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unterwegs zum ersten Ironman

Nachwuchstriathletin
unterwegs zum ersten Ironman

19. März 2008 von Dr. Langdistanz

carmen-valerius-beim-turkei-marathon-in-antalya-3.jpgDer Ironman – der Klassiker im Triathlon über 3.8km Schwimmen, 180km Radfahren und dem abschließenden Marathon über 42, 2 km – ist die Königsklasse der meisten Triathlon-Begeisterten. Auch der triathletische Nachwuchs bleibt davon nicht verschont.


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Tri4u.de sprach vor Beginn der europäischen Ironman-Saison mit Carmen Valerius. Die 21jährige Nürnbergerin war in ihrer Altersklasse in den letzten Jahren schon erfolgreich auf den kurzen Distanzen unterwegs – so erfolgreich, dass sie in diesem Jahr für die 1.Bundesliga-Mannschaft des Erdinger Alkoholfrei Teams Riederau starten wird.

Nach ihrem Marathon-Debut in Antalya (Türkei), das 3:29 Stunden dauerte und mit dem 8. Gesamtplatz beziehungsweise einem 3. Platz in der AK20 nicht ganz planmäßig endete, sprachen wir mit Carmen.

Carmen, vielen Dank, dass Du Dich für tri4u.de für ein Interview zur Verfügung stellst. Du kommst gerade aus dem warmen Antalya zurück nach Erlangen. Wie war Dein erstes Marathon-Erlebnis?

Carmen: Toll, trotz meiner Magenprobleme unterwegs. Vor dem Start war ich ziemlich aufgeregt, aber das legte sich schon auf dem ersten Laufkilometer. Unterwegs bekam ich bei km 20, nachdem ich ein Gel zu mir genommen hatte, starke Magenprobleme und konnte dadurch leider nicht mehr mein gewünschtes Tempo weiterlaufen. Trotzdem machte der Lauf mir sehr viel Spaß.

Hast Du den Mann mit dem Hammer dann noch getroffen, oder lag es nur an den Magenproblemen, dass Du die zweite Hälfte soviel langsamer warst? (der 1.Halbmarathon-Split lag bei 1h:35min)

Carmen: Den berühmten Mann mit dem Hammer habe ich nicht getroffen, es lag alleine an den starken Magenproblemen.

War die Umstellung auf die warme Witterung vielleicht ein Problem für Dich?

Carmen: Nein, die Umstellung stellte gar kein Problem dar.“

Warst Du dort alleine am Start oder waren Freunde, Sportkollegen, Trainer oder die Familie mit dabei?

Carmen: Meine Eltern waren mit dabei. Meine Mum fuhr mit zum Start und Ziel und mein Dad stand bei Kilometer 17 und 25 auf der Strecke vor unserem Hotel.

Wie verliefen die Tage nach dem Marathon?

Carmen: Ruhig. Montags und dienstags lockerte ich die Muskulatur mit jeweils 30 Minuten Schwimmen im warmen Wasser bei 28 Grad. Mittwochs machten wir einen Tagesausflug nach Antalya. Donnerstags ging ich am Strand entlang spazieren und freitags relaxte ich bei 25 Grad am Pool. Samstag flog ich dann früh um 6 Uhr wieder zurück nach Nürnberg. Ab Montag habe ich das geregelte Training dann wieder aufgenommen.

Du erwähntest, dass Du Dein Gel nicht vertragen hast. Hast Du oder haben deine Trainer eine Erklärung dafür.

Carmen: Leider nicht, denn ich habe es schon bei mehreren Wettkämpfen genommen und auch vertragen.

Wer hat Dich auf die Idee gebracht in Antalya zu laufen?

Carmen: Meine Mum hat mir die Ausschreibung gezeigt und ich war sofort begeistert, weil es da um diese Jahreszeit wirklich frühlingshafte Temperaturen hat. Beim Marathon waren es dann auch 20 Grad, wirklich optimale Bedingungen.
Als Weihnachtsgeschenk habe ich dann diesen Aufenthalt im Delphin Palace von meinen Eltern geschenkt bekommen. Das wusste ich allerdings schon vorher, denn ich habe bereits im November mit der Marathonvorbereitung begonnen.

Im Juli startest Du in Klagenfurt bei Deinem ersten Ironman-Rennen. Wie bereitest Du Dich vor?

Carmen: Mit einem einwöchigem Trainingslager in Italien und zwei Kurztrainingslagern von jeweils vier Tagen in Frankreich und Österreich. Ansonsten trainiere ich zu Hause.

Was sagen Dir Deine Trainer?

Carmen: Das ich die Ruhe bewahren muss.

„Nur die Ruhe bewahren“ hört sich einfach an. Bist Du eher ein ruhiger Typ oder machst Du auch mal mehr, als Dein Trainingsplan vorschreibt?

Carmen: Ich bin ganz und gar kein ruhiger Typ. Aber meinen Trainingsplan halte ich immer ein.

FOTOSTRECKE

Carmen Valerius beim Tuerkei Marathon in Antalya

Letztes Jahr beim Ironman70.3 in Wiesbaden hattest Du bei der Vergabe der Qualifikationsplätze für Hawaii einen Startplatz (4.Platz AK W20) vor Augen und hast in nicht angenommen, weil Dir Deine Vordiplom-Prüfung (Mathe und Physik) dazwischenkam. Hast Du dieses Jahr im Oktober schon was vor? Ist Hawaii auch für die der Traum so wie für viele Triathleten?

Carmen: Dieses Jahr stehen keine Prüfungen im Oktober an. Aber ob ich dafür nach Hawaii komme, weiß ich heute noch nicht. Erst muss ich mich ja dafür qualifizieren. Denn an einem solchen Wettkampftag über die Langdistanz kann viel passieren. Hawaii ist aber auch für mich der Traum.

Wie sieht Dein Training aus, zwischen Hörsaal und Schwimmbecken?

Carmen: Im Sommersemester habe ich Glück mit meinem Stundenplan, ich habe donnerstags und freitags komplett frei. Dafür ist Montag bis Mittwoch total voll mit Vorlesungen, Praktika und Seminaren. Montags wird mein Ruhetag werden.
Dienstags und mittwochs werde ich früh vor der Uni eine Einheit trainieren. Und abends wird die zweite Einheit folgen. Donnerstag bis Sonntag werde ich, wenn keine Wettkämpfe anstehen, dafür nutzen meine langen Radausfahrten und Läufe zu absolvieren.

Du hast in diesem Jahr zum Erdinger Alkoholfrei Team Riederau in die 1.Bundesliga gewechselt. Spürst Du da einen Interessenkonflikt zwischen der Liga- und der Ironman-Vorbereitung?

Carmen: Nein. Das ist beides gut kombinierbar.

Kannst Du Dich auf Unterstützung verlassen?

Carmen: Ja. Meine Familie steht immer voll und ganz hinter mit.

Vielen Dank Carmen. Wir drücken Dir die Daumen, dass Deine Saisonvorbereitungen gut laufen und wir nach dem Ironman in Klagenfurt über ein gutes Rennen von Dir berichten können.

Das Interview führte Peter Seranski für tri4u.

Info zu Carmen Valerius (man beachte den Fuhrpark!)

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