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Ironman Hawaii 2016: Dreifachsieg für Frodeno, Kienle und Lange

9. Oktober 2016 von Lukas Bartl

Ingo Kutsche, freiKona, 08. Oktober 2016 – Der Ironman Weltmeister 2016 heißt erneut Jan Frodeno. Nach einem heißen Fight unter der hawaiianischen Sonne und 226 Kilometern Kampf und Schmerzen, darf sich Frodo verdient Ironman Weltmeister nennen. Den deutschen Dreifachsieg komplettieren Sebastian Kienle auf Platz zwei und Patrick Lange auf Rang drei. Böcherer und Stein in den Top10.


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Foto: Ingo Kutsche, frei

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Frodeno in Front

Von Beginn an versuchte Jan Frodeno dem Rennen seinen Stempel aufzurücken. Kaum war der Startschuss ertönt, preschte der amtierende Weltmeister vorne weg. Die guten Schwimmer Albert, Potts und Wiltshire, sowie einige weitere Profis, an seinen Fersen. Durch die permanente Tempoarbeit Frodenos zog sich das Feld schnell in die Länge. Bis zum Ende der 3,8 Kilometer Schwimmstrecke durch den Pazifik, blieb eine Gruppe aus 12 Athleten zusammen an  der Spitze. Auf den letzten Metern konnten sich Wiltshire und Potts nochmals absetzen und verließen als erste das Wasser, gefolgt von Jan Frodeno, sowie neun weiteren Athleten, darunter auch Andreas Böcherer. Mit etwas über einer halben Minute Rückstand, erreichte die Verfolgergruppe, um die deutschen Raelert, Lange und Kramer, den Pier. Der Ironman Weltmeister von 2014, Sebastian Kienle, ließ etwas länger auf sich warten, er kam mit vier Minuten Rückstand in die Wechselzone.

Das große Belauern

Andreas Raelert Hawaii 2014 BikeKaum aus der Wechselzone, übernahm Jan Frodeno die Führung. Die Konkurrenten, wenig beeindruckt, fuhren mit ihm mit. So fuhr eine Gruppe aus 20 Athleten gemeinsam hinaus in die Lavawüste. Viele kurze Attacken und Überholmanöver machten das Rennen sehr unruhig. Permanente Führungswechsel sorgten stets für Bewegung im Feld.
Gleich vier der Topathleten aus dieser Gruppe mussten einen Zwangsstop in der Penalty Box einlegen, darunter die deutschen Lange und Raelert sowie McMahon und Van Lierede. Ganze fünf Minuten musste Andreas Raelert neben seinem Fahrrad unter dem gelben Zelt warten, bis er weiter fahren durfte. Schade für den Rostocker, der zu diesem Zeitpunkt gut im Rennen lag. Sebastian Kienle schafft es, die Lücke zu den Führenden bis Kilometer 80 zu schließen, ab der Wende in Hawi drückte er aufs Gas. Einige Athleten aus der Spitzengruppe konnten dieses Hohe Tempo nicht mitgehen und mussten abreißen lassen. Eine Gruppe aus nur noch sechs Athleten rollte Richtung Kona zurück, darunter sage und schreibe vier Deutsche. Wenig überraschend, Kienle, Frodeno und Böcherer, aber auch Boris Stein, war mit von der Partie. Zu den vier deutschen gesellten sich Ben Hoffmann und Luke McKenzie.

Frodeno eröffnet Marathon
Ingo Kutsche, freiIn alter Welt Cup Manier macht Frodeno mehr als 20 Sekunden in T2 auf Kienle gut und geht als Erster auf die Laufstrecke. Ihm folgen Kienle, McKenzie, O’Donell, Böcherer und Stein. Sebastian Kienle schafft es, die Lücke zu schließen und die beiden laufen Seite an Seite. Sie lächeln und unterhalten sich, bei einem unfassbaren Tempo. Frodeno schafft es schließlich doch sich von Kienle etwas abzusetzen. Bei der Halbmarathonmarke ist Frodenos Vorsprung bereits auf eine Minute und dreißig Sekunden angewachsen. Böcherer liegt 4:40 Minuten zurück mit nur noch 30 Sekunden Vorsprung auf Hoffmann.

Vorentscheidung im Energylab

Im Energylab drückt Frodeno nochmals so richtig auf das Gas und distanziert Kienle auf zweieinhalb Minuten. Diese sollte Kienle bis zum Ende nicht mehr aufholen können. Andreas Böcherer musste seiner ambitionierten ersten Marathonhälfte Tribut zollen und büste Positionen ein. Die Überraschung des Tages gelingt Patrick Lange, der nach einer fünf Minuten-Zeitstrafe während des Radparts mit weit mehr als zehn Minuten Rückstand auf die Laufstrecke ging und schlussendlich einige Kilometer vor dem Ziel an Böcherer und später an Hoffmann vorbei zog und sich auf Platz drei schob.

Frodeno triumphiert

Nach 8:06:30 überquert Frodeno die Finishline am Ali’i Drive und darf sich erneut Ironman Weltmeister nennen. Sebastian Kienle, der Weltmeister von 2014, auf Platz zwei, finisht nach einem starken Rennen als Vizeweltmeister. Das deutsche Podium vollendet Patrick Lange, der durch einen überragenden Marathon in 02:39 Stunden auf Platz 3 vor läuft. Damit stellt er einen neuen Marathon-Streckenrekord auf Hawaii auf. Andreas Böcherer und Boris Stein machen das Fabelergebniss von fünf Deutschen unter den ersten Sieben perfekt.

Ingo Kutsche, frei

Top Ten Herren:

  1. Jan Frodeno, 8:06:30
  2. Sebastian Kienle, 8:10:02
  3. Patrick Lange, 8:11:14
  4. Ben Hoffmann, 08:13:00
  5. Andi Böcherer, 08:13:25
  6. Tim O‘ Donell, 08:16:20
  7. Boris Stein, 08:16:56

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Fotos: Harald Kolhaas  (www.ingokutsche.de)

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