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Die schönste Zeit im Jahr

Für 95 Prozent aller Menschen ist die Weihnachtszeit die wohl schönste Zeit im Jahr.

Es ist Zeit für Geschenke, Liebe und Weihnachtsmarktbesuche. Man lässt das Jahr nochmal Revue passieren und wundert sich, wie in jedem Jahr zuvor auch, wie schnell zwölf Monate verfliegen. Man erinnert sich, was man alles nicht erledigt hat und was man vor sich herschiebt für das neue Jahr.

Marathon der anderen Art

Nicht selten ist die vermeintlich schönste Zeit im Jahr ein Marathon der anderen Art. Wir hetzen von Weihnachtsfeier zu Weihnachtsmarkt, quälen uns durch überfüllten Geschäfte um noch schnell die letzen überteuerten Geschenke für einen völlig gequälten Heiligabend zu besorgen. Wir schieben das fette Essen in den Backofen, der dank verschiedenster Plätzchenrezepte bereits seit Ende November im Dauerbetrieb ist und schauen uns zum gefühlt 100sten Mal eines der Dezember-Fernseh-Highlights wie „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ an.

Das ist sie also, „die schönste Zeit im Jahr“. Die immer wieder absolut unerwartet kommt und doch dann auch irgendwie viel zu schnell vorbei geht. Zeit für Melancholie….

Weihnachten aus anderer Perspektive

Ich war sicherlich nicht immer der „typische“ Krebspatient, habe viele Dinge mit viel schwarzem Humor gesehen, habe nicht viel über Konsequenzen meiner Behandlung nachgedacht und bin immer recht pragmatisch mit meiner Krankheit umgegangen. Aber ich denke, in einer Sache ticken wir (kranken) dann doch alle gleich: Weihnachten.

Nicht selten liest man, dass gesunde Menschen tausend Wünsche haben, ein „kranker“ nur einen einzigen. Nämlich gesund zu werden.

Ganz so melodramatisch habe ich es nicht gesehen, aber die Prioritäten haben sich ein wenig verlagert. Kurz vor Weihnachten habe ich im letzen Jahr mit Chemotherapie und ketogener Ernährung begonnen. Kein Lebkuchen, keine Kekse, kein Schokoadventskalender und keine besonders schöne Vorweihnachtszeit. Und keine Liebe.

Zurück auf dem Boden der Tatsachen

Es machte sich irgendwie doch ein bisschen „Endzeitstimmung“ breit. Die Frage ob ich in 2014 noch ein Weihnachten miterlebe habe ich mir ab und zu dann doch mal gestellt. Ganz heimlich, still und leise. Eine Antwort habe ich nicht gefunden, dafür aber Geschenke für die Familie. Wenn schon ein letztes Weihnachtsfest feiern, so habe ich gedacht, dann auch nochmal richtig etwas verschenken.

Heute sieht das anders aus. Heute ist man wieder auf dem Boden der Tatsachen angekommen. Die Gedanken aus 2013, was Leben und Sterben betrifft, sind weitestgehend verflogen.

Julia Jeromin, einmalig

Was geblieben ist, dass ist der Wunsch nach Weihnachten.

Was sich verändert hat, ist der Wunschzettel. Statt „Leben“ steht da heute „Garmin 920XT“. Eigentlich genauso unrealistisch wie im letzten Jahr. Aber man wird sich ja wohl nochmal was wünschen dürfen…;-) Schnee wäre auch schön, schließlich ist man ja trotz des ganzen Weihnachtskonsums auch irgendwie noch Triathlet. Die Laufschuhe habe ich schon mal bereitgestellt und der Hund wartet auch auf die ersten Flocken.

Julia Jeromin, einmaligOffseason ist ebenfalls die schönste Zeit im Jahr. Mit dem Mountainbike durch einen verschneiten Wald, statt Glühwein auf dem überfüllten Weihnachtsmarkt. Schlittenfahren statt Geschenke-Shopping,  beim Laufen das Knatschen des Schnees unter den Schuhen. Das ist die wahre Weihnachtsromantik. Nicht das, was uns die Werbung vorgibt.

In diesem Sinne, liebe Triathlon-Gemeinde wünsche ich jedem einzelnen von Euch ein schönes Weihnachtsfest, viele gute Gedanken, leckeres Essen und viele tolle Wintereinheiten draußen in der Natur.

Zu Julia Jeromins Website.

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Fotos: Julia Jeromin

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