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Manuela Dierkes – Unglaublich

Ironman Western Australia:
Manuela Dierkes – Unglaublich

8. Dezember 2008 von Christian Friedrich

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Radfahren – Die Jagd auf die „N-Frauen“
Jetzt kam der spannende Moment – springt meine neu zusammen gebastelte Ersatztachokonstruktion an? Nein, sie tat es nicht. Die ganzen lieben langen 180 Kilometer nicht :-(
So hatte ich wenigstens etwas zum Kopfrechnen, also 1:45 Stunden pro Runde macht bei drei Runden eine Radzeit von 5:15 Stunden. Es gab es noch eine weitere Abwechslung – die Wendepunkte. Versuchen zu zählen wie man im Rennen liegt, ist eine nette Ablenkung. Alle Mädels aus meiner Altersklasse hatten ein „N“ auf der Wade, dass es erstmal zu erkennen galt. Fünf „N-Frauen“ hatte ich auf der ersten Radrunde vor mir ausgemacht, wobei ich da wohl auch die ein oder andere M-Frau (Altersklasse W25-29) mit dazu gezählt haben muss.

Nachdem idas gesteckte Zeitziel für die erste Radrunde von mir um drei Minuten unterboten wurde, fehlte mir ein funktionierender Tacho auf der zweiten Radrunde doch sehr. So blieb mir kein anderer Anhaltspunkt, als Jagd auf die „N-Frauen“ zu machen. Nach meiner Zählweise lief das auch ganz gut und ich bin als dritte Frau der Altersklasse 30-34 vom Rad gestiegen. Puh, das Radfahren war geschafft, ohne technischen Defekt. Jetzt ging es nur noch auf den eigenen Beine weiter und es konnte nur noch anstrengend werden. Die Stoppuhr zeigte zum Radende 6:15 Stunden an. Ein bisschen Wechselzeit und dann der Marathon in 3:30-3:40 Stunden – das könnte was werden mit dem Ziel unter 10 Stunden zu bleiben :-)

No, I´m not enjoying it, it´s no fun and I know that I´m not looking good!

Laufen – Man sieht häufig sich zweimal beim Ironman
Raus auf die Wendepunktlaufstrecke entlang der Strandpromenade. Wie gut tat hier der Wind, der mich auf dem Rad schon nach meinen Bremsbacken schauen ließ, ob die vielleicht geschlossen seien. Direkt nach der Wechselzone wurde ich gleich von einer „O-Frau“ (Altersklasse 35-39) überholt. Also hab ich mir nochmal ins Gewissen reden müssen: „Nein Manu, du läufst schön ruhig an, knapp unter einem 5er-Schnitt und wenn du in der letzten, also dritten Laufrunde, noch kannst, dann kannst du nochmal zulegen.

9:59:59 Stunden, lauf, lauf, lauf, in 9 Minuten ist alles vorbei!

Bis zum Ende der ersten Laufrunde hatte ich die schnell gestartete O-Frau lange wieder eingeholt – man sieht sich häufig zweimal beim Ironman. Noch vom letzten Radwendepunkt wusste ich, dass die Mädels aus meiner Alterskategorie einen ganz schönen Vorsprung hatten. Zu viel, um sie einholen zu können? Schließlich wäre der zweite Platz in der Altersklasse eine sichere Hawaii-Qualifikation. Ich habe mir eingeredet, dass man den beiden N-Frauen die Strapazen des Tages schon ganz schön ansehen konnte. Was die wohl gedacht haben, als die mich gesehen haben? Wahrscheinlich gar nichts, denn ich hab auch nicht nach hinten geschaut. Tatsache war, dass ich denen Kilometer für Kilometer näher gekommen bin. Besonders der Zweiten, die ich mit einem mutigen Schritt überholte und circa bei Kilometer 25 zur neuen Drittplatzierten machte.

Auf der nächsten Seite: Do you wanna be my next girlfriend?


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