Du bist hier: Triathlon Portal - triathlon.de > race > Interviews > ITU Weltserie 2010:
Punktesystem und Reglement

ITU Weltserie 2010:
Punktesystem und Reglement

7. September 2010 von Meike Maurer

Triathlon Anzeigen

triathlon.de: Ist das alles, was berücksichtigt werden muss?

Svenja Bazlen: Nicht ganz. Wer Chancen auf den WM-Titel haben möchte, muß natürlich in der Dextro Energie Weltserie starten, weil es da am meisten Punkte gibt. Die vier besten Resultate kommen in die Wertung. Allerdings gibt es noch die Kontinentalregelung, die dieses Jahr wohl über den WM-Titel entscheidet und somit sozusagen das Quäntchen an der Waage ist. Sie beinhaltet, dass maximal drei Rennergebnisse aus Europa in die Wertung kommen und somit entweder das Rennen in Australien oder Seoul auf jeden Fall gewertet wird. Wer dort nicht am Start war, hat mit dem WM-Titel nichts mehr zu tun.

triathlon.de: Wieso ist das so entscheidend?

Svenja Bazlen: Weil beide nicht europäischen Rennen gleich zu Beginn der Saison statt gefunden haben. Und beispielsweise Athleten, die im Frühjahr mit Verletzungen laborierten dadurch einen entscheidenden Nachteil haben.

triathlon.de: Hast du ein Beispiel für uns?

Svenja Bazlen: Javier Gomez war am Anfang der Saison verletzt, musste Sydney auslassen und ging nicht 100 Prozent fit in Seoul an den Start. Er schlug sich dort zwar für seinen Trainingsrückstand sehr gut, kam aber nur als 13. ins Ziel. Diesen Platz konnte er allerdings nicht als Streichergebnis werten lassen, da es ja das letzte nicht europäische Rennen der Serie war.

Noch schlimmer erwischte es Maik Petzold. Nach einem Knöchelödem zeigt er jetzt zwar in jedem Rennen eine beständig ansteigende Form – er konnte aber erst in Hamburg das erste Mal wieder an den Start gehen. Das heißt, er hat überhaupt keine Chance mehr auf einen guten Gesamtplatz, da er die beiden ersten Rennen in Sydney und Seoul gar nicht bestreiten konnte.

triathlon.de: Sorgt diese Regelung für Missstimmung unter den Athleten?

Svenja Bazlen: Es gibt bereits erste Überlegung des Weltserien-Organisationskomitees diese Regelung für 2011 zu streichen. Aber grundsätzlich sind die Athleten mit der Serie sehr zu frieden. Sie ist gut organisiert und sie sorgt für ein großes Medieninteresse. Die große Herausforderung für alle ist eben, die ganze Saison eine konstante Leistung zu zeigen. Wie schwierig das ist, sieht man beispielsweise ganz gut bei den Frauen. Hier führt Emma Moffatt, obwohl sie noch kein Rennen gewinnen konnte.

triathlon.de: Wer sind deine Favoriten auf den Titel?

Svenja Bazlen: Bei den Männern sind es natürlich Jan Frodeno und Javier Gomez. Aber auch Alexander Brukhankov, Brad Kalefeldt und Steffen Justus haben noch die Chance auf gute Platzierungen. Bei den Frauen wird es spannend: Emma Moffatt, Andrea Hewitt, Lisa Nordén, Helen Jenkins, Nicola Spririg und noch ein paar Mädels mehr haben alle Chancen auf das Podest.

triathlon.de: Danke Svenja für das Gespräch und viel Erfolg in Budapest und bei der DM am Schliersee.

Der ITU-WM-Kalkulator

Info: Svenja Bazlen

Fotos: Jens-Peter Becker und WoGi – Fotolia.com


Seite: 1 2
Triathlon.de Anzeigen
 
Zum Triathlon.de Newsletter anmelden