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Trainingslager oder Aktivurlaub – oder der allabendliche Wahnsinn am Buffet

Liebe Leute, sollte ich in meinem nun fast dreijährigen „Triathletendasein“ eigentlich wissen, dass Planung nicht immer nur der Realität, sondern vielmehr der Theorie in meinem Leben entsteht, habe ich es wieder getan: Wir haben ein Trainingslager geplant. Mit allem drum und dran.

Räder gemietet, Hotel gebucht, Trainingsplan erstellt, einen Riegel-Hersteller aus der Schweiz leergekauft, das ein oder andere Trainingsoutfit erneuert und Routen für lange Touren geplant.

Dann kam die erste Ernüchterung – oder besser gesagt, der große der Schock knapp eine Woche vor dem geplanten Abflug. Seit einigen Tagen hatte mein Freund Kolja Probleme mit der Schulter, eine Ärzte- und Physioodyssee hinter sich, mit einem immer wiederkehrenden Problem. Ein um ein vielfaches angeschwollener Arm nach jedem Schwimmtraining. Erst beim Gefäßchirurgen bekamen wir die bittere Wahrheit um die Ohren geknallt – Thrombose in der Subclavia, der Vene an der Schulter. (Hatte er gar nicht bemerkt, bei all den Intervallen, die er die Tage davor noch geballert ist) Bähm. Das war’s.

Triathlon heißt flexibel zu sein

Adiós Trainingslager. Adiós Duathlon – EM. Adiós 2. Bundesliga. So der Plan des Gefäßchirurgen. Aber weil wir ja gelernt haben, dass man flexibel mit der ganzen Planerei umgehen muss, haben wir alle Sofortmaßnahmen ergriffen, die man nur ergreifen konnte:

Julia Jeromin, einmaligUmplanen. Und Wünsche an’s Universum schicken. Und den Trainingsplan umstellen, ähm streichen. Hat scheinbar funktioniert. Denn nach Mallorca sind wir trotzdem geflogen. Mit dem Segen des Arztes, mit vollen Trainingsutensilien und, zum Glück, wie wir heute beide sagen können, die nervenaufreibende Zeit, in der wir uns Gedanken um mögliche Risiken einer Lungenembolie gemacht haben, sind Geschichte.

Wir blicken zurück auf eine ereignisreiche, lustige und leider viel zu kurze Woche in Alcudia.

Das Kloster Lluc, das Cap Formentor, der obligatorische und oft angepriesene Kuchen in Petra, sind die Highlights unserer Radausfahrten gewesen. Lockere Läufe am Strand mit einer tollen Kulisse im Hafen von Alcudia, waren die Entschädigung für ausgefallene Intervalle und Koppeleinheiten. Lena K., Silke L., und Benny K. stellten sich als echte Trainingspartner auf Augenhöhe für die Schlachten am Buffet heraus. #ticktricktrack

Alles in allem können wir also durchaus zufrieden mit unserem Aktivurlaub sein.

Julia Jeromin, einmaligWährend für mich nur knapp 350 Radkilometer mit einigen Höhenmetern auf dem Tacho standen, konnte die Anzahl der Kalorien sich um ein vielfaches erhöht haben mit der Trainingsgruppe. Dreimal am Nachtisch vorbeizugehen, ist genauso überflüssig, wie dreimal den Anstieg zum Kloster Lluc hochzufahren. Und es macht dennoch Spaß. Man fühlt sich gut und weiß, dass sich der Schmerz sich am Ende des Tages ausgezahlt hat. Zumindest bei der Tour zum Kloster. Die Magenschmerzen nach Kuchen, Eis und Honigmelone hätte man sich auch eigentlich schenken können.  #störtabernicht

Wir machen es alle aus einem Antrieb: Spaß!

Zumindest in der Theorie, denn in der Praxis sieht das, wen wundert es, schon wieder ganz anders aus. Wenn ich ein Fazit nach meinem ersten „Trainingslager“ für mich ziehe, habe ich zwar noch viel Luft nach oben, aber auch einiges richtig gemacht und viel gelernt. Freundschaften geknüpft und wichtige Erkenntnisse gewonnen. Nämlich das Silke L. lieber bei Lena K. schläft, weil Benny K. nur 90cm hat…  :-) Das sind die Momente, in denen man einen komplett gefüllten Speisesaal unterhält, und weiß, dass man wirklich alles mit der „Planung“ richtig gemacht hat. Neben all den ambitionierten Einheiten, die man plant, all die restriktiven Dinge die man während eines Trainingszyklusses einhält, darf man eins nicht vergessen: Wir machen das alle aus dem einen Antrieb: Spaß. Und den hatten wir in dieser Woche. Mehr als ich es mir im Vorfeld hätte vorstellen können.

Julia Jeromin, einmalig

Round and round it goes…

Aber weil wir ja auch alle wieder zurück in den Alltag müssen, beginnt die Prozedur jetzt wieder von vorne. Die Planung für die letzten zwei Monate vor dem Ironman 70.3 im Kraichgau am 05.06.2016. Kurz vergesse ich die oberen Zeilen, die ich grade geschrieben habe und verfalle erneut in Panik, weil es doch noch so viel zu tun gibt. Koppeleinheiten, Intervalle, lange Läufe, Bergsprints… Und so weiter. Und dann kann ich doch irgendwie tief durchatmen. Denn am 05.06.2016 ist auch der „Cancer Survivor Day“… Ich kann also sagen, daß ich bis hier hin alles richtig gemacht habe.

XOXO
#Julia

P.S. Viele Grüße nach Wuppertal, in’s Frankenland und in die Finca nach Malle! Es war toll mit Euch!!

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Fotos: Julia Jeromin

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