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Do it for the holy s*** you got fast

Ich hatte einen Termin zum Bikefitting: Julia dreht am Rad Teil 2 sozusagen.

Bikefittings sind für Triathleten ungefähr das, was für Shoppingvictims  Ausflüge in die Umkleidekabinen sind: Stundenlange Aufenthalte verbunden mit viel Schweiß, drehen, anpassen, zurückversetzen, nochmal anpassen, bis letztlich alles sitzt.

Männern dürfte der Vergleich zum Shoppingausflug eher fremd sein – aber das stundenlange Schrauben am Rad, das kennt Ihr, nicht wahr! Genau so einen Mann, mit viel Liebe zum Detail haben wir gesucht und gefunden. Einen Edelhelfer quasi. Aber fangen wir von vorne an, in der Kurzversion, sonst würde das den Rahmen sprengen.

Julia Jeromin, einmalig

Fangen wir  mit den Fittings an.

Mir war ja klar, dass es wichtig ist, wie man auf dem Rad sitzt und das man am besten jemanden dabei hat, der sich damit auskennt, aber was für eine Detailarbeit dann doch darin steckt, das war mir nicht wirklich bewusst. Ich hatte bereits ein Fitting mit meinem Rennrad gemacht und auch mein Zeitfahrrad wurde zu Beginn angepasst, aber irgendwas verändert sich ja doch im Laufe der Zeit. So haben wir, geschraubt, markiert, ausprobiert, zurückversetzt, wieder ausprobiert, bis letztlich für alle Beteiligten ein zufriedenstellendes Ergebnis dabei herausgesprungen ist.

Da ich muskulär oftmals eher einem angeschossenem Reh gleiche, als einem Athleten, brauche ich manchmal besonders viel Geduld, Wärme und Dehnübungen um meinen angestaubten Körper zu Höchstleistungen zu überreden.

Somit war es für mich besonders wichtig herausfinden, was ich auf dem Rad bezwecken möchte. Die Frage war: Möglichst aerodynamisch sitzen oder gemütlich? …. Im Hinblick auf den Ironman Frankfurt nächstes Jahr kann eine Antwort nur so ausfallen: Beides.

Die goldene Mitte

Ein Traum für einen jeden Bikefitter…(nicht). So in etwa, wie in einer mit Neonlicht ausgeleuchteten Umkleide Kabine eine Jeans anzuprobieren. Hatte ich zumindest gedacht. Aber Carsten ist einer der besonderen Spezies: besonders geduldig, besonders erklärfreudig, besonders bastelfreudig, besonders kooperativ, schlichtweg: besonders.

Und so war es nicht besonders verwunderlich, dass er erstmal die Neonlampen einschaltete und wir nach knapp zwei Stunden die optimale Sitzposition für mich rausgefunden hatten. Sattel nach oben, Armwinkel angepasst, so gut wie möglich physische Unebenheiten ausgeglichen und letztlich noch festgestellt, dass ich doch längere Arme habe, als ich wollte. ;-) Also den ganzen Apparat noch ein Stück nach vorne geschoben.

Auf der Rolle war das noch ganz angenehm, bei der ersten Ausfahrt fühlte ich mich, als würde ich das erste Mal auf dem Hobel sitzen und jemand hätte zu früh die Stützräder abgebaut. Gehört wohl dazu, schließlich hatte man mich vorgewarnt, es langsam angehen zu lassen….

Ich finde es immer wieder bemerkenswert, wie sehr einem „Material“ doch an’s Herz wachsen kann. Ich kenne das zwar noch aus meiner Pferdemädchen-Zeit, da war mein Pferd mein Tageshighlight, die ganz große Liebe… Aber ein Rad….?!? Halten wir fest: Ich mag mein Rad, bin auch gern damit unterwegs, aber wie in jeder Beziehung gibt es bei uns auch Höhen und Tiefen. Und manchmal verliebt man sich einfach in was anderes…..

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Fotos: Julia Jeromin

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