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Ironman Hawaii Spezial: Iván Raña – Vom Dark Horse zum Favoriten

10. Oktober 2014 von Mario Lisker

triathlon.deUnd plötzlich stellen alle fest: Er kann ja auch die zweite Disziplin! Die zweitschnellste Laufzeit auf Hawaii 2013 und im Wasser vorn dabei bescherten dem Spanier bereits Platz sechs. Laut ist er nie auf den Social Media Kanälen. So schlug sein Sieg in Klagenfurt, und insbesondere die drittschnellste je erreichte Langdistanzzeit, ein wie eine Bombe – Oha, er kann ja auch schnell Rad fahren! Für uns nahm sich der schnelle Spanier Zeit um ein wenig zu plaudern. Und plötzlich bekommt sein Dasein Farbe…


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Ein Leben mit dem Coach

Ingo Kutsche

Iván wuchs in Galicia, einer 5000 Seelen Gemeinde im Nordwesten Spaniens auf, ehe er mit vierzehn Jahren nach Santiago de Compostela zog. Was im ersten Moment nicht besonders klingt bekommt seinen speziellen Charme daher, dass er hier mit seinem Coach Cesar Varela lebte. Mit fünf Geschwistern aufwachsend waren die Mittel für ein Fahrrad und für Schwimmeinheiten begrenzt – Cesar glaubte an Iván und investierte in ihn, in dem er ihm dabei half es zu finanzieren.

Drei Olympiateilnahmen

Foto: Ingo Kutsche, frei

Umso erstaunlicher ist Iván´s Werdegang: Er begann die Karriere als Schwimmer, versuchte sich aber dennoch im Triathlon. Erfolgreich – was seine Teilnahmen an drei Olympischen Spielen belegen, ehe er zum Profiradsport wechselte. Er verbesserte damit seine Fähigkeiten im Peloton zu fahren um 2012 erneut bei den Olympischen Spielen anzutreten. Ein gebrochener Fuß verhinderte dies und dennoch erreichte er beim Grand Final in Auckland Platz acht.

Der Umstieg zur Langdistanz

triathlon.deÜberraschend war einen Monat später sein Sieg beim Ironman Cozumel, den er selbst als einen seiner besten Momente bezeichnet: „Das war einer meiner besten Momente im Zusammenhang mit Geschwindigkeit und Ausdauer“. Dass er nicht verheiratet ist, machte den Umstieg in die Langdistanzszene vermutlich einfacher. So konnte er all seine verfügbare Zeit in das Training investieren. „Ich trainiere einfach und liebe es Rally Car Rennen nach der Saison zu fahren“, sagt er.

 

Hast Du Idole?
Miguel Indurain war eine riesige Inspiration für mich.

Wie sieht ein typisches Wochenende bei Dir aus?
Neben Schwimmen, Radfahren, Laufen und Gym liebe ich es die Zeit mit meiner Familie und Freunden zu verbringen. Ich mag es einfach vom Triathlon Abstand zu bekommen und das ist vielleicht auch der Grund, weshalb ich auf den Social Media Kanälen nicht so aktiv bin. Ich mag es gedanklich frei zu sein. Die letzten zwanzig Jahre waren geprägt vom Triathlon.

Seit Klagenfurt sehen Dich plötzlich die Leute auch als guten Radfahrer. Hast Du einen Plan?
Das sind meine eigenen Pläne. Ich weiß, ich kann gut fahren, habe jedoch wenig Erfahrung mit der Distanz. Ich weiß, dass ich nicht zu den stärksten Radfahrern in der Ebene zähle, aber ich kann mithalten und im Laufen kämpfen!

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War das Radtraining Dein Schwerpunkt für Hawaii 2014?
Oh ja! Ich weiß wer Hawaii gewinnen möchte muss Radfahren können! Ich verstehe die Leute die sagen „Hey, der ist zu schmächtig um richtig Druck zu machen“, aber die Größe oder Stärke spielen im Training keine Rolle um die Performance voranzutreiben.

Was ist Dein Ziel für Kona?
Ich möchte auf dem Podium stehen und natürlich träume ich vom Sieg :)

Du galtest bisher immer als Dark Horse und bist plötzlich Favorit…
Vor einem Rennen sieht man immer Prognosen doch den besten sieht man nie. Wenn Du dazu gehörst, kennst Du die Leute um Dich herum und siehst ihnen an wer stärker scheint. Es ist nicht nur das Körperliche. Ich sehe all die Prognosen und die meisten basieren auf den Ergebnissen im letzten Jahr. Das sehe ich anders…

Wen siehst Du vorn?
Van Lierde gilt es zu schlagen ebenso wie Kienle. Frodeno wird im Top-Bereich sein und Butterfield hat eine bessere Ausgangsposition als im letzten Jahr. Die Leute die das Feld von hinten aufräumen gilt es im Age zu behalten…Del Corral, Bart…

Hast Du eine Taktik?
Ja, von Anfang an vorn dabei zu bleiben.

Wie sind Deine weiteren Ziele?
Ich möchte meine Performance stetig verbessern und denke Kona ist das beste Rennen. Ich plane verschiedene Rennen zum genießen und finishen um meine Saison in Hawaii als „The Big One“ zu beenden.

Hier geht´s zu Iván´s website (spanisch).

Fotos: Ingo Kutsche, triatlon.de

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