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Leistungsdiagnostik – Welche Werte sagen was aus?

6. Februar 2013 von Ferdinand Bader

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Maximale relative Sauerstoffaufnahmekapazität (VO2max)

Die relative VO2max gibt an, wie viel Sauerstoff ein Sportler maximal unter Belastung verwerten kann. Zum Vergleich zwischen mehreren Sportlern wird die absolute Sauerstoffaufnahmekapazität auf das Körpergewicht des Sportlers bezogen. Hochleistungssportler liegen bei 70-90ml/kg/min, untrainierte Menschen bei etwa 25-35ml/kg/min. Die Messung der maximalen Aufnahmekapazität ist mit einer Spiroergometrie möglich, hat aber weniger Aussagekraft als ihr nachgesagt wird. Gerade bei gut trainierten zeigen sich Leistungsfortschritte oft nicht in einer Verbesserung der VO2max, sondern eher in einer Verbesserung der prozentualen Ausnutzung im Bereich der Schwellenleistung oder in einer Verbesserung der Bewegungsökonomie.

Übrigens sind die Daten der Spiroergometrie von der Ernährung stark abhängig – so sieht man an den Werten zum Beispiel, wenn jemand vor dem Test Einfachzucker gegessen (oder getrunken) hat, oder generell „low carb“ isst.

Atemfrequenz

Ist die Anzahl der Atemzüge pro Minute. In Ruhe atmet der Mensch pro Minute etwa 11-15 Mal ein und aus. Die maximale Atemfrequenz unter Belastung kann bis zu 60 Atemzüge pro Minute betragen. Über die Leistungsfähigkeit sagt die Atemfrequenz alleine jedoch relativ wenig aus.

Atemminutenvolumen

Setzt sich aus Atemfrequenz und Atemzugvolumen zusammen und kann beim normalen Menschen 120-140 l/min betragen, Hochleistungssportler können bei Maximalbelastung bis zu 250l/min erreichen. Das Atemzugvolumen ist die Menge an Luft, die pro Atemzug ein- und ausgeatmet werden kann. In Ruhe beträgt das Atemzugvolumen etwa 500ml, unter Belastung steigt die Menge auf etwa 3,5-5l an.

Respiratorischer Quotient (RQ)

Der Quotient aus Kohlendioxid-Abatmung und Sauerstoff-Einatmung wird bei einere Atemgasanalyse zur direkten Messung des Kohlenhydrat- bzw. Fettstoffwechsels verwendet. Ein RQ von 0,7 bedeutet, dass momentan 100% der benötigten Energie aus Fetten bezogen wird. Ein RQ von 1,0 bedeutet, dass 100% der gerade benötigten Energie aus Kohlenhydraten bezogen wird. Wird die Belastungsintensität deutlich anaerob (über der Schwelle) kann der RQ sogar deutlich über 1,0 ansteigen, da zusätzlich das anfallenden Laktat im Blut gepuffert und verstoffwechselt werden muss. Anhand des RQs lassen sich somit die optimalen Trainingsbereiche eines Sportlers bestimmen und im Längsschnitt lässt sich hervorragend die Leistungsentwicklung beurteilen.

Body-Mass-Index (BMI)

Der Body-Mass-Index ist ein Anhaltspunkt zur Beurteilung des Körpergewichts. Mittels der Formel (Körpergewicht in kg) / (Größe in m)2 erhält der gesunde Durchschnittsmensch einen Wert von ca. 20-25. Allerdings berücksichtigen die Werte nicht die individuelle Veranlagung oder die Körperzusammensetzung. Beispiel: Ein muskulöser Mann, der bei 1,80m 90kg wiegt hat den gleichen BMI wie der gleich große und schwere Couch-Potato.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) gibt folgende Richtwerte an:

Kategorie             BMI (kg/m²)
Starkes Untergewicht     < 16
Mäßiges Untergewicht     16 – 17
Leichtes Untergewicht     17 – 18,5
Normalgewicht         18,5 – 25
Präadipositas         25 – 30
Adipositas Grad I         30 – 35
Adipositas Grad II         35 – 40
Adipositas Grad III         ? 40


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Ferdinand Bader ist Diplomsportwissenschaftler und Autor dieses Artikels. Er ist Experte auf der Trainingsplattform training.triathlon.de (www.training.triathlon.de)und bietet mit Formkurve (www.formkurve.com) Leistungsdiagnostik, Trainingsbetreuung und Sitzpositionsanalysen als kompetenter Partner im triathlon.de Center in München an. Er ist selbst als Extrembergsteiger und Triathlet bis zur Mitteldistanz unterwegs und betreut Freizeit- und Leistungssportler diverser Sportarten.
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