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Als Mittel zur Regeneration nicht bestätigt
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Mythos Massage:
Als Mittel zur Regeneration nicht bestätigt

14. Juli 2009 von Brigitte Schmailzl

MassageMassage wird in der Welt des Sports bereits seit Urzeiten angewandt. Sportler mögen die Entspannung auf der Behandlungsbank im Massagezelt. Viele Athleten schwören auf den therapeutischen Nutzen für ihre gestressten Muskeln.


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Massagen würden die Durchblutung verbessern und somit helfen, Milchsäure und andere Stoffwechselabfälle zu beseitigen, so der weit verbreitete Mythos. So wohltuend eine Massage auch ist, die Durchblutung fördert sie während der Massage nicht! Im Gegenteil, die Muskulatur wird sogar weniger durchblutet.

Selbst Physiotherapeuten glauben an den positiven Therapieeffekt, berichtet Studienleiter Prof. Michael Tschakovsky von der Queens University in Kingston. Er hat viele Physiotherapeuten nach der Wirkung von Massage gefragt und sie waren alle der Meinung, Massage verbessere den Blutfluss und den Laktatabtransport.

Mit einer Studie belegte er nun, dass Massage keine Durchblutungsfördernde Wirkung hat. Zwölf junge Männern mussten zwei Minuten lang die Faust ballen, mit 40 Prozent ihrer Maximalkraft. Danach wurde alle 30 Sekunden gemessen, wie viel Blut durch die Oberarmarterie in den Arm strömte und welche Laktatkonzentration das abfließende, venöse Blut aufwies. Einige Teilnehmer erhielten eine Armmassage.

Das Ergebnis: Es passierte das Gegenteil von dem, was gemeinhin angenommen wurde. Bei den massierten Studienteilnehmern verschlechterte sich die Muskeldurchblutung und der Abfluss der Stoffwechselprodukte. 24 Prozent mehr Blut und 28 Prozent mehr Laktat flossen durch die Gefäße derjenigen, die nicht massiert wurden.

Welche Massagetechniken sollte man nun wann einsetzen?
Vor und nach dem Wettkampf ist eine klassische Massagetechnik oder eine sogenannte Sportmassage nicht zu empfehlen. Zu intensiv sind die Griffe und die Wirkung auf die Muskulatur und ihre metabolen Vorgänge. Massage mit dem Ziel der Regeneration darf nicht kräftig und intensiv durchgeführt werden. Langsame, weiche, große Streichungen über das ganze Bein, Arm oder Rücken helfen da noch am ehesten. Hervorragend ist eine Lymphdrainage, besonders nach dem Wettkampf, harten Trainingseinheiten oder im Trainingslager.

Am besten bittet man den Masseur oder Physio im Massagezelt ausdrücklich darum, ganz ohne Druck, langsam, weich und nicht in der Tiefe zu arbeiten. Langsam abwärmen ist immer noch die wirksamste Methode. Klassische Massage oder sogenannte Weichteiltechniken sollten immer zeitlich getrennt durchgeführt werden, da sie die Muskulatur intensiv beanspruchen. Unbestritten ist die wohltuende, entspannende Wirkung von Massage, davon ist auch Prof. Tschakovsky überzeugt. Somit trägt Massage weiterhin bei zur Regeneration auf dieser Ebene.

Brigitte Schmailzl ist Autorin des Artikels und seit 1990 Physiotherapeutin. Nach ihrer leitenden Tätigkeit in einer Klinik ist sie seit 1997 selbständig in eigener Praxis. Sportlich war sie schon immer. Triathlon betreibt sie seit 1995. Infos zur Praxis. Im Forum ist sie als Physiofee unterwegs.
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