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Klassisch Langlaufen: Alles andere als gemächlich

10. Januar 2016 von Christine Waitz

Madshus, freiLanglauf hat sich als Trainingsalternative im Winter mittlerweile bei vielen Triathleten durchgesetzt. Im dynamischen Skatingschritt drehen die Athleten ihre Runden. Kaum jemand beachtet die etwas langsameren, klassischen Langläufer, die in der Spur dahingleiten. Doch warum eigentlich? Wir haben einmal (in) die Spur gewechselt und stellten fest, dass auch dieser Weg zum Ziel führt: das Legen von Ausdauer und Kraftgrundlagen für die neue Saison.


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Der klassische Stil – nicht nur für Gesundheitssportler

Christine Waitz, freiGemeinhin gilt der klassische Langlaufstil als einfacher zu erlernen und als weniger Dynamisch, als der bei Triathleten beliebte Skating-Stil. Wenn mit weniger dynamisch, ein geringeres Tempo gemeint ist, dann mag das stimmen. Nicht ganz korrekt ist allerdings, dass dieser Stil einfach wäre. Auch die Annahme, dass das dahinrutschen in der Spur nicht sehr anstrengend sei, stellte sich bei unseren ersten klassischen Langlaufversuchen als Trugschluss heraus. Die Wahrheit ist, dass auch der klassische Stil äußerst dynamisch, Kraft- und Ausdauerzehrend sein kann. Sofern man die Technik richtig beherrscht. Und das ist gar nicht so einfach.

Das Material

Doch beginnen wir mit der Materialauswahl. Ein klassischer Langlaufski ist im Vergleich zu den Skating-Ski länger und relativ schmal. Der wichtigste Unterschied findet sich auf der Lauffläche des Skis. Statt der durchgehenden Gleitfläche findet sich im Mittelbereich eine Steigzone. Diese zeigt sich entweder in Form einer Schuppenstruktur oder in Form einer Steigwachszone. Wobei die Schuppenskier, oder auch NoWax-Skier pflegeleichter sind, da sie nicht vor jedem Training präpariert werden müssen. Da diese Art der Langlaufskier jedoch Nachteile sowohl im Abdruck, als auch in der Gleitphase mit sich bringen, sind sie vor allem für Einsteiger geeignet.
Dank der Spannung im Ski, die in der Mitte am größten ist, hat die Steigzone nur in der Abdruckphase Bodenkontakt. In der Gleitphase kann der Athlet ungebremst Tempo machen.

Schuhe und Stöcke 

Die passenden Schuhe zum Stil besitzen eine sehr flexible Sohle, um ein Abrollen des Fußes möglich zu machen. Ebenso fällt die Stabilisierung im Sprunggelenk etwas geringer aus – gilt es schließlich keine Diagonalbewegung zu stützen. Um das Outfit komplett zu machen, wählt der Klassik-Läufer rund schulterhohe Stöcke. Und schon kann es losgehen.

Dem Laufen ähnlich

Christine Waitz. frei

Werden beim Skaten im Schlittschuhschritt die koordinativen Fähigkeiten des Athleten stark gefordert, stellt sich im Klassischen zumindest die koordinative Komponente nicht als Problem heraus. Ähnelt die Bewegung in ihren Grundzügen doch sehr dem gewohnten Laufen.
Nun gilt es in der Spur möglichst gut zu gleiten. Dazu wird sich mit Hilfe der Schuppen, oder dem Steigwachs, die am Untergrund haften, beziehungsweise Wiederstand bieten, abgestoßen. Daraufhin sollte das Gleichgewicht auf einem Bein gehalten werden, bis der nächste Schritt folgt. Die Arme bewegen sich entsprechend der gewohnten Laufbewegung mit. Klingt doch gar nicht so schwer?!

Der Teufel liegt im Detail

Tatsächlich ist der Einstieg in die klassische Technik einfacher, als der in die des Skatens. Die Schwierigkeit beim Laufen in der Spur liegt jedoch im Detail. Denn um auch an der Seite der Loipe dynamisch, schwungvoll und sportlich dahingleiten zu können, bedarf es eines guten Abdrucks. Der Zeitraum, in der man jedoch die Steigzone, also den Haltgebenden Bereich des Skis, perfekt treffen kann, liegt bei rund 0,2 Sekunden. Das bedarf einiges an Übung.

Madshus, frei

Ganzkörpertraining in der Spur

Das Klassische Skilanglaufen, eignet sich dank seiner Ähnlichkeit zu Sprungläufen und zum Laufen allgemein also auch für Triathleten. Von der Arm-, über die Rumpf, bis hin zur Beinmuskulatur wird nämlich kaum ein Muskel unbelastet gelassen. Und wer im Rahmen seines Lauf ABCs schon einmal Sprungläufe gemacht hat, kann erahnen, wie konditionell fordernd das Laufen in der Spur ist.

Fotos: Madshus, triathlon.de

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