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Ironman Frankfurt Spezial: Eva Wutti – „Ein DNF ist und bleibt das schlimmste Resultat“

3. Juli 2014 von Christine Waitz

Foto: Thomas WenningIm letzten Jahr konnte sie den Ironman Copenhagen und die Challenge Barcelona für sich entscheiden. 2014 konnte Eva Wutti beim Triathlon Portocolom zwar einen zweiten Platz einfahren, musste wenige Wochen später beim Ironman Texas jedoch ein DNF hinnehmen. Krämpfe zwangen sie zum Rennausstieg. Auf Frankfurt freut die Österreicherin sich nun umso mehr.


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In diesem Jahr konzentrieren wir unsere Berichterstattung im Vorfeld des Ironman Frankfurt ganz auf die Profistarter. Denn kaum ein Altersklassenathlet hat sich nicht schon einmal gefragt, wie sich die Besten eigentlich auf das Rennen vorbereiten. So läuft die Rennwoche bei Eva Wutti ab.

Tapering ist eine Disziplin für sich. Sehr individuell und gar nicht einfach herauszufinden, ist das Training in den letzten Tagen vor dem Rennen. Wie sieht deine Rennwoche aus?

Foto: Thomas Wenning

Mein Tapering folgt dem klassischen Schema – niedriger Umfang und hohe Intensität und die Anzahl der Einheiten sinkt. Besonderes Augenmerk lege ich auch auf die Kleidung vor, nach und während des Trainings. Ich möchte die Gefahr des Krankwerdens so gering wie möglich halten. Am Anfang der Woche habe ich noch einen Ruhetag. In dieser Woche mache ich dann in den Pausen zwischen den Trainingseinheiten auch wirklich nichts und ruhe mich tatsächlich aus. Ich suche mir dann zu Hause oder im Hotel ein ruhiges und gemütliches Plätzchen, lege die Füße hoch und höre stundenlang Musik.
Außerdem versuche ich auch alle anderen Arbeiten möglichst zu vermeiden. Die Ruhephasen haben höchste Priorität. Vor einem großem Rennen wie dem Ironman Frankfurt reise ich mindestens fünf Tage vorher an. Man hat dann noch genug Zeit sich die Strecke anzuschauen und die letzten Dinge zu besorgen die man vielleicht vergessen hat. Ich trainiere meistens nicht auf der Wettkampfstrecke, weil ich fern des Wettkampfs besser abschalten kann und länger locker und entspannt bleibe.

Am Abend vor dem Rennen, wenn der Check in vorbei und sonst alles abgeschlossen ist, gehe ich immer noch eine kleine Runde laufen und dann gibt es Abendessen.

Fahrrad geputzt, Glücksbringer im Satteltäschchen, Bart nicht rasiert… es gibt zahlreiche kleine Rituale unter den Athleten, die vor dem Rennen zum Einsatz kommen und signalisieren: Jetzt zählt’s! Was ist deines?

Ich bin jemand der Rituale liebt und braucht, daher habe ich auch zahlreiche. Die letzten Tage vor einem Rennen verlaufen im Großen und Ganzen ziemlich gleich ab. Ich versuche das gleiche zu essen, die Trainingseinheiten gleich zu gestalten usw. Außerdem lackiere ich meine Nägel ein bis zwei Tage vor dem Rennen frisch. Eine weitere Angewohnheit ist, dass ich in den Tagen vor dem Rennen nach jeder Mahlzeit ein kleines Stückchen Kuchen esse. Das muss einfach sein.

Ernährung ist nicht nur während des Rennens von entscheidender Bedeutung. Auch im Vorfeld ist es wichtig, was ,wann, wieviel man isst. Wie sieht dein Ernährungsplan aus …

…in der Rennwoche…

Am Beginn der Woche versuche nicht zuviel zu essen. Man trainiert ja viel weniger und daher braucht man auch viel weniger. Zudem esse ich dann ab Mitte der Woche kaum noch rohes Gemüse und Milchprodukte. Ich esse mehrere kleine Mahlzeiten und keine großen Portionen. Hauptsächlich leicht verdauliche Produkte. Keine Vollkornprodukte und vor allem nichts, was ich nicht kenne.
Ich achte auch darauf viel zu trinken. Ich trinke auch trainingsunabhängig isotonische Getränke um sicher zu gehen, dass ich genügend Elektrolyte zu mir nehme. Allerdings folge ich keinen klassischen Angaben. Ich denke, man spürt ohnehin was man braucht und was einem eher weniger zusagt.

… am Tag vor dem Rennen…

An diesem Tag achte ich besonders darauf, dass ich genügend esse. Ich habe daher fünf Mahlzeiten. Das Frühstück fällt klassisch aus, mit Haferlocken und Brötchen. Danach fahre ich meist eine Runde Rad. Danach gibt es dann ein zweites Frühstück. Gegen 13:00 Uhr esse ich dann zu Mittag – meistens etwas leichtes. Danach geht’s zum Check in. Gegen 16:00 esse ich dann noch einmal eine Kleinigkeit. Am Abend gehe ich dann noch einmal laufen und gegen 20:00 Uhr esse ich zu Abend, meistens Gnocchi mit Tomatensauce.

… am Rennmorgen…

Am Rennmorgen trinke ich zwei Tassen schwarzen Kaffee. Meistens habe ich keinen Hunger, aber ich versuche trotzdem ausreichend zu essen. Gewöhnlich mache ich mir eine Schüssel Porridge mit Wasser. Außerdem esse ich zwei Brötchen mit Marmelade. In den Stunden vor dem Start achte ich darauf ausreichend zu trinken.

…im Rennen…

Vor dem Start nehme ich ein Gel. Auf dem Rad verpflege ich mich ausschließlich mit Gels, Wasser und Iso. Auf der Laufstrecke kommt dann noch Cola hinzu – das nehme ich aber auch erst auf den letzten Kilometern zu mir. Ich möchte einfach nicht zu viel verschiedene Sachen zu mir nehmen. Wenn es sehr heiß ist, dann nehme ich zusätzlich noch Salztabletten.

 

Foto: Thomas Wenning

Wenn es im Rennen einmal nicht glatt läuft, wie motivierst du dich weiterzukämpfen?

Das perfekte Rennen gibt es selten. Irgendwann kommt man immer an den Punkt an dem es hart wird und dann muss man ganz ruhig bleiben und sich überlegen woher die Probleme kommen könnten. Ich überlege mir dann immer: habe ich genug getrunken, mich gut verpflegt, am letzten Anstieg vielleicht etwas überzogen oder bin ich nur gerade in diesem Moment mental etwas müde? Entsprechend muss man dann Maßnahmen setzen. Im Fall von mentalen Problemen arbeite ich mich dann einfach immer von Labestation zu Labestation weiter voran. Das ist das einfachste. Leider hatte ich schon ein paar schlechte Rennen, und ein DNF ist und bleibt das schlimmste Resultat.

Wie ist deine Vorbereitung gelaufen und was erwartest du dir vom Ironman Frankfurt 2014?

Meine Vorbereitungen für den Ironman Frankfurt liefen hervorragend, entsprechend freue ich mich auch schon sehr auf das Rennen. Ich habe die letzten beiden Rennen im Fernsehen mitverfolgt und ich kann es kaum erwarten nun auch endlich dabei zu sein. Dieses Jahr haben sich ja vor allem bei den Damen zahlreiche große Namen angekündigt und ich denke, dass es ein spannendes Rennen wird.

Zur Website von Eva Wutti.

Zum triathlon.de Frankfurt Spezial.

Fotos: Thomas Wenning

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