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Kompaktkurbel: Weniger ist manchmal mehr

25. Januar 2014 von Bernhard Scholz

Wieviele Kettenblätter, respektive Zähne, auf der Kurbel dürfen es denn sein? Es gibt verschiedenen Kurbel- und Kettenblattsysteme für das Renn- oder Triathlonrad. Wir erläutern euch die Vor- und Nachteile der verschiedenen Systeme.


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Welche Systeme gibt es? 

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Bild: Zweifach-Kurbel

Standard sind zwei Kettenblätter

Es gibt drei verschiedene Arten. Da wäre die Standard-Kurbel, welche im Falle von Shimano zwei Kettenblätter hat. Deren Aufnahmeschrauben bilden einen Kreis mit einem Durchmesser von 130 Millimetern (Lochkreisdurchmesser).

Bei Campagnolo haben die Kettenblätter einen Lochkreisdurchmesser von 135 Millimetern. Allerdings ist das nicht der einzige Grund, warum Shimano und Campagnolo Kettenblätter nicht kompatibel sind.

Etwas kleiner und kompakter

Darüber hinaus gibt es die Kompaktkurbelsysteme, die ebenfalls zwei Kettenblätter haben, die aber mit einem kleineren Lochkreisdurchmesser von 110 Millimetern befestigt werden. Dies gilt zwar auch für Campagnolo, jedoch ist eine der Schrauben bei Campagnolo etwas versetzt, was wiederum eine Kombination oder einen Mix der Hersteller unmöglich macht.

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Bild: Dreifach-Kurbel

Mit Rettungsring

Schlussendlich gibt es auch noch die 3-fach Kurbeln, welche eben drei Kettenblätter montiert haben. Dabei haben die beiden größeren Kettenblätter einen Lochkreisdurchmesser von 130 Millimetern, während das kleinste Kettenblatt (der oft benannte „Rettungsring“) nur 74 Millimeter hat.

Spezielle Kurbeln wie Bahnkurbeln mit 144 Millimeter Lochkreisdurchmesser lassen wir mal außen vor.

Nicht jeder Hersteller hat alles im Programm

Shimano ist eigentlich der letzte große Anbieter der hochwertige Kurbelsysteme in einer 3-fach Variante anbietet. Campagnolo hat zwar ebenfalls 3-fach Gruppen im Programm, allerdings sind diese technisch gesehen weit hinter den modernen Topgruppen zurückgeblieben. FSA (Fullspeedahead) bietet ebenfalls nur Einsteiger-Modelle mit drei Kettenblättern an, und SRAM konzentriert sich komplett auf 2-fach Schaltungen.

Problemchen der 3-fach Kurbel

3-fach Kurbeln benötigen einige spezielle Teile, wie zum Beispiel ein Schaltwerk mit längerem Käfig, um die Kettenspannung auch bei großen Gangsprüngen halten zu können. Außerdem einen anders geformten Umwerfer, eine längere Innenlagerachse und in den meisten Fällen andere Schalthebel. Die längere Innenlagerachse führt dazu, dass schon alleine aus technischer Sicht 3-fach Systeme an Triathlon Rädern tabu sind. Warum?

Schlechtes Schaltverhalten bei kurzem Hinterbau

2014_FUJI_Aloha_1.1_SIDENun, moderne Triathlonrahmen haben sehr kurze Rahmen-Hinterbauten, was in Verbindung mit einer 3-fach Kurbel eine sehr schräg laufende Kette zur Folge hätte. Dadurch wäre ein sauberes Schaltverhalten nicht mehr gewährleistet, und der Verschleiß enorm groß. Vorteil einer 3-fach Kurbel ist jedoch die große Übersetzungsbandbreite, da vorne vom großen Kettenblatt (53 Zähne) zum kleinen (30 Zähne) eine große Vielseitigkeit zur Verfügung gestellt wird.

Für Reiseradler, Touren- und Freizeitrennradfahrer, die auch gerne mal einen Abstecher in die Berge machen ist das optimal. Auch sportive Rennradfahrer, die viel in den Bergen unterwegs sind oder zum Beispiel eine Alpenüberquerung mit vielen Pässen planen freuen sich über das „Rettungsritzel“ wenn der Berg steiler und die Beine müder werden. Das Mehrgewicht von 200 bis 300 Gramm nimmt man dann gerne in Kauf.

Auf der nächsten Seite: Standard oder Kompakt?


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Unser Bikeexperte Bernhard Scholz ist Autor dieses Artikels und gelernter Zweiradmechaniker und hat schon so einige Räder prominenter Radsportler verarztet. Der bekennende Triathlet und Materialfetischist gibt unter anderem auch immer wieder gute Tipps bei uns im Forum. Dort treibt er als triQ sein Unwesen.
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