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Knochenjob Triathlon: Der Ermüdungsbruch

25. März 2015 von Ann-Christin Cordes

Ein Ermüdungsbruch wird auch Stressfraktur genannt – zu Recht: Erleidet ein Sportler einen Ermüdungsbruch, ist der Grund dafür meist eine Überlastung der Knochenstruktur durch zu viel Training. Eine Regeneration des Knochengewebes ist durch zu wenig Erholungszeit nicht möglich. Die umliegende Muskulatur ermüdet bei zu großer Belastung ebenfalls und kann den Knochen nicht mehr unterstützen. So wird der Stress für das Knochengerüst noch größer, es wird erst instabil und bricht im äußersten Fall. Am häufigsten betroffen sind die unteren Extremitäten wie das Schienbein oder der Mittelfußknochen.


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Bei Läufern sind Ermüdungsbrüche durch die hohe, aber immer gleiche zyklische Belastung des Knochengerüsts am ehesten zu erwarten. Triathleten haben zwar einen sehr hohen Trainingsumfang, allerdings sollte die Belastung durch eine kluge Trainingsplanung gut verteilt werden können.

Ursachenforschung

Kommt es bei Triathleten zu einem Ermüdungsbruch, müssen der Laufumfang und die Verteilung der Laufeinheiten in der Woche sowie die Gesamtbelastung genauestens betrachtet werden – wer Fehler macht, kann immerhin aus ihnen lernen! Aber nicht nur Übertraining allein kann Grund für eine Stressfraktur sein: Frauen weisen meist eine instabilere Knochenstruktur als Männer auf, daher sind Erkrankungen wie Osteoporose beim weiblichen Geschlecht auch häufiger zu finden. Menstruationsprobleme können außerdem auf zu viel Stress hinweisen. Dieser kann auch durch Essprobleme verursacht sein. Neben der allgemeinen körperlichen Belastung durch eine Magersucht oder Ähnliches ist auch die Versorgung des Knochens mit Nährstoffen für die Regeneration behindert.
Eine hohe Belastung auf einzelne Bereiche des Knochens kann auch durch Fußfehlstellungen, gravierende muskuläre Dysbalancen oder eine Beinlängendifferenz bedingt sein. Werden diese nicht erkannt und orthopädisch behandelt, wächst der Stress auf den Knochen. Ein Ermüdungsbruch kann also viele verschiedene Ursachen haben.

Versteckter Bruch

Der Bruch eines Knochens wird vor allem mit direkter Gewalteinwirkung von außen assoziiert. Übertraining ist aber ebenfalls eine Art Gewalteinwirkung – tückisch ist, dass der Bruch hier nicht akut auftritt sondern schleichend als Prozess vonstattengeht. Deshalb wird er oft erst spät erkannt.
Schmerzen treten eher unspezifisch und fast nur während der Belastung auf. Die betroffene Stelle schmerzt bei Druck und eine Schwellung kann entstehen. Da die Brüche und Risse im Knochen manchmal nur sehr klein sind, sind sie auch nicht immer auf einem Röntgenbild zu erkennen. Erst eine MRT-Aufnahme in der „Röhre“ ermöglicht eine genaue Diagnose.

Knochen heilen langsamer als beispielsweise Muskel- oder Sehnengewebe. Daher sind bei einem Ermüdungsbruch mehrere Wochen Trainingspause nötig. Da ein Ermüdungsbruch ein eindeutiges Zeichen für Übertraining ist, ist diese Pause auch für den restlichen Körper vonnöten. Tapeverbände stabilisieren die betroffene Stelle, ein Gips oder gar eine Operation sind selten nötig. Allerdings werden oft entzündungshemmende Medikamente verschrieben. Um einer Degeneration des Muskelgewebes vorzukommen, ist eine Physiotherapie sinnvoll. Triathleten können dann nach einigen Wochen schon mit Schwimmen und Aquajoggen in das Training einsteigen. Natürlich gilt es außerdem genau, die Ursachen zu erforschen und dann auch zu beseitigen. Insgesamt benötigt die komplette Ausheilung eines Knochenbruchs mindestens sechs Monate.

Prinzipientreue als Vorsorge

Wie kann man sich also vor einem Ermüdungsbruch schützen, um eine solch lange Pause zu vermeiden? Indem man sinnvoll und geplant trainiert und sich dabei an die Prinzipen der Trainingssteuerung hält! Dazu gehört es, den Trainingsumfang sowie die Intensität erst allmählich zu steigern. Außerdem gehören Regenerationszeiten fest ins Training eingeplant. Jeder Trainingseinheit geht außerdem ein ausführliches Aufwärmprogramm voran. Und auch das Training der allgemeinen Athletik ist wichtig, um mit einer starken Muskulatur die Knochen schützen zu können.
Mögliche Fehlstellungen der Füße oder Beine können orthopädisch behandelt werden. Oftmals reichen eine einfache Einlage oder der Wechsel des Schuhwerks, um Probleme zu beheben. Eine sportgerechte Ernährung sorgt für eine ausreichende Nährstoffversorgung der Knochen.
Alle Maßnahmen sollten immer wieder kontrolliert und hinterfragt werden. Wer all diese Prinzipien beachtet, vermeidet nicht nur Verletzungen sondern wird langfristig auch seine Leistung besser steigern können!

Foto: Fotolia

Ann-Christin Cordes ist Autorin dieses Artikels. Die studierte Sportwissenschaftlerin arbeitet als Triathlon-Trainerin für Jugendliche (VTB Varel) und freie Sportjournalistin. Seit 16 Jahren ist sie selbst aktive Triathletin und startet über die kürzeren Distan
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