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AngeSpornt – oder auch:  „Bundespost“ und die Wirkung von Facebook auf die Triathlonmotivation

Habe ich noch in meinem letzten Blogbeitrag frohen Mutes von Lauf-ABC und „einfach mal los laufen“ vorgeschwärmt, so hat mich schon kurze Zeit nach der Veröffentlichung die Realität eingeholt.

Julia JerominFersensporn – ein Begriff, mit dem sicher der ein oder andere Läufer etwas anfangen kann. Die wohl meist gehasste Verletzung, die einen treffen kann. „Warum ausgerechnet mich und wieso jetzt?! Ich hab doch grad so viel vor!“, jammert plötzlich mein Ego, während es sich mein oft zitierter Schweinehund gemütlich macht.

Das gesamte Internet habe ich nach Behandlungsmethoden, Tipps und Tricks durchsucht – und war geschockt… Denn die durchgängige Aussage der Mitleidenden schien genauso eindeutig wie unvorstellbar: Die meisten Betroffenen laborieren mal eben locker sechs bis zwölf Monate mit diesem fiesen Teil herum. Aber nee, das geht nicht, ich habe doch keine Zeit, ich möchte doch 2015 nach Aix en Provence oder Rügen oder Gdynia. Oder doch lieber nach Bocholt?!?

Botox gegen Schlechtes Timing?

Der Fersensporn passt so gar nicht in mein Timing und das blöde Ding tut auch noch weh. Sucht man im Netz nach Infos, findet man tausende Vorschläge zur Heilung. Normalerweise tue ich das nicht, aber diesmal habe ich gefühlt alle Ärzte- und Laufforen „leergelesen“ und mir dann einen Vorrat an Mittelchen zugelegt, die möglicherweise helfen könnten.

Von Fuad Rugovac, vom Herner Triathlon-Team 11, habe ich dann noch den Hinweis auf Botox bekommen. Also bitte, liebe Triathleten, ich weiß ja selbst, dass wir absolute Materialjunkies sind, aber Botox im Fuß… Muss das wirklich sein? ;-) Es musste sein. Und es half. Bei ihm. Fuad wünsche ich auf diesem Weg von Herzen viel Erfolg und einen faltenfreien Ironman auf Mallorca! ;-)

Bei mir wird das anders, ganz sicher. Botox kommt mir nicht in die Stirnfalte und schon recht nicht unter den Fuß. Und für 18 Monate Pause habe ich auch einfach keine Zeit. Und schon mal gar nicht kommt in Frage, dass die Heilungsdauer vom Krebs kürzer war als die beim Fersensporn bei 80% aller Betroffenen.
Bei mir ist bisher vieles anders gewesen was Krankheitsverläufe angeht. Also ging´s los.

Facebook weiß Rat

In Zeiten von Facebook werden ja alle möglichen Infos über diverse Pinnwandeinträge eingefordert. So auch bei mir. Ich habe kurzerhand eine „Ausschreibung“ nach einem fähigen Orthopäden für meinen Freundeskreis veröffentlich und nicht mal 24 Stunden später habe ich mich in der Praxis „TheraMediCom“ von Dr. med. Peter Dietrich in Dortmund wiedergefunden. Auf diese Idee hätte ich auch selbst kommen können, schließlich kenne ich Peter seit vielen Jahren und weiß, dass er selbst eine äußerst sportliche Karriere an den Tag gelegt hat. Wer könnte mein Streben nach Laufen besser verstehen und behandeln als er.
Bis zu diesem Zeitpunkt war ich mir noch sicher, dass eine kleine Laufpause und Schuheinlagen Linderung bringen. Aber da hatte ich mich wohl getäuscht.

„Stoßwellentherapie“ war ab jetzt das Zauberwort, das Besserung bringen sollte. Und ich schwöre Euch, kaum eine andere Behandlung ist so unangenehm wie dieses fiese Zertrümmern von irgendwelchen Ablagerungen, die im Fuß umherschwimmen.
Und „Umherschwimmen“ war ein gutes Stichwort. Es gibt doch nichts schöneres, als einen Arzt, der die „Vorlieben“ seiner Patienten bis ins kleinste Detail kennt.

Das schöne am Triathlon: Man kann ja immer noch schwimmen

Weil er meinen Blog auf Facebook verfolgt, konnte seine Empfehlung für die nächsten Wochen nur lauten: Laufpause.
Andreas Steffen, einmalig

Und weil ich so „gerne“ schwimme, sollte ich einfach die Einheiten im Wasser nutzen um fit zu werden. Ich erinnere mich noch an sein „…das ist ja das Schöne am Triathlon, man kann in Verletzungspausen immer noch schwimmen…“ Ja, ja. Recht hat er. Und das sollte ich in den kommenden vier Wochen immer mehr zu spüren bekommen.
Die Stoßwellen-Therapie und die vielen Tipps & Handgriffe drumherum (manuelle Therapie auch gern genannt) haben Wirkung gezeigt! (Dass ich Unmengen von Schüssler Salzen in mich reingeworfen und  über Nacht „Enelbin-Paste“ geschmiert habe, erwähne ich nur am Rande). Ich hatte wieder mal richtig viel Glück. Und kann nach lediglich sieben Wochen schon wieder locker mit dem Laufen anfangen.

Weil ich weiß, dass Du hier mitliest: Danke, Peter! Du hast vom ersten Tag an mit Deiner positiven Art und allen Tipps absolut Recht behalten. Aber eins muss ich Dir trotzdem beichten: Schwimmen war ich in der Zeit leider nur drei mal! ;-) Sorry. Trotzdem ich (so ein bisschen) Frieden mit dem Schwimmen geschlossen habe – Spaß ist was anderes.

Prominente Motivation

Andreas Steffen, einmaligRadfahren zum Beispiel. Das mag ich. Sehr sogar. Es gibt kaum etwas Schöneres, als sich auf dem Rennrad den Wind um die Nase wehen zu lassen.
Vor ein paar Wochen kam ich völlig erledigt von einer 70 Kilometer-Runde nach Hause, wollte meine Runtastic Zeit checken (ja, Runtastic – für einen Garmin hat’s noch nicht gereicht, liebe möglicherweise mitlesende Sponsoren ;-) ) und hatte virtuelle Post:

Einmal lesen, nochmals lesen. Sacken lassen und dann höre ich mich zu meinem Freund sagen:
„Dan Lorang hat in meinen Blog gelesen und mir eine Mail geschickt!“.
„Wer?“
„Dan Lorang, der Bundestrainer!“
Und wieder einmal „Bäähm!!“.

Über seine Mail und die netten Worte habe ich mich wie ein kleines Kind gefreut! Denn ich fragte mich anfangs noch sehr oft, ob jemand überhaupt lesen will, was ich da so schreibe. Schließlich gibt’s schon genug Blogs, über Krebs, über Sport, über Mode. Über alles Mögliche wird heute gebloggt.
Und wen interessiert schon, wie man so in seinen Trainingsanfängen rumdümpelt.
Letztlich haben meine Freunde mich während meiner „Krankzeit“ immer wieder bestätigt weiter zu schreiben und heute freue ich mich über mein virtuelles Tagebuch.

Mit Spass auf dem Weg zur Mitteldistanz

Auch wenn es noch ein langer, langer Weg zum Ziel „Mitteldistanz“ ist, habe ich festgestellt, dass Triathlon etwas ist, das mir richtig Spaß bereitet.
Seltsam ist jedoch, dass man oft erst ein Schlüsselerlebnis braucht um festzustellen, was man in seinem Leben ändern muss, um glücklich zu sein.
Ich bin momentan dabei, das Gelernte umzusetzen. Was im Kopf schon angekommen ist, das muss jetzt auch auf Schwimmen, Radfahren und Laufen übertragen werden. Dann sind hoffentlich Leistungen möglich, an die ich vor einem Jahr nicht mal im Traum gedacht habe.

Auf meinen ersten Blogbeitrag hab ich viel Feedback  erhalten, vielen Dank an dieser Stelle nochmals dafür! Ich freue mich, über jeden einzelnen Leser!
Und wenn jetzt noch jemand den einzig wahren, den ultimativen Schwimm-Motivations-Tipp für mich hat, wird aus Sympathie zwischen dem kalten Nass und mir vielleicht doch noch echte Liebe. :)

Bis dahin, habt eine gute Zeit!

Julia

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Fotos: Andreas Steffen

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