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Effektiv trainieren – es gibt zwei Wege

Krells Trainingsphilosophie Teil 1:
Effektiv trainieren – es gibt zwei Wege

14. April 2010 von Michael Krell

Krells Triathlon Trainingsphilosophie: Richtig trainieren - Teil 1

Heutzutage gibt es unzählige Möglichkeiten die persönliche Leistung zu diagnostizieren, und dass in allen Disziplinen. Anhand solcher Messwerte werden tausende Handlungsempfehlungen gegeben, was man tun sollte und was nicht. Vor lauter Bäumen sieht der Triathlet dann oft den Wald nicht mehr.


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Eins sollte jedem Hobby-Athleten dabei allerdings klar sein, die meisten dieser Methoden sind nur dafür da, uns das Geld aus den Taschen zu ziehen. Wobei es hierbei meist nicht um die einzelnen Messmethoden an sich geht, sondern um die sogenannten „Experten“, die daraus ihre Empfehlungen für den Athleten ableiten. Jeder „Hansdampf“ glaubt hier von sich, die Trainingslehre neu erfunden zu haben.

Nur mal ein Beispiel aus meinem Trainingslager auf Mallorca letzte Woche: Dort traf ich einen Athleten, dem sein Trainer tatsächlich einen GA1 Bereich von 110-115 zugeteilt hatte, und das bei einem Maximalpuls von über 190. Jeder, der sich nur ein ganz kleines bisschen mit Trainingslehre auskennt, weiß dass dies absoluter Schwachsinn ist. Einen so kleinen GA1 Bereich gibt es nicht und erst recht nicht auf diesem Pulsschwellenniveau. Da wird allein der Gang am Morgen zu Toilette zur ersten GA1 Einheit des Tages.

Dieser Athlet war so felsenfest davon überzeugt, dass er in den ersten Radausfahrten wirklich die Gruppe anhalten wollte, als sein Puls über 115 Schläge ging. Ich hatte wirklich Mühe mich zu beherrschen. Wer auch immer sein Trainer war, der ihm diesen GA1 Bereich empfohlen hatte, sollte tagelang in Laktat getaucht werden bis er freiwillig eine andere Berufsbahn einschlägt.

Fragt einmal einen kenianischen Spitzenläufer nach GA1/2, WSA, KA etc.? Er wird euch nur entgeistert anschauen. Dort läuft das tägliche Training so ab, dass stets locker begonnen wird und im Verlaufe der Einheit das Tempo unmerklich ansteigt, bis es zum Schluss in einen mörderischen Schlussspurt endet. Wer sich näher damit befassen möchte, empfehle ich folgenden Artikel von Runnersworld.de

Im zweiten Teil beleuchte ich einmal das Training der meisten Triathlonprofis etwas genauer und erkläre warum es auch nur für diese funktioniert, und sich nur bedingt für Hobbyathleten eignet. Im letzten Teil gehe ich schließlich auf das Training von Hobbyathleten ein, welches sich aufgrund der begrenzten „Freizeit“, stark vom Training der Profis unterscheidet. Dass beide Wege dabei zum Erfolg führen können, hat schon vor Jahren Stefan Holzner bewiesen. Dieser gewann sowohl mit dem Umfangtraining, als auch mit dem „zeitbegrenzten“ Training den Ironman Germany.

Teil 2: Von Muskelfasern und echten Profis
Teil 3 folgt übernächste Woche

Michael Krell in Buchform: Unter anderem gibt Michael sein Wissen in diesem Buch preis: Triathlon für Berufstätige

Michael Krell ist Autor des Artikels und zudem ein sehr aktiver und erfolgreicher Triathlet. Nachdem er sich die Quali für Hawaii beim Ironman Zürich 2008 bereits einmal sichern konnte wurde er 2009 zum Sub9 Finisher beim Challenge Roth. Krelli treibt auch bei uns im Forum sein unwesen und hat seinen eigenen Blog und hat auch sein eigenes Buch.
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