Chefentwickler und unsere anfängliche Skepsis wich beim Verlassen des Standes einem „Must have“-Gefühl!


Triathlon Anzeigen

Mirinda Carfrae war eine der hauptbeteiligten Athleten bei den Fahrradtests. Keine schlechte Wahl. Legt Rennfloh „Rinny“, mit ihren Fabelzeiten in der dritten Disziplin, wohl großen Wert auf effizientes pedalieren.
Die Geometrie ist irgendwie anders – täuscht das? Nein! Allein die Winkeländerung des Hinterbaus sollen einen verringerten Luftwiderstand von 50 Prozent an dieser Stelle bewirken. Aber der Reihe nach. Jedes einzelne Detail wurde vom Ansatz her neu überdacht. Völlige Integration und Minimierung des Luftwiderstandes schufen, laut Felt, eine nahtlose Symbiose zwischen Mensch und Maschine.

UCI – was ist das?

Dass die UCI-Reglementierung und damit ein Verbot bei Radrennen, wie ein Kanarienvogel bei Alarm im Bergbau trällern wird, dürfte auf dem ersten Blick klar sein. Damit ist die Zielgruppe klar definiert und garantiert gleichzeitig, dass nahezu jedem Wunschgedanken einer Detaillösung nachgegangen werden konnte. Wer kennt nicht das Problem des aerodynamischen Verstauens seiner Pumpe und Wechselschläuche am Tag des Wettkampfes? Wenn man schon einen solchen Rahmen hat, warum nicht gleich als Stauraum nutzen?

 Foto: Felt, einmalig

Der Kombi unter den Bikes

Das AeroPac Cover aus Silikon kann zweiseitig geöffnet werden und gibt, je nach Öffnungsrichtung, den Zugang zum Stauraum oder zum Hydro-Reservoire frei. Das ganze geht, dank des Silikons, spielend leicht und ermöglicht so das gefahrlose Nachfüllen in voller Fahrt. Ob man im Stauraum Werkzeug oder Riegel hinterlässt, entscheidet der Anwender. Theoretisch geht beides, denn das Rohr gibt nahezu die komplette Länge dazu frei. So kann man mit einer Schnur das Werkzeug tief einlassen und darüber die Energie verstauen. Das Hydro-Reservoir ist herausnehmbar und der gewonnene Raum flexibel nutzbar. Für die Flüssigkeit bleibt immer noch, dank Zusammenarbeit mit Thorhans, Platz im Rahmendreieck und zwischen den Extensions.

Wer schneller fährt – wird früher geehrt!

Felt, einmalig

Viel Entwicklungsarbeit wurde für den Komfort des Athleten investiert. Das hatte die völlig neue Winkelkonstruktion des Hinterbaus zur Folge. Er ist kleiner geworden und bedingt dadurch, steht das Sitzrohr nun senkrechter. Das Resultat ist beeindruckend: 50 Prozent bessere Aerodynamikwerte im Vergleich zu den Mitbewerbern, so Felt. Dass das Mitdenken auch hier weitreichend ist, zeigt die Integration des DI2 Akkus in das Rohr. Über integrierte Bremsen muss man aufgrund des heutigen Standards kein Wort verlieren – es ist selbstverständlich.

Aero + Komfort = Speed! = Felt IA?

Wer nun befürchtet, dass wegen des Sitzrohrwinkels, Komforteinbußen und Rückenprobleme die Folge sind, wird lügen gestraft. Die Sattelstütze ist eine völlig neue Konstruktion und am Markt einmalig. Die Klemmung selbst gibt es in ähnlicher Art und Weise. Eine Schraube am Sitzrohr fixiert die Sattelstütze. Was also ist neu? Das Innenleben! Werden sonst die Sattelstützen durch zusammenpressen geklemmt, geht Felt den umgekehrten weg – es wird quasi expandiert! Die Schraube spreizt einen Expander, der die Stütze gegen das Rohr presst. So wird gewährleistet, das die Carbonfasern keinen Schaden nehmen. Durch diesen Trick konnte das Material der Stütze auf das Nötigste minimiert werden. Eine einzige Carbonlage ist ohne Gewichtsbeschränkung stabil genug und bietet ungeahnte Stoßabsorption. Die 3T Diff-Lock Sattelklemmung ist das i-Tüpfelchen dieser Komposition.

Hinten hui – vorn pfui?

Foto: Christine Waitz, freiMitnichten! Auch hier hat Felt, neben bereits erwähntem Stauraum, ganze Arbeit geleistet. Felt zieht bei der Integration der vorderen Bremsen anderer Herstellern nach. Die Gabel steht etwas steiler als bei Felt gewohnt und erlaubt so eine komfortablere Sitzposition als bisher. Dennoch stehen dem Fahrer eine unendliche Anzahl an geometrischen Einstellungen zu Verfügung. Die Armpads sind in Höhe und Weite verstellbar. Selbst eine extreme Variante, mit den Extension unter den Flächen des Lenkers, ist möglich.

Zug versteck dich

Lediglich wenige Zentimeter vom Verlassen der Extensions hinten bis in das AeroPac Cover sind Züge sichtbar. Alles wirkt wie aus einem Guss. Es scheint, als hätte der erste Hersteller verstanden, worauf es ankommt und alle Lösungen kombiniert.

Mit Garage in der Wechselzone

Foto: Felt, einmaligOb und ab wann man das Geschütz in den Wechselzonen antreffen wird, bleibt abzuwarten. Denn beim Preis wurde auch integriert – um eine Kommastelle. Es wird eine Limited Edition geben, die mit 14.000 US Dollar die Konten belastet, und dem ein oder anderen Athleten einen Wachschutzauftrag in den Wechselzonen bescheren wird. Aber auch die 10.000 US Dollar der DI2 Variante wird schon für schlaflose Nächte ab voraussichtlich Januar 2014 sorgen. Wir beobachten gespannt, ab wann Andi Böcherer damit ausgestattet sein wird und Andrew Starykowicz Angstschweiß auf die Stirn treibt…

Hier geht´s zu Felt.

Fotos: Felt, triathlon.de

Triathlon.de Anzeigen
 
Zum Triathlon.de Newsletter anmelden