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Ironman WM 2014: Kienle zerschmettert jeden Zweifel und gewinnt

12. Oktober 2014 von Mario Lisker

Kienle Hawaiisieg 2014Eines Vorweg: Es war wahrscheinlich eines der härtesten Rennen der letzten Jahre. Das Schwimmen war annähernd am Ursprung des „Roughwater swim“, Winde um 40 Kilometer pro Stunde auf dem Rad und heiße Temperaturen gepaart mit hoher Luftfeuchtigkeit ließen manche Träume zerplatzen. Kienle machte seinem Ruf alle Ehre und kümmerte sich nicht darum, sondern wurde beeindruckend Weltmeister!


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Back to the roots: Roughwater swim

Foto: Ingo Kutsche,   freiBereits zu Beginn berichteten die Spotter von großen Wellen am Pier und sie sollten Recht behalten. Der schnellste Schwimmer Andy Potts benötigte fast 51 Minuten. Frodeno folgte ihm dicht auf zwei, bevor Kramer und Frommhold auf den Plätzen zwölf und dreizehn mit gut fünfzehn Sekunden Rückstand folgten. Beste Karten also um auf dem Rad in der Führungsgruppe mitzufahren. Andy Raelert lag mit 30 Sekunden ebenfalls in Schlagdistanz. Kienle ließ, mit dreieinhalb Minuten, den Rückstand im machbaren Bereich.

Starykowicz sprach…Kienle machte!

Sebastian Kienle Hawaii 2014 BikeGleich zu Beginn wollte Starykowicz seinen Worten, den Radrekord zu brechen, Taten folgen lassen und übernahm die Führung. Anscheinend hatte er seine Hausaufgaben nicht gemacht: Frodeno setzte an, wo er in Frankfurt aufhörte – Druck auf dem Rad! Aber auch andere gaben nicht nach und Starykowicz gewann nie richtig an Boden. Nach den ersten sechzehn Kilometern lagen 27 (!) Athleten innerhalb einer Minute währen die gefürchteten Winde mit etwa 40 Kilometer pro Stunde bliesen. Schwimm- und Radbedingungen zusammengefasst war es eines der schwersten Rennen der letzten Jahre.

Frodeno wieder vom Pech verfolgt

Boris Stein Hawaii 2014Leider setzte Frodeno auch mit dem Pech da an, wo er in Frankfurt aufhörte. Ein platter Reifen kosteten Rhythmus und die ersten Minuten. Aber auch Kienle knüpfte an Frankfurt an – mit einem Höllenritt! Während Starykowicz nachgeben musste und zurückfiel, setzten sich Kienle und Twelsiek an die Spitze und setzten den Rest des Feldes mächtig unter Druck. Massiv! Verfolgte man die Rückstände und sah die Namen daneben später rieb man sich die Augen. Llanos, Schildknecht oder Tollakson sind keine Namen die man mit einem so großen Rückstand erwarten würde, insbesondere wenn der Führende mit fast vier Minuten im Gepäck auf´s Rad steigt! Frodeno, Jurkiewicz und Fontana kämpften unterdessen im Penalty-Zelt mit den Nerven. Mit vier Minuten Vorsprung vor Twelsiek und Vanhoenaker hatte Kienle beste Karten.

Hawaii 2014 Bike Course   Andreas Raelert Hawaii 2014 Bike   Jan Frodeno Hawaii 2014 Lauf

Die schnellsten Läufer verzweifeln an Kienles neuer Stärke

Kienle in Roth 2011

Für Kienle lief es zunehmend  besser: Die schnellsten Läufer des Feldes starteten weit über zehn Minuten später zum Marathon. Ungeachtet dessen überraschte Kienle erneut und wieder werden Erinnerungen an seinen Europameistertitel wach: Er machte Boden gut und lief wie vom Teufel besessen! Frodeno kämpfte sich Meter für Meter zur Spitze. Erneut eine schier unglaubliche Energieleistung beider Athleten! Zur Schlüsselszene am Ausgang des Energylabs musste der bis dahin zweitplatzierte van Lierde bereits gehen und übergab Platz zwei und drei an Ben Hoffman und Frodeno.

Nils Frommhold Hawaii 2014         Jan Frodeno Hawaii 2014 Platz 3

Kienle und Frodeno zaubern, Top Five überrascht

Top3 Hawaii 2014Beeindruckende fünf Minuten Vorsprung behielt Sebi bis zum Ziel und das obwohl er nach dem Ernergylab einen Gang zurückschaltete. Ben Hoffman, der Platz zwei Wacker verteidigte, sah selbst im Ziel noch erstaunlich stark und fit aus. Frodeno waren nach erneuter Energieleistung die Strapazen deutlich anzusehen. Eine weitere Überraschung war Potts auf vier – plötzlich war er da und kurz hinter ihm der Franzose Viennot. Abgesehen von Kienle und Frodeno – Wer hätte diese Namen in den Top Five erwartet? Stark: Frommhold auf Platz sechs!

Top Ten Herren:

1 – Sebastian Kienle, 8:14:18
2 – Ben Hoffman, 8:19:23
3 – Jan Frodeno, 8:20:32
4 – Andy Potts, 8:21:38
5  – Cyril Viennot, 8:22:19
6 – Nils Frommhold, 8:22:29
7  – Tim Van Berkel, 8:23:26
8  – Frederik Van Lierde, 8:24:11
9 –  Bart Aernouts, 8:28:28
10 – Romain Guillaume, 8:30:15

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Fotos: Ingo Kutsche, triathlon.de

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