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Ironman Frankfurt: Interview mit Iron-Rookie Frank Christoph

5. Juli 2015 von Christine Waitz

Frank Christoph,   einmaligDer erste Ironman, das ist schon etwas ganz besonderes. Denn während eines langen Tages kann so viel schief gehen. Tausend Dinge gilt es im Vorfeld zu bedenken und während des Rennens zu beachten. Beim Ironman Frankfurt werden erneut Hunderte „Rookies“ an den Start gehen. Mit einem von ihnen haben wir uns unterhalten.


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Seit vielen Jahren war Frank Christoph als Läufer unterwegs. Ehrgeizig und ambitioniert. Doch die dauerhafte Belastung, das viele Training führen immer wieder zu Verletzungen. 2012 hatte der 44-jährige dann genug. Ein „Ausgleich“ musste her und so entdeckte er den Triathlon für sich. Schnell fand er Anschluss an einen Verein, fand Gefallen am Dreisport und trainiert seitdem im SCC Berlin Triathlon.
Dem routinierten Läufer war dabei von Beginn an klar: Ziel ist die Langdistanz. Als selbstständiger Arzt, mit eigener Praxis und einer verständnisvollen Familie, konnte Frank sich die zeitlichen Freiräume nehmen, die das Training für die Langdistanz erfordert. Über vier Jahre hinweg rüstete er sich so für die 226 Kilometer – am Sonntag soll es erstmals so weit sein.

Hallo Frank! Nur noch wenige Stunden und du drängelst dich mit über 3.000 Gleichgesinnten im Startbereich. Wie fühlst du dich?

Nervös, wie viele Andere auch. Es hält sich aber in Grenzen. Ich bin gespannt und freue mich auf einen Tag mit meinen Lieblingssportarten.

Warum hast du dir den Ironman Frankfurt als deine erste Langdistanz ausgesucht?

Das war eher Zufall. Ein Freund und Trainingskollege hat sich den Ironman Frankfurt als „Notanker“ genommen, sollte er die Hawaii-Quali beim Ironman Mallorca 2014 nicht schaffen. Da dachte ich, wäre es gut, wenn wir zusammen trainieren könnten. Dann kam alles anders. Er hatte einen schweren Radunfall und ich stand alleine da. In gewisser Weise starte ich heute auch für ihn, was dem Ganzen noch einen besonderen Touch verleiht!

Was sind deine Ziele für Sonntag?

Schnell schwimmen, noch schneller Rad fahren und ganz schnell Laufen – so es die Hitze zulässt. Meine Trainingsziele habe ich alle gut erreichen können, ich war rechtzeitig auf Lanzarote und konnte nahezu alle Trainingseinheiten absolvieren. Ich bin optimistisch. Schauen wir mal …

Triathlon, das bedeutet auf den ersten Blick schwimmen, radeln und laufen. Auf den Zweiten Blick kommen Wechsel und Verpflegung hinzu. Auf den Dritten Blick gilt es auch noch in Sachen Material, Trainingslehre, Physiologie, Psychologie gut überlegt und informiert zu sein. Was findest du vor deiner ersten Langdistanz am schwierigsten?

Tatsächlich sind Ernährung und Material als vierte und sogar fünfte Disziplin nicht zu unterschätzen. Das Training ist gelaufen, die Form ist da – oder auch nicht. Aber wie der Körper mit der Wettkampfbelastung und der Ernährung zurecht kommt, das ist beim ersten Mal für mich die große Unbekannte. Bei der Mitteldistanz kann man sich noch irgendwie durchmogeln, wenn mal was schief läuft. Bei der Langdistanz muss es aber alles passen, daher habe ich einen Heidenrespekt vor der ganzen Logistik. Ich habe aber eine wohl durchdachte Rennstrategie, bin gut informiert und bestens beraten.

Du hast dir mit Heidi Sessner professionelle Unterstützung in Sachen Ernährungsberatung an deine Seite geholt. Wovon hast du durch euere Zusammenarbeit bisher am meisten profitiert und würdest du anderen Rookies ebenfalls die Arbeit mit einem Trainer empfehlen?

Frank Christoph, einmaligNa klar habe ich profitiert. Ich kenne Heidi und Jürgen Sessner schon eine Weile und wir haben uns immer sehr gut verstanden. Daher wusste ich auch, dass Heidi ihre Profikarriere beenden wird und dann als Trainerin und Ernährungscoach ihre langjährige Erfahrung weitergeben wird. Da sie mich aus verschiedenen Trainingslagern bereits kannte, wusste sie schon was für ein Typ ich bin und wir konnten die Tips, was Training, Logistik und natürlich Ernährung betrifft nahezu 1:1 umsetzen.
Sie hat sich viel Zeit genommen und hatte immer ein offenes Ohr, wenn mich mal Zweifel plagten. Einen Trainer oder Ernährungsberater zu haben, macht dann Sinn, wenn man viel oder mehr Zeit investieren möchte. Es hilft, typische Rookie-Fehler zu vermeiden. Das ging mir 2012 bei den olympischen Disziplinen schon so und später bei den zahlreichen Mitteldistanzen ebenfalls. In meinem Fall muss ich berufs- und familienbedingt meine Zeit optimal aufteilen und die ist mir dann sprichwörtlich zu Schade, um wegen vermeidbaren Fehlern nach Monaten harten Trainings meinen Hauptwettkampf zu versemmeln.

Zum Ironman Frankfurt Spezial.

Fotos: Frank Christoph

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