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30 Shades of  Triathlon

Julia Jeromin, einmaligZur Zeit freuen sich wahrscheinlich 95% aller Männer über mehr Freizeit weil Ihre Frauen sich samt ihren Freundinnen exzessive Kinoabende mit Mr. Grey gönnen und anschließend die Buchtriologie wieder rauskramen um das ganze nochmal Revue passieren zu lassen. Die ausdauernden Diskussionen mit den Freundinnen, ob der millionenschwere und in „50 Facetten abge******“ Schönling mit seiner sadistischen Ader nun der Traum- oder Alptraum-Mann ist, bescheren nochmal zusätzliche Trainingsfreiräume.

„Eine Romanze der etwas anderen Art“ titeln die Filmkritiken und kaum ein anderer Film sorgte für einen solchen Hype. So oder so ähnlich wird auch die ein oder andere Frau die Leidenschaft Ihres Mannes zum Triathlon beschreiben.

Nicht so bei uns.
Wir sind nur in 3 Facetten so richtig ….ähm, angefixt.

Dank der 30 zusätzlichen Startplätze, die von der DTU für die DM in Ingolstadt an ausgewählte Athleten vergeben wurden, freut sich mein Freund Kolja nun über ein trainingsintensives erstes Halbjahr. Und ich mich auch. Das ist wohl meine sadistische Ader. Und die bekommt er des Öfteren auch zu spüren.
Lenkerband statt Bondage-Tape und Blackroll statt….Ach, lassen wir das….

15 Stunden Training pro Woche sind für viele Triathlon-Paare nichts neues. Während der ein oder andere Partner nicht so tolerant ist und über kurz oder lang das Hobby zum Beziehungskiller Nummer eins ernennt, ist bei den meisten Menschen der Sport eine willkommene Abwechslung zum schnöden Arbeits- und oftmals auch Beziehungsalltag.

Es gibt doch nichts schöneres als mit seinem Freund das gleiche Hobby zu teilen.

Auch wenn man nicht das gleiche Trainingsniveau hat, bietet so ein facettenreicher Sport wie Triathlon doch ausreichend gemeinsame Trainingsstunden zu zweit.
Während Kolja beim Schwimmtraining seine Bahnen zieht, profitiere ich von seinem Wasserschatten (und das er sich merken kann, wie viel Bahnen wir so schwimmen), wenn er sich auf der Straße auf dem MTB abstrampelt, kann ich gemütlich auf dem Rennrad nebenher fahren.

Julia Jeromin, einmalig

Beim Laufen sieht das anders aus.

Eine 16:30 auf fünf Kilometer – daran ist für mich im Traum nicht zu denken. Also bleibt Laufen das einzige, was wir nicht gemeinsam betreiben. Es sei denn, er geht seiner sadistischen Ader nach und quält mich beim Tempotraining auf der Bahn. Dann hat das nichts mehr mit Liebe oder Leidenschaft zu tun, sondern nur noch mit …, ach lassen wir das. Ihr kennt das. Tempotraining gehört zu dem Teil des Sports, bei dem wir alles verfluchen, was uns in den Kopf kommt, und uns anschließend besser fühlen, als wir uns es jemals vorstellen konnten. Oder so ähnlich.

Toleranz und Verständnis

Es gibt sie also nicht nur im Kino, die ausgeglichene Beziehung, in der jeder so sein kann, wie er ist. Und das ist wohl das schönste an einer Triathlon-Beziehung, Toleranz und Verständnis. Für das, was der andere da tut. Sich nicht rechtfertigen zu müssen, für Stunden die man am Wochenende auf dem Rad verbringt oder für unzählige Handtücher die auf der Badezimmer – Heizung trocknen oder für eine Waschmaschine die sich im Dauer-Sport-Waschmodus befindet.

All das, macht so eine Beziehung ja irgendwie erst komplett.

Julia Jeromin, einmaligIch will damit nicht sagen, dass es da draußen keine Nicht-Triathleten in toleranten und glücklichen Beziehungen gibt, aber die Zeit, die man für den Partner und seinen Sport entbehrt, verlangt dem Familienlieben doch schon eine ganze Menge ab. Und das kann nicht jede(r). Wenn man sich nicht allein beschäftigen kann, ist man in der Beziehung mit einem Triathleten wohl nicht richtig aufgehoben. Vielleicht „verpasst“ man vieles, was andere – normale – Paare so machen, aber man teilt auch etwas miteinander, was anderen verborgen bleibt.

Ute Mückel hat mal gesagt „Nichts macht glücklicher als Erfolg.“

Dem stimme ich zu. Bist Du glücklich mit dem was Du tust, wirst Du erfolgreich sein. Und bist Du erfolgreich, wirst Du glücklich sein.
So simple wie banal und auf die meisten Bereiche des Lebens und auf ein Beziehungsleben adaptierbar.

Also Kolja, merke für den 14.Juni 2015: Du hast für’s Laufen bezahlt und nicht für’s Gehen ;-)

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Fotos: Julia Jeromin

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