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Ironman Frankfurt Spezial: Frederik van Lierde – Mit Höhenluft zur Sub8

5. Juli 2014 von Christine Waitz

Jörg Schüler,   freiAnfang Juni gab sich der amtierende Ironman Weltmeister schon einmal die Ehre in Deutschland. Überlegen gewann er die Premiere des ExtremeMan Düren. Drei vierte Plätze hat er 2014 beim 70.3 Aix-En-Provence, beim Triathlon Cannes und beim Triathlon Abu Dhabi zu Buche stehen. Dennoch steht er in Frankfurt als Topfavorit hinter der Startlinie: „In den letzten Wochen war ich im Höhentrainingslager – das hat mich schon vor Hawaii in Form gebracht“.


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In diesem Jahr konzentrieren wir unsere Berichterstattung im Vorfeld des Ironman Frankfurt ganz auf die Profistarter. Denn kaum ein Altersklassenathlet hat sich nicht schon einmal gefragt, wie sich die Besten eigentlich auf das Rennen vorbereiten. So läuft die Rennwoche bei Frederic van Lierde ab.

Tapering ist eine Disziplin für sich. Sehr individuell und gar nicht einfach herauszufinden, ist das Training in den letzten Tagen vor dem Rennen. Wie sieht deine Rennwoche aus?

Jörg Schüler, frei

Normalerweise dauert meine Taper-Phase für ein Ironman Rennen zwei Wochen. In diesen zwei Wochen bleibt zwar die Anzahl der Trainingseinheiten gleich, doch Umfang und Qualität werden reduziert. Ungefähr in der Mitte der Taper-Phase, meist am Wochenende vor dem Rennen, mache ich immer noch eine mittellange Rad- und eine mittellange Laufeinheit.

Fahrrad geputzt, Glücksbringer im Satteltäschchen, Bart nicht rasiert… es gibt zahlreiche kleine Rituale unter den Athleten, die vor dem Rennen zum Einsatz kommen und signalisieren: Jetzt zählt’s! Was ist deines?

Da habe ich nur eines: Am Abend vor dem Rennen nehme ich ein zehnminütiges, eiskaltes Bad.

Ernährung ist nicht nur während des Rennens von entscheidender Bedeutung. Auch im Vorfeld ist es wichtig, was ,wann, wieviel man isst. Wie sieht dein Ernährungsplan aus …

…in der Rennwoche…

In den ersten vier Tagen der Rennwoche esse ich ganz normal. Ab Freitag esse ich jedoch nur noch Kohlenhydrate, vermeide Gemüse, Fisch oder Fleisch. Am meisten esse ich dann Brot, Honig, Bananen, Reis, Nudeln, Dunkle Schokolade. Dazu gibt es viel Wasser zu trinken und in den letzten drei Tagen auch Softdrinks.

… am Tag vor dem Rennen…

Am liebsten esse ich vor dem Rennen eine Schüssel weißen Reis mit Ketchup darüber.

… am Rennmorgen…

Esse ich das, was ich sonst auch esse. Sechs bis acht Scheiben weißes Brot mit Banane, Schokolade oder Honig darauf.

…im Rennen…

Im Rennen esse ich gar nichts Festes. Dann versorge ich mich nur mit Gels und Getränken. Ich versuche zwischen ein und eineinhalb Liter pro Liter Stunde zu trinken. Das kommt natürlich auch auf das Wetter an. Ich versuche rund 80 Gramm Kohlenhydrate in der Stunde aufzunehmen. Das sind ein Gel mit rund 30 Gramm und 50 Gramm meines Etixx Getränkepulvers. Wenn es wirklich heiß ist, füge ich meinen Getränken noch Salz zu.

Jörg Schüler, frei

Wenn es im Rennen einmal nicht glatt läuft, wie motivierst du dich weiterzukämpfen?

Mit vielen verschiedenen Dingen! Ich denke darüber nach, was ich in den letzten Wochen gemacht habe, über die Menschen, die mich unterstützen und natürlich vor allem über meine Familie und die Opfer, die sie bringen… damit für mich alles passt! So prägnante Sprüche wie „No pain no gain“ oder, „Pain is temporary and glory lasts forever“ sind natürlich einfach zu erinnern und bringen auch mich durch die harten Momente.

Wie ist deine Vorbereitung gelaufen und was erwartest du dir vom Ironman Frankfurt 2014?

Meine Vorbereitung verlief wirklich gut. In den vergangenen drei Wochen habe ich in den französischen Pyrenäen in Font Romeu ein Höhentrainingslager absolviert. Das war in der Vergangenheit, vor dem Ironman France oder dem Ironman Hawaii, schon gut für mich. Ich bin zuversichtlich auch in Frankfurt ein gutes Rennen absolvieren zu können. Und ich freue mich darauf!

Ich will einfach für mich das perfekte Rennen machen und setze auf eine Zielzeit von unter acht Stunden… aber wir werden sehen!
Cheers,
Frederik

Zur Website von Frederik van Lierde.

Zum triathlon.de Frankfurt Spezial.

Fotos: Jörg Schüler

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