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Mentaltraining im Triathlon: Wie Emotionen und Schmerz Leistung beeinflussen

28. September 2013 von Nicole Luzar

Foto: Ingo Kutsche,   frei Der Letzte Teil unserer Serie zu Mentaltraing im Triathlon handelt von Emotionen und Schmerz. Diese beiden Faktoren stellen die Spitze der mentalen Pyramide dar. Entsprechend viel Einfluss haben sie auf die Leistung im Wettkampf. Doch auch hier kann die mentale Vorbereitung auf das Rennen weiterhelfen.


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Emotionen

Viele Menschen denken bei Triathlon in erster Linie an die intensiven körperlichen Anstrengungen, die die Sportler im Training und Wettkampf auf sich nehmen. Die physische Beanspruchung dieses Sports zehrt zwar zweifellos an den Kräften, ist aber nicht die größte Belastung. Vielmehr ist es die emotionalen Seite des Triathlons, die uns am meisten fordert: von freudiger Erregung über Stolz und Genugtuung bis zur Zufriedenheit. Aber auch Angst, Frustration, Enttäuschung und Verzweiflung treten oft auf. Wohl jeder kennt alle diese Emotionen, die mit längerer Wettkampfdauer umso stärker werden.

Bild: Sportwelt Verlag, einmalig
Emotionale Höhen und Tiefen sind ein normaler und gesunder Bestandteil des Triathlons. Aber wir sollten nicht versuchen, die negativen Emotionen zu verdrängen, denn das wird nicht gelingen. Vielmehr ist es wichtig, dass wir negative Emotionen akzeptieren, herausfinden, wodurch sie ausgelöst werden, Lösungen suchen und dann die negativen durch positive Emotionen ersetzen.

Der Einfluss von Emotionen auf die Leistung

Foto: Ingo Kutsche, freiNegative Emotionen schaden der Leistung, egal, ob körperlicher oder mentaler Art. Frustration und Ärger lassen die Intensität steigen und können Muskelspannungen und Atemschwierigkeiten hervorrufen. Diese Gefühle können aus uns die Energie heraussaugen, so dass wir schnell ermüden.
Positive Emotionen hingegen bieten zahlreiche Vorteile: Sie motivieren dazu, die eigenen Ziele zu verfolgen, weil Anstrengungen mit guten Gefühlen belohnt werden. Sie fördern das positive Denken, das wiederum Selbstvertrauen aufbaut. Positive Emotionen regen außerdem die Konzentration an, und durch die Ausschüttung von Neurochemikalien, die wie Betäubungsmittel wirken, reduzieren sie das Schmerzempfinden.

Schmerz

Zweifellos ist der Schmerz das größte Hindernis, das sich einem im Triathlon in den Weg stellt. Schmerz ist aber auch ein wesentlicher und nützlicher Bestandteil des Trainings und Wettkampfs. Der Schmerz steht an der Spitze der Pyramide des erstklassigen Triathlons, weil dieser Faktor letzten Endes darüber entscheidet, ob man seine Triathlonziele verwirklichen kann oder nicht. Schmerzen senden eindringliche und unermüdliche Warnsignale an den Körper, die sich nur schwer ignorieren lassen. Andererseits liefern sie wertvolle Informationen über die jeweilige Triathlonleistung, anhand derer man seine Erfahrungen im Training wie im Wettkampf verbessern kann. Man kann den Schmerz als Verbündeten sehen, der einem bei der Verfolgung seiner Triathlonziele hilft. Man kann ihn aber auch als Feind betrachten, der einen daran hindert, sein Wunschziel zu erreichen. Ihre Haltung dem Schmerz gegenüber hängt davon ab, wie viel wir vom Schmerz verstehen und ob wir in der Lage sind, ihn zu meistern.

Schmerz ist nicht gleich Schmerz

Ingo KutscheWer den Schmerz zu seinem Vorteil nutzen will, sollte damit anfangen, eine realistische Einstellung zu den Schmerzen im Triathlon zu gewinnen. Vor ein paar Jahren war Jim mit einigen Freunden auf einer langen und anstrengenden Radtour unterwegs. Am Ende der Fahrt sagte einer der Männer: „War das ein Leidensfest!“ Diese Bemerkung veranlasste Jim, über den Schmerz, den Triathleten erfahren, nachzudenken und die Bedeutung von Schmerzen zu erkunden. Er wollte die Schmerzen in einen Zusammenhang stellen, damit Triathleten lernen können, sie realistisch zu betrachten und effektiv mit ihnen umzugehen. Das setzt allerdings voraus, den Unterschied zwischen Leiden, Schmerz und körperlichem Unwohlsein zu kennen und zu verstehen.

Alle Auszüge stammen aus dem Buch „Mentales Training für Triathleten und alle Ausdauersportler“ von Jim Taylor und Terri Schneider (ISBN 978-3-9811428-0-8).

Das Buch auf Amazon.

Zu Teil eins: Training mit Köpfchen
Zu Teil zwei: Motivation und Selbstvertrauen
Zu Teil drei: Erregung und Motivation

Über Nicole Luzar

Foto: Nicole Luzar, freiNicole Luzar ist Diplombiologin, staatlich geprüfte Übersetzerin und Autorin dieses Artikels. Sie ist außerdem Verlegerin von Triathlon- und anderen Sportbüchern und nimmt mindestens einmal im Jahr an einem Triathlon, Marathon oder Langstreckenschwimmen teil. Während zu ihrer Zeit als aktive Ruderin die sportliche Leistung im Vordergrund stand, legt sie heutzutage mehr Wert auf einen gesunden Ausgleich zur beruflichen Schreibtischtätigkeit.

Zur Website des Sportwelt Verlages.

Bilder: Sportwelt Verlag, Ingo Kutsche

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