Du bist hier: Triathlon Portal - triathlon.de > race > Ironman > Ironman Hawaii 2010: Schafft es Alexander noch einmal?

Ironman Hawaii 2010: Schafft es Alexander noch einmal?

5. Oktober 2010 von Christian Friedrich

Schon lange hat es beim Ironman Hawaii kein Athlet geschafft die Konkurrenz mehr als zwei Mal hintereinander für sich zu entscheiden. Craig Alexander hat dieses Jahr die Chance den Hattrick perfekt zu machen, aber zahlreiche Kronprinzen werden versuchen es ihm schwer machen.


Triathlon Anzeigen

Überhaupt erst drei Ironmanevents – bisher nur auf Hawaii und einmal in Australien und immer nur Platz 1 – so das Abschneiden des Australiers Craig Alexander auf der vollen Distanz.  Zudem lässt er sich noch nicht in Europa blicken und glänzt auch sonst nur bei Ironman 70.3 Events oder absolviert mal eine Kurzdistanz.  Nur selten steht Alexander nicht auf Platz 1, was wohl auch daran liegt, dass er den europäischen Topstars eigentlich nicht über den Weg läuft oder eben nur beim Ironman Hawaii. Egal, wer Hawaii gewinnt ist eben Weltmeister.

Gerade mal an die Top 10 Grenze kam er bisher bis zur zweiten Wechselzone an die Spitze ran, um dann immer wieder seine Konkurrenten mit sub 2:50 Marathonzeiten nieder zu rennen. Bisher ist es mit geringem zwei Minuten Abstand im Ziel immer gut gegangen und auch 2010 wird in Kona wieder mit dem konstant guten Australier zu rechnen sein.

Einer, der wohl stärksten auf dem Rad und deshalb auch schon vor dem Marathon öfter in der Berichterstattung zu sehen, ist der US-Amerikaner Chris Lieto, der nicht eine Menge Kraft in den Beinen hat, sondern auch das angeblich schnellste Rad unter dem Hintern. Vermutlich ist es eine Kombination aus beidem, die ihm auch 2010 wieder verhelfen soll, möglichst viel Vorsprung heraus zu fahren, da er auf dem Marathon immer etwas länger braucht. Nach einem Einbruch im Marathon 2008 und Platz 27, halfen 2009 auf Hawaii selbst 12 Minuten Vorsprung vor dem Marathon nicht, sich Craig Alexander vom Hals zu halten. Aber: Neues Jahr, neues Glück.

Andreas RaelertUnsere größte deutsche Hoffnung ist nach seinem dritten Platz 2009 und einem super Jahr 2010 der Rostocker Andreas Raelert. Alleine der imponierende Sieg beim Ironman in Frankfurt und dem dazugehörigen Europameistertitel sollten ihm schon genug Selbstvertrauen für die Herausforderung in Kona geben. Spätestens seit Frankfurt weiß jeder seiner Gegner, dass Andreas auch sehr schnell Radfahren kann. Beim Ironman Hawaii 2009 war es allerdings vor allem seine Laufstärke, die ihn ganze 14 Plätze nach vorne spülte und ihn letztendlich auf Platz 3 über die Ziellinie laufen ließ.

Chris McCormack, der Hawaiisieger von 2007, ist ebenfalls noch ein heißer Kandidat für den Sieg am Alii Drive, wenn er keinen Raddefekt hat und wenn er nicht beim Marathon „platzt“. Es geht nur um den Sieg, alles andere ist für ihn unwichtig. Er ist ein schwerer Läufer, wie er immer selber sagt, und hat Probleme mit der starken Hitze auf Hawaii. Schnell läuft er trotzdem, aber ob es noch mal für einen Sieg reicht? Als der große Favorit wird er nicht gehandelt, aber das muss ja nicht schlecht sein.

Rasmus Henning aus Dänemark hat sich spätestens mit seinem Sieg beim Challenge in Roth dieses Jahr auch für die Podestplätze in Kona empfohlen. Letztes Jahr noch mit gebrochener Hand und einigem an erzwungener Trainingspause in der heißen Vortrainingsphase und doch reichte es immerhin für Platz 5. Dieses Jahr lief bis jetzt alles glatt und ein 2:39 Stunden Marathon in Roth – korrekte Streckenlänge hin oder her – lässt auf ein starkes Finish am 9. Oktober hoffen.

Unser deutschen Jungs
Timo Bracht ist nach Andreas Raelert einer, dem alles beim Hawaii Ironman zuzutrauen ist. Zwar kam er bis jetzt noch nicht über Platz 5 heraus, aber er hat den großen Plan im Kopf und arbeitet stetig an seinen Schwächen, wie dem Schwimmen.

Normann „Der Norminator“ Stadler hat schon zwei Mal (2004 und 2006) auf Hawaii gewinnen können und ist für seine Radstärke bekannt. 2009 gab er nach dem Radsplit das Rennen auf. Stark Radfahren alleine reicht beim Ironman Hawaii nicht mehr um zu gewinnen, aber Normann könnte zumindest bis zum Anfang des Marathons Akzente setzen und wer weiß, was dann noch geht.

Faris Al-Sultan wird alles geben, das ist klar. Der „alte Haudegen“, dessen Taktik früher immer war „alles was geht“, hat beim Ironman Regensburg durchaus gezeigt, dass er auch mal taktisch an die Sache ran gehen kann. Seine Schwimmstärke prädestiniert ihn am Anfang das Rennen zu machen. Er muss Vorsprung herausradeln, um sich die starken Läufer vom Hals zu halten und vielleicht gelingt ihm das ja dieses Jahr. Unvergessen sein Sieg beim Ironman Hawaii 2005.

Maik Twelsiek müsste schneller laufen oder wie auch immer. Auf dem Rad ist er jedenfalls eine Macht, wie er dieses Jahr beim Ironman Lanzarote eindrucksvoll bewiesen hat. Auch 2009 beim Ironman Hawaii lag er bis zur zweiten Wechselzone auf Platz 2 und wurde dann erbarmungslos auf Platz 12 durchgereicht.

Alle Triathlonfans werden aber genauso ein Auge auf Andreas Böcherer werfen, der beim Ironman Regensburg zweiter hinter Faris wurde und auf der Schwimm- und Radstrecke ordentlich Gas geben kann. Vielleicht sogar ein Geheimtipp für die Top 5, der junge Freiburger.

Thomas Hellriegel ist der Großmeister, der erste deutsche Hawaiisieger 1997 und noch kein bisschen müde vom Triathlon. Auch wenn es immer ein bisschen still um den „Hell on Wheels“ ist, so trainiert der Bruchsaler konstant und auch mit großen Erfolgen in diesem Jahr. McCormack konnte er schon hinter sich lassen, wenn auch Wiesbaden wareinfach zu kalt für das Triathlon-Urgestein war, dem es gar nicht heiß genug sein kann. Das er nicht mehr um den Sieg mitrollt und –läuft ist ihm schon klar, aber wenn seine Ferse hält, dann wird es dieses Jahr noch mal ein kleines Hellriegel-Comeback geben. Mit DNF, wie die letzten Jahre, will sich Thomas jedenfalls nicht aus Hawaii verabschieden – aber wer spricht schon von verabschieden.

Weitere deutsche Profi-Athleten: Torsten Abel, Christian Brader (Platz 2 Ironman Canada), Clemens Coenen (2008 noch Amateur-Weltmeister), Nils Goerke (Platz 3 Ironman Regensburg), Jan Raphael, Christian Ritter oder Stephan Vuckovic (Platz 3 Ironman Canada).

Hawaii Ironman Public Viewing oder/und Party
triathlon.de Hawaii Party in München
triathlon.de Hawaii Party in Essen

Fotos: WTC Ironman, triathlon.de, Sybille Brugger

Triathlon.de Anzeigen
 
Zum Triathlon.de Newsletter anmelden