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Ironman Hawaii 2013: Frederik van Lierde – eine hübsche Nummer

6. Oktober 2013 von Mario Lisker

Foto: Ralph SchickDer Hawaii Dritte von 2012 wurde quasi im Zielsprint von Andreas Raelert abgefangen. In den anderen Disziplinen war er mit den beiden vor ihm Platzierten auf einem Niveau. So richtig wahrgenommen wird er von der Triathlongemeinde trotzdem selten. Woran liegt es also, dass man sich so heimlich, still und leise zu einem ernsthaften Titelanwärter mausert? Man absolviert Wettkämpfe, die wegen ihrer Härte meist gemieden werden.


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Kampfansage

Dem Winter entflohen ist er nach Spanien, wo er sich gezielt auf das Rennen in Abu Dhabi vorbereitete. Zugegeben, den Abu Dhabi International Triathlon meiden die Stars nicht – doch Frederik hat hier souverän gewonnen. Und schaut man sich das Teilnehmerfeld an, war dieser Sieg schon so etwas wie eine Kampfansage auf Revanche in Kona. Auf dem Rad arbeitete er bewusst mit viel Druck und nur Eneko Llanos konnte folgen. Gemeinsam vom Rad abgestiegen, hatte Frederik die besseren Beine und konnte auf den verbleibenden zwanzig Kilometern über drei Minuten Vorsprung herauslaufen. Wohl gemerkt: Auf Llanos!

Für eine hübsche Nummer

Den 70.3 Oceanside plante Frederik witziger Weise für ein paar Extrapunkte, um im Kona Pro Ranking weiter vorne zu landen und damit in Kona eine „hübschere“ Startnummer zu bekommen. Nach gutem Schwimmen, aber einem schlechten Wechsel, musste er sich erst zur Führungsgruppe vorarbeiten. Gemeinsam mit dem späteren Sieger Potts auf die Laufstrecke gegangen, war das Tempo zu hoch für ihn und er musste nachgeben. Am Ende war einzig das Laufergebnis außerhalb der Top fünf und damit der Grund für Platz acht.

Foto: Ralph Schick, frei

Anspruchsvolle Strecken

Die in Deutschland relativ unbekannte Extreme Man Serie, findet bei den Stars immer größeren gefallen. Zwar sind diese meist nicht so gut besetzt, aber die Strecken sind häufig anspruchsvoll. In Salou/Spanien setzte sich Frederik bereits im Wasser ab, um auf dem Rad der Konkurrenz keine Chance zu lassen. Mit komfortablem Vorsprung tat er beim Lauf nicht mehr als nötig, um souverän zu siegen.

Seriensieger mit Streckenrekord

Neben Abu Dhabi war der Ironman Nizza das zweite Highlight im Terminkalender. Bereits zweimal in Serie gewonnen, trat er zu Titelverteidigung an. Selbstbewusst nahm er Angriff auf seinen eigenen Streckenrekord und unterbot diesen um dreizehn Minuten. Spannend wurde es auf der Laufstrecke. Der laufstarke Bart Aernouts kam bis auf zwei Minuten heran, bevor van Lierde das Tempo auf den letzten zehn Kilometern noch einmal leicht erhöhen konnte.

Training unter Wettkampfbedingungen

Der Abstecher zum 5150 in Marseille wurde als Tempoeinheit ausgewählt. Und das wurde es auch: Nach einem orientierungslosen Schwimmen musste er sowohl auf dem Rad als auch beim Lauf alles geben um am Ende mit dem zweiten Platz und fünfzehn Sekunden Rückstand nach Hause zu fahren. Den letzten Test absolvierte er heimatnah in Deinze auf einer Mitteldistanz. Nicht ganz zufrieden, aber zu keiner Zeit gefährdet, feierte er einen lockeren ersten Platz, mit der Erkenntnis auf einem guten Kurs für Kona zu liegen.

Fazit

Das alles liest sich nicht anders als bei vielen der Favoriten. Was also ist anders? Zunächst die Wahl der Strecken. Entweder ist die Strecke kein Zucker schlecken, oder die Rahmenbedingungen wie in Abu Dhabi, sind ein Gradmaß einer etwas anderen Wahl der Vorbereitung. Um seine vermeintliche Achillesferse, das Laufen, zu verbessern, sind harte Pflaster wie Nizza oder auch schnelle Kurzstrecken keine schlechte Wahl. Seine Laufverfassung ist schwierig einzuschätzen. Im März noch einen schnellen Llanos um fast vier Minuten unterboten, verlangen Aernouts und Potts nach mehr. Frederik schnuppert definitiv am Titel in Kona – seine Tagesform beim Lauf wird wohl darüber entscheiden.

Frederiks Favoritencheck

Wer holt sich die Krone? Wir haben recherchiert, gerechnet und ein wenig gemutmaßt. Das Ergebnis findet ihr in der triathlon.de Favoritencheck-Tabelle. In jeder Kategorie gibt es eine maximale Punktzahl von fünf Zählern zu erreichen. Wir sind gespannt, wer am Ende die meisten Punkte hat und zu unserem Top-Tipp wird.

Frederik van Lierde

Zum Ironman Hawaii Special mit Favoritenvergleich.

Hier geht´s zu Frederiks Homepage.

Fotos: triathlon.de

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