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Jenseits des Triathlons: Abenteuer Ultralauf

14. Juni 2014 von Nicole Luzar

Sportwelt Verlag,   einmaligImmer mehr Triathleten suchen sich von Zeit zu Zeit neue Herausforderungen, zum Beispiel einen Ultralauf am Saisonende. Wer ohnehin gern auf den längeren Distanzen unterwegs ist, tut sich mit dem langen Laufen natürlich leichter. Und solch eine „Horizonterweiterung“ kann durchaus neue Motivation für das eigentliche Triathlontraining bringen. Um bei kürzeren Triathlondistanzen aber nicht an Schnelligkeit und Spritzigkeit einzubüßen, sollten einige Dinge beachtet werden.


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Wer regelmäßig an Mittel- und Langdistanzen teilnimmt und diese problemlos finisht, dürfte auch bei einem Ultralauf von 50 oder 60 Kilometern keine nennenswerten Schwierigkeiten bekommen. Wer es dabei allerdings übertreibt und zu schnell losrennt, zahlt – wen wundert’s – dafür oft den Preis in Form von Krämpfen oder frühzeitiger Erschöpfung. Der Mann mit dem Hammer ist nämlich auch auf reinen Laufstrecken unterwegs…

Auf die Zielsetzung kommt es an

Natürlich kommt es stets auf die Ambitionen an. Ein Profi, der mit dem Triathlon sein Geld verdient, wird natürlich allenfalls nach dem Ende seiner Karriere an einen Ultralauf denken. Auch wer auf kürzeren Triathlondistanzen richtig schnell sein will, sollte sich gut überlegen, wann er seinen ersten Ultralauf in Angriff nehmen möchte. Denn natürlich sind für Läufe jenseits des Marathons einige längere Trainingseinheiten in eher langsamem Tempo nötig, um den Körper auf die anhaltende und gleichförmige Laufbelastung vorzubereiten. Wem das derzeit so gar nicht in den Trainingsplan passt, der wartet also besser noch ein paar Jahre. Erwiesenermaßen fällt es nämlich mit zunehmendem Alter leichter, lange Distanzen in einem mittleren Tempo zu bestreiten, als auf kurzen Distanzen richtig schnell zu sein.

978-3-941297-28-9Das bestätigt auch Werner Sonntag, Mitbegründer des legendären 100 Marathon Clubs und der Deutschen Ultramarathon Vereinigung. Ein Kapitel in seinem neuesten Buch Mehr als Marathon – Wege zum Ultralauf“ heißt „Länger und langsamer im Alter“ und beschäftigt sich mit den altersbedingten Stärken und Schwächen von Ausdauerläufern. Auch Frauen liegen übrigens die langen Strecken tendenziell gut, so dass es für sie durchaus interessant sein könnte, einen Versuch zu starten – auf der reinen Laufstrecke oder im Triathlon.

100, die magische Zahl

Ein weiteres Kapitel, das viele Leser überraschen dürfte, heißt: „Weshalb ist es leichter, 100 Kilometer statt Marathon zu laufen?“ Wer im Ziel eines beliebigen Wettkampfs fix und fertig ist, kann sich kaum vorstellen, eine noch längere Strecke zu schaffen. Andererseits haben auch fast alle Ironmen und Ironwomen mal klein angefangen und sich im Laufe der Zeit gesteigert. Der Reiz der langen Strecken lockt nun mal viele Sportler. Und wie erwähnt kann, nicht nur für ältere Athleten, ein langer und lockerer Wettkampf deutlich angenehmer und weniger belastend sein als ein kurzer und heftiger.

Werner Sonntag, einmalig

Während die 100 Kilometer von Biel bei Ultralauf-Einsteigern sehr beliebt sind, weil die Strecke in einer einzigen großen Schleife verläuft, liegt der Termin Mitte Juni für Triathleten eher ungünstig. Doch gibt es genug andere – und vor allem kürzere – Ultraläufe, die sich für einen Einstieg lohnen. Eine Übersicht über die Termine zahlreicher Ultraläufe in aller Welt findet Ihr auf www.d-u-v.org.

Die fünf wichtigsten Punkte sind also:

  1. Ein Ultralauf sollte zeitlich so geplant werden, dass die Triathlonsaison nicht darunter leidet.
  2. Wer schon gute Erfahrungen auf der Ironman-Distanz gesammelt hat, kann unter Umständen gleich mit einem 100-Kilometer-Lauf beginnen. Ansonsten empfiehlt sich ein sanfterer Einstieg.
  3. In jedem Fall sollte man sich einige Wochen gezielt auf den langen Lauf vorbereiten und schlicht aufs Finishen konzentrieren, statt sich ein konkretes Zeitziel zu setzen.
  4. Jeder Ultralauf ist ein kleines Abenteuer. Am Anfang lohnt es sich daher, nicht zu überziehen und sich lieber für ein starkes Finish genug Körner aufzuheben.
  5. Je länger die Strecke, desto wahrscheinlicher tritt unterwegs eine Krise auf. Damit umgehen zu können, ist ein wichtiger Teil des Erfolgs.

Und genau die mentale Herausforderung des Ultralaufs steht im Mittelpunkt des Buches Mehr als Marathon – Wege zum Ultralauf“ (ISBN 978-3-941297-28-9, 17,95 €) aus dem Sportwelt Verlag. Darin fasst Werner Sonntag seine Erfahrungen zu allen Bereichen des Ultralaufens zusammen und gibt Einsteigern in die langen Laufstrecken einen wertvollen Wegbegleiter an die Hand. „Mehr als Marathon“ präsentiert Wissen aus vielen aktiven Jahren eines Läufers, der mehr als 330 Marathon- und Ultraläufe bestritt, der 1.100 Kilometer durch Deutschland lief oder beim Spartathlon erfolgreich am Start war.

Das Buch im Sportwelt Verlag.

Fotos: Werner Sonntag, Sportwelt Verlag

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