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Frankfurt war abgehakt – Wettkampfbericht zum Ironman 70.3 Antwerpen

Nach der Enttäuschung von Frankfurt sollte es schnell weitergehen. Meine Sturzfolgen verheilten schnell und nach drei Tagen konnte ich schon wieder ein wenig trainieren. Ich war ja nur etwa acht Kilometer beim Ironman in Frankfurt gelaufen, so dass auch sonst keine großen körperlichen Wehwehchen vorhanden waren.
Mental sah es schon anders aus. Frankfurt sollte mein Jahreshighlight werden. Monatelang hatte ich für diesen Tag trainiert. Alle anderen Wettkämpfe vorher dienten „nur“ zum Formcheck für Frankfurt. Und ich war auch sehr auf diesen Tag fixiert.

Antwerpen sollte es sein

Nun hatte ich mich also für Antwerpen entschieden. Warum? Klar zum einen die relative Nähe und unkomplizierte Anreise und zum anderen eine flache Strecke um einfach mal Vollgas zu geben. Kein Taktieren und auch kein Überlegen. Genau darauf hatte ich jetzt Lust. Nach einigen Recherchen im Internet hatte ich schon Sorge, da es wohl einige organisatorische Mängel in den Vorjahren gab. Es sollte sich nicht bewahrheiten. Am Freitag ging es dann los.

Neben uns ein lauter Knall

Zum Glück konnte Ingo sich Zeit nehmen und begleitete mich. In Antwerpen wurden wir erst mal mit einer Schrecksekunde empfangen, als ein Audi TT direkt neben uns vier Autos zusammenschob. Noch mal Glück gehabt… Sekunden vorher standen wir noch da und meinem Trek wäre das sicher nicht bekommen. Zum Glück gab es keine Verletzten. Kaum angekommen ging es bei bestem Wetter auch gleich zum Laufstreckentest. Wir waren begeistert. Schöne Gassen und eine außergewöhnliche Altstadt. Auf jeden Fall sehenswert.

Zeitlich läuft hier alles anders

Der Wettkampfzeitplan begann außergewöhnlich spät. Erst am Samstag 14 Uhr durfte man sich registrieren und der Rad Check-In war sogar erst am Sonntag früh vor dem Rennstart möglich. Dieser war dann ebenfalls spät, nämlich erst um 11 Uhr (Wellenstart). Ich hatte Bange, dass bei 1.200 Teilnehmern alles glatt läuft. Im Nachhinein muss man sagen, es war perfekt so und richtig entspannt. Das Schwimmen fand in einem kleinen See westlich der Schelde statt. Rad gefahren wurde im angrenzenden riesigen Hafengebiet. Die Straßen waren sehr gut und nur ein paar Schienen waren etwas unangenehm. Höhenmeter gibt’s nur ganz wenige. Man muss also konstant „durchdrücken“. Gelaufen wurde dann in der Innenstadt.

jörg schüler freiSchwimmleistung von FFM bestätigt

Ich konnte eine solide Leistung abrufen und war etwa zwei Minuten hinter den schnellsten Schwimmern auf Platz 13 liegend aus dem Wasser gestiegen. Auf dem Rad fehlte mir zu Beginn ein wenig Kraft, doch nach dem etwa zwei Kilometer langen Tunnel unter der Schelde entlang und den damit verbundenen Höhenmetern hatte ich meinen Tritt. Ich verfolgte nun meine Vollgas-Taktik und war nach 40 Kilometern auf Platz fünf vorgefahren. Vorne kreiselten die Führenden hinter den Motorrädern und nur der spätere Sieger Bart Arnouts konnte noch schneller fahren als die Zwei an der Spitze. Die Radstrecke setzte sich aus einer etwa zehn Kilometer langen An- und Abfahrt sowie aus drei etwa 24 Kilometer langen Wendepunktrunden zusammen. Bei Kilometer 70 konnte ich zu Markus Fachbach aufschließen und ihn auch überholen. Nun war ich schon vierter. Ich fing nun doch an zu überlegen. Ich wusste, dass die beiden Belgier beim Laufen wohl schwer einzuholen waren, doch gegen den Russen Krylov rechnete ich mir Chancen aus, auch wenn dieser relativ „kraftschonend“ Rad fuhr.

Jörg Schüler freiZufrieden mit meiner derzeitigen Leistungsentwicklung

Die letzten 20 Kilometer auf dem Rad fuhr ich nun kontrolliert. So büßte ich zwar ein wenig Zeit ein, aber ich wusste auch, dass ich so noch „frisch“ genug sein würde, um richtig schnell zu laufen. Die drei Laufrunden ging ich also bewusst schnell an. Erstens um zu sehen, wie sich der Abstand nach vorn entwickelt und zweitens natürlich auch um nach hinten „abzusichen“. Die ersten zehn Kilometer in knapp 35 Minuten liefen dann solide und der Abstand zu Platz drei schrumpfte schon von vier auf unter zwei Minuten. Nach hinten schien auch genug Luft zu sein. Doch nach und nach wurde es zäh. Die Energie war nun alle und der Kampf begann. Bei Kilometer 15 hörte ich 1:15 Minuten nach vorn und 35 Sekunden nach hinten. Das war nicht beruhigend. Ich wollte Dritter werden und nicht Fünfter.

 

Jörg Schüler frei

Leider konnte ich dann auch nicht mehr mobilisieren. Die Stimmung an der Laufstrecke war richtig gut, doch mir ging es schlecht. So wurde ich auf den letzten Kilometern noch von zwei Konkurrenten überspurtet. Nach 3:53h konnte ich dennoch zufrieden ins Ziel trudeln. Klar, der Dritte war nur eine Minute schneller, doch alles in allem war das ein guter Wettkampf der mich wieder mit Zuversicht nach vorn schauen lässt. Den Ironman 70.3 Antwerpen kann ich auf jeden Fall empfehlen, die sehr sehr schöne Stadt sowieso.

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Fotos: Jörg Schüler

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