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Interview mit Ralf Ebli zu Skilanglauf: „Die Dosis macht das Gift“.

29. Dezember 2012 von Christoph Steurenthaler

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Beim Skaten macht man doch eigentlich immer eine Einbeinpresse. Ist das richtig?

Nein, eine Einbeinpresse wie im Studio ist es nicht, da kein 90 Grad Winkel im Kniegelenk vorhanden ist, sondern ein Beineinsatz mit Drehbewegung. Aber man realisiert eine enorm hohe Anzahl an Kraftstößen, sowohl mit den Beinen als auch mit den Armen. Beim Skilanglauf macht man viel mehr Wiederholungen als z. B. beim Zugseiltraining. Daher hat man nach dem TL ein hohes Kraftniveau und top Kraftwerte.

Ersetzt Skilanglauf die anderen Disziplinen oder sollte man als ambitionierter Triathlet die Kernsportarten dennoch z. B. in einem Wintertrainingslager nicht vernachlässigen?

Der Ermüdungsprozess ist durch Skilanglauf sehr hoch, das sollte man beachten. In der Woche machen z. B. hohe Schwimmumfänge keinen Sinn, da die ermüdete Muskulatur keine saubere Schwimmtechnik mehr zulässt. Für das Wassergefühl sollten ambitionierte Athleten 1 bis 2 Mal in der Woche das Wasser aufsuchen und dabei aber keine Monstereinheiten absolvieren. Auch Laufen sollte man durchaus. Regenerative Läufe dienen der motorischen Auflockerung und lockern die Beine. Das ist auch als Wechseltraining möglich, z. B. nach dem Skaten noch 20 bis 30 Minuten locker traben.

Welche Dauer eines Wintertrainingslagers ist sinnvoll? Und wie verteilt  man die Belastung über die Woche / 10 Tage/ zwei Wochen sinnvoll?

Für Einsteiger sind bereits 4 bis 5 Tage sinnvoll, wobei mindestens ein skifreier Tag eingeplant werden sollte. Fortgeschrittene planen 7-10 Tage. Mehr ist nicht notwendig, wir sind und bleiben Triathleten und keine Skilangläufer.

Drei Faktoren limitieren die Dauer des Winter-TL:

–       die intensive Belastung

–       der frühe Zeitpunkt im Jahr

–       anders als im Frühjahrstrainingslager auf dem Rad ist die Belastung für den Halteapparat deutlich größer.

Außerdem entzieht die Kälte dem Körper zusätzlich Energie, also sollte auf entsprechende Energiezufuhr geachtet werden. Auch Trinken ist ganz wichtig, da der Körper in der Höhe zusätzlich zum Schweiß noch über die Atmung Flüssigkeit verliert.

Bitte Gymnastik und Dehnen nicht vernachlässigen. NIE und schon gar nicht im kalten Wintertrainingslager.

Vielen Dank für das Gespräch.

Fotos: Christoph Steurenthaler


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