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Ironman Hawaii 2018: ein Rennen für die Geschichtsbücher

15. Oktober 2018 von Stephan Schepe

Es war das schnellste jemals auf Hawaii ausgetragene Ironman-Rennen: Patrick Lange und Daniela Ryf verteidigen ihre Titel aus dem Vorjahr und triumphieren in Kona mit neuen Streckenrekorden. Lange bleibt als erster Mann unter 8 Stunden, Ryf als erste Frau unter 8:30 Stunden. Ein Rennen, das in die Geschichte eingeht.


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Al Bello/Getty Images for IRONMANDas Podium der Männer (von links): Aernouts, Lange, McNamee / ©Al Bello/Getty Images for IRONMAN

Die Bedingungen am 13. Oktober waren nahezu perfekt. Kaum Wind und angenehme Temperaturen ließen schon erahnen, was an diesem Tag möglich ist. Die Laufstrecke erfuhr im Vergleich zu den vergangenen Jahren eine leichte Veränderung des Streckenverlaufs, jedoch blieben Länge und Kernabschnitte (Palani Road, Queen-K-Highway, Energy Lab) nahezu unverändert.

Das Rennen der Männer

Mit dem berühmten Kanonenschuss wurden das Rennen der Profi-Männer um 6:35 Uhr Orstzeit gestartet. Schnell bildete sich eine neun Athleten umfassende Spitzengruppe um den besten Schwimmer des Felds Josh Amberger. Mit dabei in dieser Gruppe: Maurice Clavel als bester Deutscher, ebenso Javier Gomez und Tim O’Donnell. Patrick Lange verpasste den Anschluss an diese Gruppe und schwamm in einer großen Verfolgergruppe, zu der überraschenderweise auch Sebastian Kienle zählte. Amberger führte die Spitze des Feldes nach 47:39 Minuten aus dem Wasser in die Wechselzone.

Zwei Minuten dahinter machte sich „Über-Biker“ Andrew Starykowicz auf die Verfolgung, er konnte sich beim Schwimmen eine Minute Vorsprung auf Radstreckenrekordhalter Cameron Wurf herausarbeiten. Mit dem Australier Wurf gingen auch Patrick Lange und Sebastian Kienle auf die Radstrecke. Lionel Sanders hatte beim Schwimmen bereits frühzeitig den Anschluss an diese große Verfolgergruppe verloren und ging mit einem Rückstand von 6:21 min auf die Radstrecke.

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Hier packten erwartungsgemäß Starykowicz und Wurf den Hammer und setzten sich schnell an die Spitze des Rennens. Nur Josh Amberger und der Franzose Anthony Costes konnten bzw. wollten das hohe Tempo der beiden mitgehen das Zu viert hämmerten sie durch die Lavawüste in Richtung Wendepunkt in Hawi. Knapp drei Minuten dahinter formierten sich O’Donnell, Gomez, Lange, Dreitz und viele weitere Athleten zu einer größeren Verfolgerfeld. Nur einer fehlte: Sebastian Kienle. Durch einen Defekt verlor er drei Minuten auf diese Gruppe und machte sich mit dem herankommenden Lionel Sanders auf die Aufholjagd.

Am Wendepunkt in Hawi gehörte der Franzose Costes bereits nicht mehr zur Führungsgruppe. Das Verfolgerfeld um den Weltmeister umrundete den Wendepunkt mit etwas mehr als vier Minuten Rückstand. Es war Andi Dreitz, der durch seine Tempoarbeit dafür sorgte, dass Patrick Lange und die gesamte Gruppe weiterhin in Schlagdistanz zu den Führenden blieb.

Wurf macht ernst: auf dem Rückweg lässt Cameron Wurf keinerlei Zweifel, dass er stärkste Radfahrer des Feldes ist. Erst verliert Amberger den Anschluss, später auch Starykowicz. Nach einem Radsplit von 4:09:06 h erreichte er T2 und blieb damit knapp vier Minuten unter seinem eigenen Rekord aus dem Vorjahr. Zwei Minuten dahinter Starykowicz. Die Verfolgergruppe, in die schließlich auch Amberger zurückgefallen war, kam mit einem Rückstand von etwas mehr als sechs Minuten in die Wechselzone. Weitere vier Minuten dahinter: Sebastian Kienle und Lionel Sanders. Sie konnten bei ihrer Paradedisziplin keinen Boden auf die Gruppe um Patrick Lange gut machen. Dadurch haben sie mit dem Ausgang des Rennens nichts mehr zu tun. Sebastian Kienle gibt das Rennen nach wenigen Metern auf der Laufstrecke schließlich verletzungsbedingt auf. (Zum Artikel: Sebastian Kienle – „The Race definetely broke me.“)

Die „Patrick-Lange-Show“ startet

Cameron Wurf verteidigt seine Führung auf der Laufstrecke tapfer, doch eine starke Allianz ist ihm auf den Fersen. Patrick Lange, Bart Aernouts, Tim O’Donnell und Braden Currie verringern den Abstand Meter um Meter. Schnell ist klar: Patrick Lange kann sein läuferisches Potenzial in gewohnter Manier abrufen und lässt die anderen Mitstreiter hinter sich. Nach 16 Kilometern ist schließlich auch der Vorsprung von Cameron Wurf komplett aufgebraucht und Lange übernimmt die Führung. Er lässt keinerlei Zweifel, dass er diese noch einmal abgeben würde. Bart Aernouts ist der einzige Verfolger, der dem Tempo des Darmstädters annähernd Schritt halten kann, doch auch er verliert – nun in zweiter Position liegend – Sekunde um Sekunde. Schon beim Rückweg auf dem Queen-K-Highway hört man erste vorsichtige Stimmen über einen „historischen Streckenrekord“. Im Ziel ist es dann Gewissheit – mit einer Gesamtzeit von 7:52:39 Stunden pulverisiert Patrick Lange quasi seine eigene Bestmarke aus dem Vorjahr und bleibt damit als erster Triathlet unter der 8-Stunden-Marke. Auch der Belgier Bart Aernouts, der mit vier Minuten Rückstand als Zweiter ins Ziel kommt, durchbricht diese Schallmauer. Den dritten Platz erkämpfte sich wie im Vorjahr der Brite David McNamee nach einer herausragenden Laufleistung.

Die Platzierungen

1. Patrick Lange (DEU), 7:52:39 h (00:50:37 / 04:16:05 / 02:41:31)
2. Bart Aernouts (BEL), 7:56:41 h (00:54:07 / 04:12:26 / 02:45:42)
3. David Mac Namee (GBR), 8:01:09 h (00:49:31 / 04:21:19 / 02:46:03)
4. Tim O’Donnell (USA), 8:03:17 h (00:47:45 / 04:18:46 / 02:52:34)
5. Braden Currie (NZL), 8:04:41 h (00:49:28 / 04:17:18 / 02:53:39)
6. Matt Russell (USA), 8:04:45 h (00:54:02 / 04:12:58 / 02:52:56)
7. Joe Skipper (GBR), 8:05:54 h (00:50:53 / 04:15:41 / 02:54:16)
8. Andy Potts (USA), 8:09:34 h (00:49:33 / 04:18:51 / 02:56:27)
9. Cameron Wurf (AUS), 8:10:32 h (00:50:51 / 04:09:06 / 03:06:19)
10. Michael Weiss (AUT), 8:11:04 h (00:54:14 / 04:11:28 / 03:00:03)

13. Andreas Dreitz (DEU), 8:14:02 h (00:50:56 / 04:15:18 / 03:02:51)
19. Maurice Clavel (DEU), 8:19:40 h (0047:43 / 04:19:01 / 03:08:42)
DNF Sebastian Kienle (DEU)
DNF Marc Dülsen (DEU)

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