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Ironman 70.3 World Championship: Der Strecken-Test

29. Juli 2015 von Lukas Bartl

Christine Waitz, freiIn Zell am See wehen nicht nur Wochen vor dem großen Sportereignis schon die Fahnen. Auch einige Profis tummeln sich bereits im Ort. Sie alle haben ein Ziel: Die Strecken der Ironman 70.3 World Championship kennenlernen. Ihr habt keine Zeit vorher einmal den Rennort zu besuchen? Kein Problem! Wir haben uns für euch die Strecken angesehen.


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Zur Fotostrecke mit Eindrücken.

3,8 Kilometer ist er lang, 1,5 Kilometer ist er breit, fast 70 Meter tief ist er an der tiefsten Stelle. Der Zeller See lädt mit idealen Bedingungen zur Auftaktdisziplin. Der Start am Südufer des Sees findet mit Blick auf das imposante, 1896 eröffnete Grand Hotel von Zell am See statt. Eben dieses Bauwerk wird den Schwimmern beim Auftakt als Orientierungspunkt eine große Hilfe sein.
Der Schwimmkurs gibt sich erdenklich einfach: 935 Meter geht es geradeaus hinaus, nach einer 30 Meter langen Wende geht es wieder zurück. Beim Hinausschwimmen wird die weiße Fassade des genannten Hotels eine gute Orientierung bieten, beim Zurückschwimmen wird es der große Bogen des Schwimmausstieges sein, der Orientierung bietet.

Q&A zur Schwimmstrecke

Wie ist das Wasser?

Mit recht klarem Wasser und guter Sicht ist der Zeller See für Triathleten ein wahrer Traum!

Mit oder ohne Neo?

Ganz genau sagen, kann man das natürlich erst am Wettkampf-Wochenende. Doch mit aktuell über 22 °C war der See trotz einigen kühlen Tagen und Regens recht warm. Die stets aktuellen Wassertemperaturen findet ihr hier.

Christine Waitz, frei

Die Radstrecke

Die diesjährige Ironman 70.3 WM Radstrecke hält für die Athleten auf den 90 Kilometern gut 900 Höhenmeter bereit. Der Start der Radstrecke befindet sich in Schüttdorf nur wenige Kilometer von Zell am See entfernt. Nachdem die Athleten aus der Wechselzone kommen verlassen sie in Richtung Osten den kleinen Ort und fahren die ersten 6 Kilometer auf leicht ansteigendem Terrain in Richtung der Bundesstraße 311. Auf dieser angekommen beginnt das Gelände abzufallen, was sich für die nächsten 15 Kilometer, bis auf einen kleinen Anstieg bei Kilometer 14 nicht ändert. In diesem Streckenabschnitt kann richtig Tempo gefahren werden. Ab Kilometer 21 dreht der Kurs nach Norden in die Dientener Berge ab. Die Kletterpartie hoch zum auf 1292 Meter gelegenen Filzensattel beginnt. 14 Kilometer geht es nun bergauf. Die ersten 12 Kilometer sind mit einer moderaten Steigung gut und zügig zu bewältigen. Den Hochkönig immer fest im Blick geht es weiter hinauf nach Dienten. Mit dem Bild der Pfarrkirche von Dienten vor dem Bergmassiv des Höchkönig sicherlich einer der prominentesten Punkte der 70.3 Strecke von Zell am See. Vorsicht ist jedoch geboten, wer sein Pulver bereits vor Dienten verschießt der fährt kurze Zeit später buchstäblich gegen eine Wand. Die letzten beiden Kilometer bis zum Filzensattel haben es nochmal richtig in sich. Mit teilweise bis zu 14 Prozent Steigung geht es richtig hart zu Sache. Hier werden am letzten Augustwochenende wohl die ersten Vorentscheidungen fallen. Ein Anstieg der den Namen „Heartbreak Hill“, im Gegensatz zu vielen anderen im Ironman Rennzirkus verdient hätte, ihn jedoch leider nicht trägt. Eins ist Fakt, wer hier sein Kräfte nicht richtig einteilt dem werden die letzten Meter zur Passhöhe mehr als nur Kopfzerbrechen bereiten. Den Filzensattel erreicht haben die Athleten den härtesten Teil der Strecke hinter sich. Auf die 14 Kilometer Anstieg folgen ebenfalls 14 Kilometer Abfahrt. Hier gilt es richtig Tempo zu machen um möglichst wenig Zeit, in den vielen Serpentinen von der Passhöhe hinunter ins Tal, zu verlieren. Die ersten 8 Kilometer geht es steil bergab. Anschließend wird es etwas flacher, das Gelände ist jedoch weiterhin abfallend. Während der Abfahrt dreht der Kurs Richtung Westen und führt die Teilnehmer nach Saalfelden. Ab Saalfelden geht es über teils unangenehm welliges Terrain wieder zurück in Richtung Zell am See. In Zell am See ist Kilometer 65 erreicht. Die abschließenden 25 Kilometer werden auf einer Runde gefahren, welche die Athleten in Richtung Kaprun führt und von dort aus zurück zur Wechselzone nach Schüttdorf, wo die Laufschuhe bereits auf sie warten.

 

Q&A zur Radstrecke

Zeitfahrrad oder Straßenrennrad?

Wenn’s läuft, dann läuft’s. Auch wenn der 14 Kilometer lange Anstieg der sicherlich markanteste Teil des Kurses ist – in den anderen Streckenteilen wird ein Zeitfahrrad seine Stärken ausspielen können. Denn besonders die Anfahrt zum Berg und ebenso der lange, nur wellige Abschnitt zum zweiten Wechsel sind schnell! Wer sich also auf seinem Zeitfahrrad bergauf und bergab nicht völlig unwohl fühlt, der ist damit wohl gut beraten.

Tipps für den Anstieg

Unser Tipp: Zu Beginn nicht zu viele Körner auf der Strecke lassen! Das erste, etwas steilere Stück des Anstiegs ruhig etwas lockerer angehen. Die darauf folgende etwas flachere Passage lässt sich dann flüssig und zügig fahren, bevor man das 14% Schild passiert und die letzten Kilometer steil werden. Dann sollte man auf jeden Fall noch gut Kraft in den Beinen haben!

Welche Übersetzung sollte ich wählen?

Durchschnittlich 14 Prozent Steigung im letzten Teil haben es in sich! Da sollte die Übersetzung richtig gewählt werden! Auch für gute Radfahrer empfiehlt sich bei einer Standardkurbel von 53/39 aufgrund des anspruchsvollen letzten Teil des Anstieges ein Ritzel mit 25 Zähnen.

Gibt es Verpflegung auf der Radstrecke?

Klar! In Dienten am Hochkönig, Schützing und Piesendorf könnt ihr auftanken.

Christine Waitz, frei

Die Laufstrecke

Ein Halbmarathon entlang des Zeller Sees – klingt nach einem reinen Vergnügen! Wäre man nicht bereits einige Stunden sportlich unterwegs. Dennoch zeigt sich die Laufstrecke von ihrer attraktivsten Seite. Ruhigere grüne Abschnitte wechseln sich mit geschäftigen Uferpromenaden ab. Von der Wechselzone am Seespitz geht es am idyllischen Uferweg entlang nach Zell am See. Dort wartet das erste Stimmungsnest auf die Läufer, bevor es weiter entlang des Sees bis an den am Ostufer gelegenen Ortsteil Thumersbach geht. Dort findet sich der Wendepunkt, und schon geht es zurück nach Zell am See, wo mit einer Schleife durch die Altstadt die zweite Runde eingeläutet wird. Höhenmeter sind hier Fehlanzeige – aufgrund des flachen Laufkurs wird hier die Jagd um Plätze und Sekunden turbulent werden.
Das Ziel wartet auf die Sportler in der Zeller Innenstadt mit guter Stimmung und schöner Umgebung.

Q&A zur Laufstrecke

Lukas Bartl, frei

Wo sind die Verpflegungsstellen?

Eine Verpflegungsstation befindet sich in Zell am See, gefolgt von einer in Prielau und einer weiteren am Wendepunkt in Thumersbach (ca. alle 2 Kilometer).

Wie ist der Untergrund?

Asphaltierte Wege und Kieswege wechseln sich ab. Insgesamt ist die Strecke angenehm zu laufen, beinhaltet immer wieder weicheren Untergrund.

Zur Fotostrecke mit Eindrücken.

Fotos: triathlon.de

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