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Alles Käse oder Krebszellen mögen keine Himbeeren!

imageNichts ist umstrittener als unsere Esskultur. Egal ob wir krank oder gesund sind. Sportler oder Couchpotatoe.
Bist Du Fleischesser wirst Du belehrt, das es ethisch nicht korrekt und dazu noch ungesund ist.
Bist Du Vegetarier, bekommst Du zu hören, dass Du Dich nur von Nudeln ernährst.
Bist Du Veganer, halten Dich alle sowieso für einen Freak.
Bist Du Ausdauersportler, bist Du an den Mythos Carboloading gefesselt.
Bist Du Krebspatient, hast Du Narrenfreiheit.

Ganz so is(s)t das aber leider nicht.

Paleo, Low-Carb, High-Carb, Ketogen…
Was es nicht alles gibt und was man nicht zumindest mal alles ausprobiert hat.

„Du bist was Du isst“ ist das gängigste Sprichwort rund um unsere Ernährung.
Wieviel dran ist, weiß man nicht immer wirklich. Es ist schwer die goldene Mitte des gesunden und ausgewogenen Essens zu finden.
2014 war für mich ein Jahr, das sich im wesentlichen fast nur um’s Essen drehte.

Krebszellen lieben Zucker heißt es.

Darum verzichtete ich seit Dezember 2013 auf Zucker und alles was damit zusammenhängt.“Kohlenhydrate“ ist wohl das Unwort der Jahre 2013 und 2014 in unserer Familie. Durch einen TV-Beitrag und etwas Recherche im Internet bin ich während meiner Krebserkrankung auf de ketogene Ernährung gestoßen!
„Kein Zucker mehr Fett“ lautet die Devise bei der Ernährungsform.
Was oftmals mit pickeligen Bodybuildern in Verbindung gebracht wird, ist für einen Krebspatienten ein wichtiger Schritt in Richtung Gesundheit! Einige Tumorarten sprechen auf Zucker an. So sagen jedenfalls die einen. Und deshalb hungerten wir den Krebs aus! So erklärt es sich am einfachsten und am schnellsten, ohne in die Tiefe zu gehen.

Der (Speise)Öl-Vorrat meiner Eltern hatte sich verdreifacht.

Sorten wie Leinöl und Kokosöl stehen jetzt direkt neben dem Vollfettquark und den quellenden Chiasamen im Kühlschrank. Sonnenblumenöl und Magarine wurde direkt in den Müll verbannt. Thunfischdosen, Blattspinat, Salate und Mengen an Brokkoli und frischem Fisch und Butter gehören ebenfalls dazu.

Julia Jeromin, einmaligMeine Mutter, die über das Jahr ein bisschen beratungsresistent war, sich aber mittlerweile daran gewöhnt hat, nimmt jedoch auch weiterhin den Stammplatz für Ihre belgischen Pralinen oben rechts im Kühlschrank ein. So ganz möchte Sie immer noch nicht verstehen, dass die ketogene Ernährung für meine Gesundheit das beste ist! (Aber auch nur weil in Ihren Augen die vielen leckeren Sachen nicht mehr gegessen werden können).

Seit ich krebsfrei bin, war ich leider nicht immer dauerhaft konsequent was die Ernährung angeht. Ich bin oft schwach geworden wenn es um Pizza und Eiscreme ging. Auch wenn man viele leckere Gerichte ketogen herstellen kann ist ein Abend mit einem Becher Eis („Cookie & Cream“) unbezahlbar…
So jedenfalls in der Praxis.

In der Theorie sieht das anders aus.

Das kann so ziemlich jeder Triathlet nach einer langen und genussvollen Offseason bestätigen!

Der Schalter im Kopf muss sich nochmal umlegen, ein weiterer guter Grund neben (m)einer Erkrankung sollte auch der Sport sein. Ohne viel industriellen Zucker und fastfood ist man einfach viel leistungsfähiger.

Mittlerweile nehmen immer mehr Studien und Berichte Abstand vom Mythos Kohlenhydrate für Ausdauersportler.

Kohlenhydrate sind zwar ein schneller Energielieferant, werden aber häufig in zu grosser Menge zugeführt und somit wird der Fettstoffwechsel gehemmt. Bei Belastung wird der Körper genau auf diese Kohlenhydrate zurückgreifen. Die Fettverbrennung wird dadurch nicht gesteigert und die Energie der Fette kann nicht ausgeschöpft werden. Verbessert man seinen Fettstoffwechsel, profitiert auch die Grundlagenausdauer davon!

Michel Grimm, Langdistanz-Triathlet, Marathon und Ultramarathon -Läufer ist absolut überzeugt von der ketogenen Ernährung im Ausdauersport. Er ist Gründer von „Rise ’n Shine infinite. energy. foods“, ein Nischenanbieter für ketogene Nahrungsmittel und Nahrungsergänzung. Wer nicht einen riesen Vorrat diverser Zutaten lagern möchte und kein passionierter Bäcker ist, der ist in dem Shop bestens aufgehoben. Pizza- und Brotteig, Kuchen, Konjak-Nudeln hat er unter anderem im Sortiment. (Das sind ja fast die Grundnahrungsmittel der Deutschen! ;-) )

Oft wird man nach „Ersatz“ für ein bestimmtes Lebensmittel gefragt. Man muss aber gar nicht immer etwas finden, das ähnlich schmeckt, sondern man muss sich bewusst drauf einlassen, dass durch den Verzicht auf Zucker auch der Geschmack anders wird.

Und weil ich mit Zitaten und Floskeln ja so gerne um mich werfe und mein Vater mich während meiner Krankheit (und auch darüberhinaus) mit ketogenen Köstlichkeiten versorgt hat: „Liebe geht durch den Magen“! Nicht vergessen, Papa – Deine Tochter liebt Dich!

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Fotos: Julia Jeromin

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